20.10.2004 · „Meinungslosigkeit“ und ein „Mangel an Erzählhaltung“, der in den Zuschauern Verständnis für die Täter wecke: Heftige Kritik übt Regisseur Wim Wenders an Bernd Eichinger und seinem Hitler-Film „Der Untergang“.
Regisseur Wim Wenders wirft den Machern des Films „Der Untergang“ Verharmlosung und Meinungslosigkeit vor. Wenders schreibt in der am Donnerstag erscheinenden Wochenzeitung „Die Zeit“, der Film von Drehbuchautor und Produzent Bernd Eichinger habe „von allem keine Meinung, vor allem nicht vom Faschismus oder von Hitler“.
Ein „Mangel an Erzählhaltung“ führe die Zuschauer in ein schwarzes Loch, in dem sie auf beinahe unmerkliche Weise dazu gebracht würden, „diese Zeit doch irgendwie aus der Sicht der Täter zu sehen, zumindest mit einem wohlwollenden Verständnis für sie“, kritisiert Wenders.
„Der Untergang“ beruht auf dem gleichnamigen Buch von Joachim Fest und auf den Erinnerungen „Bis zur letzten Stunde“ von Hitlers Sekretärin Traudl Junge. Das Historiendrama über die letzten Tage von Adolf Hitler im Führerbunker ist Mitte September in den deutschen Kinos angelaufen und hat bereits an seinem Startwochenende die Spitze der deutschen Kinocharts erobert.