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Anton Corbijns James-Dean-Film : Wenn die Legende zum Foto wird

  • -Aktualisiert am

James Dean (Dane DeHaan) und Dennis Stock (Robert Pattinson) in „Life“ Bild: © SquareOne/Universum

Es ging ihm gar nicht nur um James Dean: Der Regisseur und Fotograf Anton Corbijn im Gespräch über das berühmte Bild vom Times Square, seinen neuen Film „Life“ und über die Zukunft der Fotografie.

          Am 30. September 2015 jährt sich James Deans tragischer Unfalltod zum 60. Mal. Sein kurzes, bewegtes Leben erzeugte einen Mythos, der bis heute ungebrochen ist. Die Geschichte von James Dean ist jedoch ohne die Fotos von Dennis Stock für das „Life“-Magazin kaum vorstellbar. Der Zufall brachte die beiden jungen Männer zusammen. Dean widersetzte sich Stocks Fotoauftrag so lange, bis zwischen den beiden ein gewisses Vertrauen entstanden war. Dean starb wenige Monate später, die Fotos in „Life“ bescherten Dennis Stock eine lange Karriere.

          Vor diesem Hintergrund ist Anton Corbijn eine naheliegende Wahl für die Regie des ambitionierten Biopics „Life“. Der 60-Jährige hatte als Fotograf Musiker von den Stones über U2 bis Frank Sinatra vor seiner Kamera, bevor er 2007 mit „Control“, einer Hommage an die Band Joy Division, zum ersten Mal Regie führte. In „Life“ mit Dane de Haan als Dean und Robert Pattinson als Stock erzählt er, wie die berühmten Bilder am Tag vor der Premiere von „Jenseits von Eden“ am Times Square entstanden.

          Sind Sie als Fotograf je über den Namen Dennis Stock gestolpert?

          Vor drei Jahren etwa. (lacht) Das ist schon komisch, denn das berühmte Bild am Times Square kannte ich natürlich. Doch den Namen des Fotografen hatte ich mir nie gemerkt. Inzwischen habe ich mich mit seinem Werk intensiv beschäftigt und fühle sogar eine Verwandtschaft zu seiner Herangehensweise.

          Worin liegt die?

          Als ich mit der Fotografie anfing, habe ich mich stilistisch auch in die dokumentarische Richtung bewegt. Das lag daran, dass ich etwas schüchtern war. Ich mochte mich nicht direkt in das einmischen, was vor meiner Linse passierte. Trotzdem waren die Bilder nie rein dokumentarisch, sie wirkten nur so. Auch in den Arbeiten von Stock stößt man selten auf klassische Porträts. Der Hintergrund hat immer eine zusätzliche Aussagekraft.

          Wie kommt es, dass Sie bei einem Biopic über eine Legende wie Dean kein dokumentarisches Material benutzt haben?

          Die Rechte dafür haben wir nicht, das wäre auch ein anderer Film geworden. Viele kennen James Dean durch seine Filme. Mir ging es darum, einen anderen, den realen James Dean zu zeigen.

          Was hat Sie so daran gereizt, Ihre Vision von James Dean auf die Leinwand zu bringen?

          Ehrlich gesagt stand James Dean sogar nur an zweiter Stelle. Mir ging es generell darum, einen Film über jemanden zu machen, der im Blick der Öffentlichkeit stand. Ich bin nun mal von Natur aus Fotograf, deshalb hat mich dieser Aspekt, dass der Fotograf Dennis Stock James Dean für ein Shooting gewinnen wollte, angesprochen – und besonders wie es ist, wenn man mit jemanden über diese eine Fotosession hinaus zusammenarbeitet. Im Film ist es interessant, dass Stock glaubt, Dean einen Gefallen zu tun, und Dean denkt dasselbe, weil er dem Fotografen erlaubt, Fotos von sich zu machen.

          Kurz bevor das Bild am Times Square entstand - Dean & Stock
          Kurz bevor das Bild am Times Square entstand - Dean & Stock : Bild: © SquareOne/Universum

          Wer hat Ihrer Meinung nach mehr profitiert?

          Der Fotograf hat den größeren Nutzen.

          Deckt sich das mit Ihrer eigenen Erfahrung?

          Unbedingt.

          Wie schwierig war es, die ikonischen Fotos in die Fiktion des Films zu integrieren?

          Wir haben in Farbe gedreht, während Dennis Stocks Fotos schwarz-weiß gehalten sind, sodass der Zuschauer nachvollziehen kann, wie er das Gesehene umgesetzt hat. Wir haben um diese Fotos herum Szenen entworfen, sodass man sich vorstellen kann, wie sie entstanden sein könnten. Um die Kraft der Fotos besser zu verdeutlichen, haben wir diesen Kontrast zwischen seiner Schwarz-Weiß-Welt und der farbigen Umwelt gewählt.

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