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Berlinale-Eröffnung Auftakt mit Schneekuchen

10.02.2006 ·  Das Wetter ist schlecht, über den Roten Teppich laufen vor allem deutsche Fernsehschauspieler, doch die Laune ist bestens: Am Donnerstag abend ist die Berlinale 2006 eröffnet worden. Eine FAZ.NET-Bildergalerie.

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Mit dem britisch-kanadischen Drama „Snow Cake“ sind am Donnerstag die 56. Internationalen Filmfestspiele in Berlin eröffnet worden. Stargäste bei der Eröffnungsgala am Abend im Berlinale-Palast vor rund 2.000 Gästen waren die Hauptdarsteller Sigourney Weaver und Alan Rickman.

Zu der Gala-Veranstaltung am Potsdamer Platz hatte sich Prominenz aus Politik und Kultur angesagt. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), Berlinale-Direktor Dieter Kosslick und Jury-Präsidentin Charlotte Rampling eröffneten die Festspiele, die am 19. Februar mit einem Publikumstag enden.

Zu den Premierengästen zählten Franka Potente, Martina Gedeck, Jürgen Vogel, Volker Schlöndorff, Oskar Roehler und Nadja Uhl. Den meisten Applaus heimsten Weaver und Rickman ein, die zusammen mit Regisseur Marc Evans „Snow Cake“ präsentierten. Weaver trug ein langes, ärmelloses blaues Kleid. Viel Jubel gab es auch für Rampling, die ihren langen schwarzen Mantel aber lieber anließ. Besonders lang hielten es Nadja Uhl und Hannelore Elsner in ihren kurzen Kleidern bei den eisigen Temperaturen auf dem Roten Teppich aus. Gekommen waren auch Christiane Paul, Marie Bäumer und Armin Mueller-Stahl.

Bildergalerie: Die Berlinale ist eröffnet

In „Snow Cake“ spielt Rickman einen verschlossenen Mann, der auf seiner Fahrt durch das verschneite Ontario eine junge Anhalterin mitnimmt. Er wird in einen Unfall verwickelt, bei dem die Frau stirbt. Unter Schock stehend sucht der Mann die Mutter der Toten (Weaver) auf, um ihr die schreckliche Nachricht zu überbringen. Diese leidet an Autismus, begreift das Unglück, kann aber keine Gefühle zum Ausdruck bringen. Zwischen den beiden Außenseitern entwickelt sich eine Freundschaft (siehe auch: Der Eröffnungsfilm „Snow Cake“ von Marc Evans).

Weaver bereitete sich jahrelang auf Rolle vor

Weaver äußerte sich bewundernd über autistische Menschen. Sie habe sich mehrere Jahre auf die Rolle der Autistin vorbereitet und dabei gelernt, Dinge anders zu sehen. Sie habe ganz neue Erfahrungen gemacht. „Man sieht, wie absurd die normale Welt ist“, sagte die 56jährige New Yorkerin.

Der Eröffnungsfilm ist auch im Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären. Insgesamt streiten bis zum 18. Februar 19 Produktionen um die begehrten Trophäen (siehe auch: Die Wettbewerbsfilme der Berlinale mit Bewertungen). Deutschland ist mit vier Filmen am besten vertreten: Dabei sind „Elementarteilchen“ von Oskar Roehler, „Der freie Wille“ von Matthias Glasner, „Sehnsucht“ von Valeska Grisebach und „Requiem“ von Hans-Christian Schmid (siehe auch: ). Insgesamt werden in den verschiedenen Sektionen knapp 400 Filme gezeigt.

Über die Preisträger entschiedet eine achtköpfige Jury. Deren Präsidentin Charlotte Rampling sagte, sie freue sich auf diese Arbeit. „Das ist ein sehr freies Gefühl, auch mal Filme von anderen zu sehen“, sagte die 60jährige Britin. Sie wolle sich von den Filmen überraschen und anrühren lassen, „jeden Film mit Herz und Seele erleben“. Auf diese Weise werde sie verstehen, welche Produktionen wirklich preiswürdig seien.

Jury-Mitglied Armin Mueller-Stahl räumte ein, Respekt vor der Arbeit in dem Gremium zu haben. Es sei schwierig, die richtige Entscheidung zu treffen, wenn beispielsweise fünf Filme gleichwertig seien. Er hoffe, in der Jury werde man sich nicht die Köpfe einschlagen. An diesem Freitag wird der nächste Hollywoodstar auf dem Roten Teppich vor dem Berlinale-Palast erwartet. Dann will George Clooney den Polit-Thriller „Syriana“ präsentieren, in dem er einen CIA-Agenten spielt, der die dunklen Machenschaften von international agierenden Ölkonzernen aufdecken soll. In den folgenden Tagen wollen Stars wie Philip Seymour Hoffman, Isabella Rossellini, Meryl Streep, Natalie Portman, Vin Diesel, Isabelle Huppert, Roberto Benigni und Claude Chabrol ihre Filme persönlich präsentieren.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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