Werner Herzog lebt und arbeitet für das Kino, ob man ihn beachtet oder nicht. In Deutschland beachtet man ihn nicht so sehr. Jetzt wird er mit dem Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises ausgezeichnet - ein Porträt.
Von Verena Lueken, Los AngelesRichtlinien für Lesermeinungen
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Schade, dass es ihm hier zu eng geworden ist. Schade und irgendwo verständlich.
Deutschland mit seinem Wahn alles sozial zu nivellieren ist ein denkbar
schlechtes Pflaster für Genies. Und so gehn se uns eben aus. Unter
dem Kaiser war die Geniedichte ungleich größer, check?
Herzogs Fitzcarraldo hat mein Verständnis von Kino
grundsätzlich neu geschrieben, eine Art Filmtraum, in dem zumindest
meine Wenigkeit völlig versinkt und jedes Einzelbild der Filmrolle
und jeden Ton genießt, als wäre es das Letzte auf dieser Welt
was man in einem lebenswerten Leben zu hören und sehen bekommt.
Übergroß. Mehr kann ein Mensch nicht leisten.
Ach so, ich hab sogar eine nette Deutung mit ein wenig Tiefgang für
die von Herzog angeblich unverstandene Metapher bezüglich des
Schiffes und des Berges gefunden, halte mich aber für viel zu
unwürdig, des großen Meisters Werke in der
Öffentlichkeit zu interpretieren.
Danke Werner Herzog.
Werner Herzogs Filme sind im deutschen Kinobetrieb sträflich
unterrepräsentiert - das ist richtig. Gut, dass die Frankfurter
Allgemeine darauf hinweist und dem mit dem Luxus eines ganzseitigen
Features entgegen arbeitet.
Aber man sollte Herzogs Präsenz im hiesigen Kino nicht kleiner
reden, als sie ist: 3 Kinostarts in den vergangenen 25 Jahren? Ich
zähle schon für die vergangenen 13 Jahre doppelt so viele:
"Mein liebster Feind" (1999), der Spielfilm
"Unbesiegbar" (2001), die Dokumentationen "Rad der
Zeit" (2003) und "The White Diamond" (2004), dann der
Spielfilm "Bad Lieutenant" (2009) und der 3D-Film" Die
Höhle der vergessenen Träume" (2011) liefen allesamt
regulär im deutschen Kino.
Mit freundlichem Gruß,
Thomas Groh