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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Kempowski, McEwan, Amis Alte Meister

 ·  Drei Autoren im besten und hochsouveränen Schriftstelleralter: Walter Kempowski, Ian McEwan und Martin Amis erlauben höchst persönliche und exemplarische Blicke auf das Feld ihrer Zeit.

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Meist ist die Höhe des Könnens ein Gipfel, der alles Bisherige, aber auch alles Weitere überragt - einmal erklommen, schafft mancher es nie wieder in vergleichbare Höhen.

Das gilt glücklicherweise weder für Ian McEwans Roman „Saturday“ noch für Walter Kempowskis „Abgesang '45“, den stimmgewaltigen Abschluß des „Echolot“, oder für „Die Hauptsachen“ von Martin Amis, einen Erinnerungsband von Sohn zu Vater. So verschieden die Genres dieser drei Meisterwerke auch sind - Roman, kollektives Tagebuch und Autobiographie -, so zeigen sie doch ihre Autoren nicht nur im besten, weil hochsouveränen Schriftstelleralter. Denn jedes der drei Bücher ist gewissermaßen auch Stellvertreter einer Generation.

Amis und McEwan verhandeln die Hauptsachen des Lebens auf höchst unterschiedliche, doch ebenbürtige Weise, der erste anhand der eigenen, der andere mit Hilfe einer Musterfamilie. Kempowski hat mit seinem kollektiven Tagebuch einer Generation ein sprechendes Denkmal gesetzt, der zuvor niemand gerecht geworden ist. Und so erlauben uns diese drei Großmeister den höchst persönlichen, zugleich exemplarischen Blick auf das Feld ihrer Zeit.

Walter Kempowski: „Das Echolot. Abgesang '45“. Ein kollektives Tagebuch. Albrecht Knaus Verlag, München 2005. 492 S., geb., 49,90 Euro.

Ian McEwan: „Saturday“. Roman. Aus dem Englischen von Bernhard Robben. Diogenes Verlag, Zürich 2005. 386 S., geb., 19,90 Euro.

Martin Amis: „Die Hauptsachen“. Aus dem Englischen von Werner Schmitz. Hanser Verlag, München 2005. 455 S., geb., 24,90 Euro.

Quelle: fvl / 25-11-2005, F.A.Z., Literatur (Literaturbeilage), Seite L4
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