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Kino Kassenschlager: Winnetou feiert seine Wiederauferstehung

 ·  Überraschungserfolg für einen neuen „Winnetou“. Die Karl-May-Persiflage „Der Schuh des Manitu“ zieht über eine Million Fans in die Kinos.

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Winnetou ist wieder auferstanden. Wenn auch wohl etwas anders, als ihn seine Fans in Erinnerung haben mögen. Der Häuptling der Apachen spricht neuerdings nicht nur perfekt bayrisch, sondern kann auch mit einem schwulen Zwillingsbruder, etwas anzüglich Winnetouch genannt, aufwarten.

Eingefleischte Karl-May-Fans scheinen solche merkwürdigen Reinkarnations-Prozesse jedoch nicht weiter zu stören. Die Winnetou-Parodie des Films „Der Schuh des Manitu" eroberte sich am vergangenen Wochenende überraschend den ersten Platz in den deutschen Kino-Charts. Zum Start pilgerten 203.000 Zuschauer in die Kinos und bescherten dem neuen Häuptling den besten Kinostart einer deutschen Produktion überhaupt. Mittlerweile haben rund eine Million Indianer-Fans den Film gesehen.

Totgeglaubte leben länger

Der Tag, an dem Winnetou starb, bleibt wohl allen echten Fans unvergesslich. Mit ein bisschen Fantasie kann man sich vorstellen, wie viele Tränen damals geflossen sein mögen. Und eigentlich hatte schon niemand mehr an eine Wiedergeburt des sagenumwobenen Indianerhäuptlings geglaubt. Um dem altvertrauten Held aus Kindertagen eine Reminiszenz zu erweisen, pilgerten ganz Eifrige mit Kind und Kegel ab und zu nach Bad Segeberg. Aber für die meisten lebte der große Friedensstifter bestenfalls in der Fantasie weiter.

Nun scheinen die Tränen endgültig zu trocknen. Denn Michael Herbig, Regisseur, Produzent, Autor und zweifacher Hauptdarsteller im „Schuh des Manitu“, hat offensichtlich das Rezept entdeckt, wie man alte und neue Winnetou-Anhänger glücklich machen kann.

Seine Karl-May-Persiflage ist eine gezielte Großoffensive auf das Zwerchfell. Die Zuschauer werden gnadenlos an den Marterpfahl des schrägen Humors gebunden und mit Lachsalven beschossen. Im Kampfspektakel jagt ein Gag den nächsten, und sein „Winnetou“ entpuppt sich als ein echtes Slapstick-Talent.

Winnetous Verjüngungskur

Als - wie er selbst sagt - „bekennender Winnetou-Fan“ hatte Herbig seinen bayerisch sprechenden Winnetou & Old Shatterhand-Figuren in der Comedy-Sendung „Bullyparade“ bereits ein Fernsehpublikum verschafft. Auf der großen Kinoleinwand entlockt er nun dem Stoff ganz neuzeitliche Dimensionen.

Sein Winnetou heißt Abahachi und präsentiert sich als wahrlich moderner Zeitgenosse. Wirtschaftlich versiert begibt er sich unter die Gründer, um ein „Stamm-Lokal“ zu eröffnen. Von einem Immobilien-Gauner übers Ohr gehauen, sieht er sich schon bald von seinen Gläubigern verfolgt - den Schoschonen.

Wer partout keine Ähnlichkeit zwischen dem „Schuh des Manitu“ und dem „Der Schatz im Silbersee“ erkennen mag, dem hilft nur eins: noch mal bei Karl May nachlesen.

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