25.05.2004 · Die gigantische Flutwelle, die in Roland Emmerichs Blockbuster „The Day After Tomorrow“ New York verschlingt, hat ein deutsches Vorbild: Das Hochwasser im sächsischen Pirna inspirierte die Tricktechniker.
Der amerikanische Klimakatastrophenfilm „The Day After Tomorrow“ hat nicht nur einen deutschen Regisseur: Auch die riesige Flutwelle, die in dem Film von Roland Emmerich durch die Straßen von New York rauscht, stammt quasi aus Deutschland.
Der Film sei inspiriert von den reißenden Fluten des Flüßchens Gottleuba, die im Sommer 2002 das Zentrum der sächsischen Stadt Pirna bei Dresden überschwemmten, sagte ein Stadtsprecher am Dienstag in Pirna. Er bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der „Sächsischen Zeitung“.
Michael Möbius, in Los Angeles lebender Künstler und 3D-Fotograf, hielt sich dem Bericht zufolge zu dieser Zeit gerade in seinem Geburtsort Pirna auf und schoß zahlreiche Fotos mit einer speziellen 3D-Kamera. Die Fotos zeigte er später seinem Freund Daniel Fazel, einem Computer-Animateur, der in Roland Emmerichs Filmen für die Spezialeffekte sorgt. Fazel sei begeistert gewesen, da es kaum vergleichbare dreidimensionale Aufnahmen gebe, nach denen im Computer die monströsen Hollywood-Wellen geklont werden können.
Die Flutwelle der Gottleuba wird also vom Donnerstag an in den Kinos der Welt zu sehen sein. Digitalisiert, hundertfach vergrößert und dramatisiert, wie der Sprecher der Stadt Pirna betont. „Bei uns in der Stadt hat es keine Menschen gegeben, die schreiend vor den Wellen davonrennen mußten.“