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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Begegnung mit Werner Herzog Der Kinosoldat im heiligen Land

Werner Herzog lebt und arbeitet für das Kino, ob man ihn beachtet oder nicht. In Deutschland beachtet man ihn nicht so sehr. Jetzt wird er mit dem Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises ausgezeichnet - ein Porträt.

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© Lena Herzog Manche Ideen fallen hinterrücks über ihn her: Werner Herzog kurz vor einem Überfall

Er hatte sieben Wörter, um zu beschreiben, wer er sei. „Werner Herzog, Filmemacher aus Sachrang in Bayern“, sagte er. Das ist das Wesentliche, was man von ihm wissen muss. Nicht, dass er zwischen 1972 und 1987 fünf große Filme mit Klaus Kinski gedreht hat, die wie Monolithen in der deutschen Filmgeschichte stehen - das sind „Aguirre oder der Zorn Gottes“, „Woyzeck“, „Nosferatu“, „Fitzcarraldo“ und „Cobra Verde“. Nicht, dass er seit langem in Los Angeles lebt und arbeitet und dort ein berühmter Mann geworden ist. Nicht, dass in den letzten fünfundzwanzig Jahren nur drei seiner Filme in Deutschland in die Kinos kamen.

Nicht, dass außer einer Forschergruppe allein er mit einer Kamera (und zwei Mitarbeitern) Zugang zur prähistorischen Höhle in Chauvet hatte und von dort die einzigen Bilder ihrer unfasslich bewegt wirkenden Wandmalereien mitbrachte, die wir zu unseren Lebzeiten wohl sehen werden. Was sein Satz in sieben Wörtern bedeutet, ist: Filmemachen ist die Existenz, Sachrang ist die Herkunft, Bayern bleibt sein Kulturempfinden. „Nicht preußisch halt“, sagt er zur Erklärung.

Nach seiner Biographie in sieben Wörtern hatte ihn Ende Februar Paul Holdengräber gefragt, der Mann hinter der Reihe „Live from the New York Public Library“, einer Live-Talkshow, zu der die New Yorker strömen, weil sie nichts so sehr interessiert, wie zwei lebendige Menschen auf einer Bühne bizarre, kluge, unterhaltsame oder verrückte Gespräche miteinander führen zu sehen. Herzogs Veranstaltung war derartig überfüllt, dass ein zweiter Saal für die Fernsehübertragung geöffnet werden musste. Also machte er sich an jenem Abend, es war der 29. Februar, durch die Kellerräume des weitläufigen Bibliotheksgebäudes in der Mitte Manhattans auf den Weg, um sich auch diesen Zuschauern zu zeigen.

Er folgte Holdengräber, der seinerseits den Kabeln der Übertragungskameras nachlief, vorbei an Kisten und Besenkammern, durch Unordnung und um ungeputzte Ecken. Holdengräber entschuldigte sich, aber Herzog meinte, „nein, nein, das ist doch wunderbar, die Kabel weisen uns den Weg zurück an die frische Luft. Wir gehen hier durch heiliges Land“ - das heilige Land unter dem Bryant Park, in dessen Untergrund das Wissen der Menschheit, soweit es zwischen Buchdeckel passt, verstaut ist. So erzählte er es mir einige Wochen später in seinem Haus in Los Angeles.

Beiläufige Grausamkeit

Das heilige Land ist ein Gerümpelkeller. Oder ein Berggipfel im Nebel wie in seinem Kaspar-Hauser-Film „Jeder für sich und Gott gegen alle“. Oder auch eine fünfzig Kilometer lange Straße durch eine gottverlassene Gegend in Texas. Heiliges Land kann überall sein. Herzog mit seinem bayerischen Kulturempfinden hat seine letzten Filme in den Todestrakten amerikanischer Gefängnisse gedreht. Der erste war „Into the Abyss“, ein Kinofilm von 2011, der im vergangenen Jahr beim Filmfestival in Toronto Premiere hatte (und den das ZDF gerade für seine Reihe Das kleine Fernsehspiel gekauft hat).

Seitdem werde ich die Erinnerung an das etwas schwammige Gesicht von Michael Perry nicht los, an seinen vollen Mund und die Art, wie seine Oberlippe sich beim Sprechen ein wenig schief weit hinter das Zahnfleisch zurückzog, an die blasse Haut unter dem kurzen, aber nicht geschorenen schwarzen Haar, seinen Blick aus großen dunklen Augen, der voller Schrecken in einem und fragend, anklagend oder fast zart im anderen Augenblick war.

Perry saß wegen dreifachen Mordes in der Todeszelle. Er hatte die Tat gestanden, später aber sein Geständnis widerrufen und behauptet, er sei unschuldig. Herzog erzählt in seinem Film die Geschichte des Verbrechens mit Hilfe von Interviews und Polizeivideos nach; sie erinnert in ihrer erschütternd beiläufigen Grausamkeit an jene, die Truman Capote in seinem Buch „In Cold Blood“ beschrieben hat. Vor allem aber hat Herzog mit Perry gesprochen - durch eine Wand aus Panzerglas hindurch, mit einem Telefonhörer am Ohr, wie Perry auch.

Er hat ihn gefragt, wie es ihm gehe, eine Woche vor der Hinrichtung, deren Gnadenaufschub zu diesem Zeitpunkt bereits außerordentlich unwahrscheinlich war. Er hat ihm gesagt, er müsse ihn nicht mögen, um prinzipiell gegen die Todesstrafe zu sein. Und er hat ihn daran erinnert, was er ihm zuvor schriftlich mitgeteilt hatte: dass es ihm nicht darum gehe festzustellen, ob er tatsächlich schuldig sei. Michael Perry ist inzwischen tot. Er war achtundzwanzig Jahre alt, als er am 1. Juli 2010 hingerichtet wurde.

Wie wir die Welt betrachten

Für die vierteilige Fernsehserie „Death Row“, die in diesem Jahr bei der Berlinale und kürzlich auch in Los Angeles gezeigt wurde, ist Herzog zu den Todeskandidaten zurückgekehrt. Unter anderen traf er auf Hank Skinner, einen schweren Mann mit einem Vogeltattoo vom Ellenbogen bis zur Schulter auf einem Arm und einer Frisur, die aus den achtziger Jahren übrig geblieben ist, obwohl Skinner erst seit Mitte der neunziger einsitzt. Er soll seine damalige Freundin und deren zwei Söhne ermordet haben, eine Tat, die er immer bestritten hat: Zur Tatzeit habe er völlig zugedröhnt auf dem Sofa gelegen. Sei dies, wie es wolle, Herzog interessiert es nicht. Aber ihn interessiert, was Skinner von der Fahrt zu erzählen hat, die ihn vom Gefängnis zur Hinrichtungszelle in einem fünfzig Kilometer entfernten Hochsicherheitstrakt brachte. Es war, so sagt es Skinner in diesem Film, eine Fahrt „durch heiliges Land“.

Skinner wurde nicht hingerichtet. Dreiundzwanzig Minuten bevor ihm die Giftspritze gesetzt wurde, kam der Anruf, er sei begnadigt worden. Herzog wollte wissen, wie Skinners heiliges Land aussieht. Er ist die Strecke abgefahren und hat seinen Wagen durch eine trostlose Weite rollen lassen, in der eine Tankstelle steht, eine Marien- und eine Jesusstatue in schreienden Farben, ein Wasserturm, verfallende Bretterbuden, in denen man früher einmal Anglerzubehör kaufen konnte, und schließlich ein riesiger Plastikhummer mit einer Sonnenbrille, das Markentier eines Schnellrestaurants.

Eine Landschaft ohne bemerkenswerte Eigenschaften. Eine Landschaft, die für einen Todgeweihten die ganze Welt bedeutete. Und ein Stück Film, das in diesem verkommenen, alle Hoffnung verzehrenden Stück Texas etwas Sublimes entdeckt und errettet. Als ich Herzog frage, ob ihn die Begegnung mit den Todeskandidaten verändert habe, sagt er erst einmal: „Nein, gar nicht.“ Aber dann: „In gewisser Weise hat es eine grundlegende Perspektive geschärft. Es macht das Alltägliche auf einmal wichtiger und besser und erstaunlicher.“ Es kommt darauf an, wie wir die Welt betrachten. Welche Bilder wir uns von ihr machen.

Nicht Kino, sondern Leben

In Amerika ist die Todesstrafe noch in vierunddreißig von fünfzig Bundesstaaten erlaubt, in sechzehn wird sie praktiziert. Seine Filme aus den Todestrakten, sagt er später, hätten weniger mit Amerika zu tun, als vielmehr „mit der Frage unseres eigenen Todes. Wie sterben wir, wann sterben wir, wie anders sehen Menschen die Welt, wie anders sind ihre Empfindungen auch für uns, wenn sie wissen, wann sie sterben und wie sie sterben werden.“

Am 29. Februar, während er mit Holdengräber in der New York Public Library diskutierte, wurde einer seiner Gesprächspartner aus der „Death Row“-Serie hingerichtet: George Rivas, der bereits fünfzehn Mal „lebenslänglich“ eingesperrt war, als er im Dezember 2000 mit sechs anderen Häftlingen in einer spektakulären Aktion aus dem John-B.-Connelly-Hochsicherheitsgefängnis in Texas ausbrach und unterwegs einen Polizisten erschoss. Eine Begnadigung hielt Herzog für ausgeschlossen, sie kam auch nicht. Er hat in New York, weil ihn dieses Wissen „innerlich blockiert“ habe, kurz gesagt: „Jetzt ist wohl klar, dass Rivas stirbt.“

Die Idee, Todeskandidaten zu besuchen, hatte nichts damit zu tun, dass der Tod ihn besonders umtreiben würde, auch der eigene nicht, versichert er. Themen, Vorhaben für Filme oder andere Arbeiten drängen bei ihm ein wie „Einbrecher in die Küche“, sie kämen „Keule schwingend“ auf ihn zu, und mit ihnen müsse er sich dann beschäftigen. „Während wir hier zusammensitzen heute, stehen mindestens acht, neun, zehn Projekte vor der Tür, und die Tür wird in Kürze nicht mehr widerstehen und bricht auf, und dann ist auf einmal die nächste Gruppe von Uneingeladenen da.“

Wer dann eingeladen wird zu bleiben, welches Projekt weiterverfolgt wird, möglicherweise einer der „fünf oder sechs Spielfilme“, die er „morgen anfangen könnte“, ist einzig eine Frage der Finanzierung, keine der Ideen oder seiner Energie. „Es sind ja keine völlig Unbekannten, die da eindringen. Wenn sie nicht da wären, wäre das wahrscheinlich eine ungenügende Existenz.“ Darauf, dass Gefängnisse eine besondere Faszination auf ihn ausübten, wie auf so viele Filmemacher, immerhin gibt es ein eigenes Genre des Gefängnisfilms - darauf will er sich nicht einlassen.

Und nicht jede Idee, die in Herzogs Küche einbricht, hat mit dem Kino zu tun. „Es gibt ja auch viele Dinge“, sagt er, „die sollen eben nicht Kino sein, sondern einfach nur Leben, ruhiges oder ungeschlachtes, wüstes Leben.“ Sein ganz eigenes heiliges Land möglicherweise, wie die Berge in Bayern und anderswo.

Keine Suche

Werner Herzog wird im September siebzig. Er hat, einschließlich seiner kurzen und seiner Fernseharbeiten, zweiundsechzig Filme gedreht, das ist der Stand von heute, es werden unablässig mehr. Zwölf allein umfasst seine Filmographie seit 2005, davon schafften es gerade mal „Bad Lieutenant - Port of Call“ und „Höhle der vergessenen Träume“ bei uns in die Kinos. Wenn man bis 1999 und noch mal sieben Filme zurückgeht, kommt noch einer hinzu, „Mein liebster Feind“, seine Auseinandersetzung mit Klaus Kinski. Herzog zuckt mit den Schultern. „Es spielt keine Rolle. Für mich nicht, für die Filme nicht und für Deutschland auch nicht.“

Könnte es sein, dass Werner Herzog bescheiden ist? Ausgeschlossen. Er will aber nicht in seinem privatem Empfinden erkannt oder auch nur vermutet werden. Die große Einsamkeit, die auch in den „Death Row“-Filmen zu spüren ist, gehört zu den Filmen, zu der Situation, in die Bilder. Sie sagt nichts über ihn. Wenn ihm Preise und Auszeichnungen einerlei sind, heißt das, er ist als Person nicht kränkbar, wenn die Preise ausbleiben. Er sagt, er sei sogar stolz darauf, dass etwa die legendären „Cahiers du Cinema“, deren Chefredakteur ihn kürzlich besuchte, zwischen 1987 und 2010 keine Zeile über ihn oder einen seiner Filme veröffentlicht haben. Stimmt das wirklich? „O ja.“ Er grinst.

Jemand, der so arbeitet wie Herzog, dachte ich, muss auf der Suche sein. Aber Herzog sucht nichts. „Ich versuche nach wie vor, ein guter Soldat des Kinos zu sein“, sagt er. „Das ist eine Position. Keine Suche. Letztes Jahr habe ich sechs Filme gedreht, war Darsteller in einem, habe die Filmschule gemacht und die Installation im Whitney, und bei alldem habe ich nichts gesucht. Ich mache, was am dringlichsten daherkommt.“

„Sie sind doch Künstler!“

Der Film, in dem er als Darsteller dabei ist, heißt „One Shot“. Herzog spielt den bösen Gegenspieler des guten Tom Cruise, was ihm offenbar einigen Spaß gemacht hat. Regie bei der Lee-Childs-Verfilmung führt Christopher McQuarrie. Er hat das Drehbuch zu der „Operation Walküre“ und den „Üblichen Verdächtigen“ geschrieben, dies ist sein zweiter Film als Regisseur. Herzog glaubt, er werde sicher ein Erfolg.

Die Filmschule ist ein jährliches Intensivseminar, das an wechselnden Orten stattfindet und aus dem alle elektronischen Geräte verbannt sind. Dafür widmet sich Herzog jedem einzelnen der Teilnehmer, sucht sie persönlich aus und gibt Ratschläge wie diesen: „Verdien irgendwie 10 000 Dollar und mach diesen Film!“ Einen Studenten, der diesem Rat folgte, traf Herzog, so erzählt er, als Gast der Berlinale wieder, als er dort vor zwei Jahren der Jury vorsaß.

Und die Installation im Whitney Museum in New York - wie es dazu kam, dass Herzog überhaupt an dieser Ausstellung teilnahm, hört sich in seinen Worten so an: „Das Whitney Museum lud mich ein, für die Biennale eine Installation zu machen. Ich sagte: ,Ich kenne das Whitney nicht.’ Und die: ,Ja, gehen Sie denn nicht in Museen?’ ,Nein’, sagte ich. ,Sie sind doch Künstler!’ Ich sagte: ,Nein, ich bin kein Künstler, ich bin Soldat.’“

Die ekstatische Wahrheit

Er hat die Installation dann doch gemacht. Sie heißt „Hearsay of the Soul“ (Hörensagen der Seele). Man betritt sie durch einen schweren Plastikvorhang, der das Licht und die Geräusche der ansonsten brüllenden Exponate dieser Zweijahresschau zeitgenössischer amerikanischer Kunst draußen hält. Auf fünf Leinwände sind wechselnde Radierungen von Hercules Seghers projiziert, einem Zeitgenossen Rembrandts.

Nur 183 teilweise handkolorierte Radierungen und eine Handvoll Gemälde sind von Seghers erhalten, er ist ein fast Vergessener, von dem die Kuratoren dieser Ausstellung noch nie gehört hatten. „Woher kannten Sie Seghers denn, wenn Sie nie ins Museum gehen“, frage ich. „Irgendwo müssen Sie diesen Bildern doch begegnet sein?“ Herzog antwortet, in diesem Fall sei es ein Buch gewesen. „Das geht Jahrzehnte zurück. Aber diese Leute finde ich.“ Herzog ist ja auch der festen Überzeugung, selbst wenn er nur zwei Filme im Jahr sehe, entgehe ihm nichts, was Größe haben könnte.

Im Whitney Museum herrscht in seinem Raum große Stille, obwohl sich der Komponist Ernst Reijseger am Cello in Ekstase spielt und der Jazzpianist Harmen Fraanje der Orgel nicht nur zarte Töne entlockt. Ihnen gehört jeweils einer der Videokanäle, als spielten sie in getrennten Räumen, und was sie spielen, erkennen wir teilweise wieder, aus Herzogs Chauvet-Film oder auch aus seiner „Ode to the Dawn of Men“, bevor am Schluss dann Händel einsetzt mit einem „Dank sei Dir, Gott“. Zwanzig Radierungen von Seghers werden am Ende über die Leinwände gewandert sein, sämtlich Phantasielandschaften, viele von ihnen gebirgig.

Vielleicht spüren wir Stille, weil die Bilder von so großer Leere sind, von so großer Einsamkeit in ihrer schraffierten Bleichheit, die auch die düsteren umschließt. Es sind Landschaften, die etwas Träumerisches haben und von inneren Zuständen künden. Angst hat darin Platz und Zerstörung und ein großer Ernst, aber im Zusammenklang mit der Musik eben auch etwas Ekstatisches, möglicherweise das, was Herzog mit einem Lieblingsbegriff die „ekstatische Wahrheit“ nennt, angesichts derer zumindest im Kino die faktische Wahrheit einem „nur noch aus den Ohren staubt“. Noch ein heiliges Land vielleicht.

Rechte Hand des Zauderers

Herzog glaubt, die Installation werde „Kreise ziehen“, es werde sicher bald einmal eine Seghers-Ausstellung geben, und neben Einladungen von anderen Museen sei auch die Anfrage bei ihm eingegangen, ob das Whitney Museum seine Installation behalten könne, „weil sie so ein Anziehungspunkt ist“. Selbst ein öffentliches Gespräch mit den Kuratoren hat Herzog, der Soldat, Mitte Mai geführt.

Bleibt er dabei, dass er nirgendwo dazugehören will? Er überlegt noch einmal. „Ich könnte nur zitieren, wo ich gern dabei gewesen wäre. In der Geschichte. Zum Beispiel unter Fabius Maximus, dem Zauderer, der bis heute in der Geschichte eigentlich verhöhnt wird. Er hat aber Rom beziehungsweise das Abendland vor Hannibal gerettet.“ Herzog wäre gern die rechte Hand von Fabius Maximus gewesen. Man darf sich die Aufgaben der rechten Hand des Zauderers als anstrengende, körperliche Angelegenheit vorstellen. Auch Filmemachen, sagt Herzog, ist vor allem ein physischer Akt. Es geht in die Knie und in die Oberschenkel.

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Jahrgang 1955, Redakteurin im Feuilleton.

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