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Kino „Der Untergang“ sorgt für volle Säle

17.09.2004 ·  Bundesweit über 100.000 Besucher fand Bernd Eichingers Film „Der Untergang“ an seinem ersten Tag in den Kinos. Die meisten Reaktionen aus dem Publikum seien positiv gewesen, heißt es.

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Der mit Spannung erwartete Hitler-Film „Der Untergang“ hat die Menschen zum Bundesstart in Scharen in die Kinos gelockt. Ob Hamburg, Berlin, Leipzig oder Dortmund: Überall gab es am Donnerstag meist ausverkaufte Säle, wie eine dpa-Umfrage ergab.

Die Constantin Film AG (München) sprach von einem sensationellen Erfolg. „Wir hatten bundesweit über 100.000 Besucher“, sagte Constantin-Vorstandsmitglied Thomas Friedl am Freitag. Bei den meisten Kinogängern löste der Film Beklemmung und Nachdenklichkeit aus. Viele Zuschauer blieben während des Abspanns schweigend sitzen. Einige weinten, in Kiel verließ eine junge Frau schluchzend den Saal.

Der von Bernd Eichinger produzierte Film mit Bruno Ganz in der Hauptrolle schildert die letzten Tage Hitlers im Führerbunker in Berlin. Er basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch des Historikers Joachim Fest und den Erinnerungen der Hitler-Sekretärin Traudl Junge. Neben Ganz und Alexandra Maria Lara als Traudl Junge spielen Corinna Harfouch und Ulrich Matthes als das Ehepaar Goebbels sowie Juliane Köhler als Eva Braun mit. Regie führte Oliver Hirschbiegel.

Lob von Kohl

Positiv sei, daß der Film in ganz Deutschland gut angekommen sei, sagte Friedl. Auch junge Leute hätten ihn sich angeschaut. Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) lobte den Film in der „Bild“-Zeitung (Freitag): „Der Film mußte gedreht werden, und ich hoffe, daß ihn möglichst viele sehen.“ Es sei ein wichtiger Film, denn er vermittle der jungen Generation eine Vorstellung davon, wie sehr die Menschen vom Nationalsozialismus verführt worden seien.

Dagegen kritisierte der Publizist und Fachautor Ernst Klee den Film scharf. Eine auf Hitler zentrierte Deutung greife viel zu kurz, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“ (Samstag). Hilfreich sei dagegen der genaue Blick auf die vielen Einzeltäter, die sich nach 1945 auf den Führerwillen berufen hätten, um sich reinzuwaschen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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