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Karadzic, Heim, Bin Ladin Gesucht: Kriegsverbrecher

Wo verstecken sich Kriegsverbrecher, wie tarnen sie sich? Efraim Zuroff, Leiter des Simon-Wiesenthal-Zentrums, Tel Aviv, über die Suche nach dem KZ-Arzt Aribert Heim, die Ergreifung von Radovan Karadzic, Usama Bin Ladin und den Fall Milivoj Asner.

© dpa Vergrößern Der frühere KZ-Arzt Aribert Heim

Wo verstecken sich Kriegsverbrecher, wie tarnen sie sich? Efraim Zuroff, Leiter des Simon-Wiesenthal-Zentrums, Tel Aviv, über die Suche nach dem KZ-Arzt Aribert Heim, die Ergreifung von Radovan Karadzic, Usama Bin Ladin und den Fall Milivoj Asner.

Sie sind eben von einer Reise nach Argentinien und Chile zurückgekehrt, wo Sie waren, um die Suche nach Aribert Heim voranzutreiben. Er war Arzt im KZ Mauthausen, sehr grausam, auf der Liste der meistgesuchten NS-Verbrecher des Simon-Wiesenthal-Zentrums ist er die Nummer eins. Gibt es Neuigkeiten?

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Wir haben ein paar Tipps bekommen, die ziemlich aussichtsreich erscheinen, darunter mindestens zwei Menschen, die behaupten, Aribert Heim vor relativ kurzer Zeit gesehen zu haben, und ihre Beschreibung von ihm passt genau.

Milivoj Asner © AP Vergrößern Milivoj Asner im November 2004 in Klagenfurt

Woher wussten sie, wer er ist?

Sie hatten die Bilder gesehen, die wir veröffentlicht haben.

Sie gehen also davon aus, dass er noch am Leben ist. Er wäre heute 94 Jahre alt.

Es gibt noch mehr Gründe, das anzunehmen, als diese zwei Sichtungen. Eine der Quellen erschien mir übrigens sehr glaubwürdig, die andere etwas weniger. Man muss jeder Spur einzeln nachgehen. Wir untersuchen jeden Hinweis sehr gründlich und hoffen, ihn in den nächsten Wochen zu kriegen.

Wo, glauben Sie, hält er sich auf?

Ich würde auf Chile wetten. Irgendwo in der Umgebung von Puerto Montt, Puerto Varas.

Warum haben Sie ihn noch nicht?

Hören Sie, wir hatten nie vor, Aribert Heim in einem Koffer mit uns nach Hause zu nehmen. Sie müssen verstehen, wie das läuft. Für diese Reise hatte ich zwei Ziele: Eines war es, die Anzeigenkampagne mit seinem Foto zu lancieren, die wir nächste Woche in Chile starten - vor allem in Lokalblättern, um auf diese Weise publik zu machen, dass es eine sehr hohe Belohnung für Informationen gibt, die zur Ergreifung Heims führen, 315.000 Euro. Das andere Ziel war, mich mit Behörden in Chile und Argentinien zu treffen, um sie dazu zu bringen, diese Ermittlung zu führen, als wäre es ihre eigene. Bisher handeln sie dabei ja nur im Auftrag von Deutschland. Und ich glaube, es ist ein Unterschied, ob man eine eigene Untersuchung führt oder nur im Auftrag einer anderen Regierung handelt.

Und wie haben sie reagiert?

Sehr gut. Wir mussten nicht hart arbeiten. Sie hatten schon Schritte in dieser Richtung unternommen, wenn sie nicht sogar schon dort waren.

Vor ein paar Tagen wurde Karadzic gefasst. Er lebte in Belgrad, mitten „unter uns“ sozusagen. Ist das das sicherste Versteck?

Man darf dabei nicht übersehen, dass er nicht die ganze Zeit in Belgrad war. Er hat sich lange in Bosnien und Montenegro versteckt, also war das Ganze eine Entwicklung. Als er das Gefühl hatte, sich nicht länger auf die Leute verlassen zu können, unter denen er sich versteckte, musste er umziehen. Er ging nach Belgrad, natürlich war das ein Risiko. Einerseits scheint es ziemlich smart - die meisten Leute würden ihn dort nicht vermuten. Andererseits ist die Chance, erkannt zu werden, dort natürlich viel höher - also veränderte er sein Aussehen. Er sieht jetzt sehr anders aus als auf den Fotos von früher. Es ist ein Glücksspiel. Was immer so jemand tut, ist ein Glücksspiel.

Karadzic hat sich einen beachtlichen Bart wachsen lassen, um nicht erkannt zu werden. Ist das die übliche Tarnung?

Sicher, da wird viel mit Bärten oder Schnurrbärten gearbeitet.

Ist Ihnen ein Fall bekannt, wo jemand plastische Chirurgie angewandt hat, um seine Gesichtszüge zu verändern?

Nicht das Gesicht, aber John Demjanjuk zum Beispiel, der KZ-Aufseher, der in Israel verurteilt wurde und freikam, weil seine Identität nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, hat sich seine SS-Tätowierung chirurgisch entfernen lassen.

Möglicherweise hat Heim sich die Narbe entfernen lassen, die als sein unabänderliches Kennzeichen gilt - eine v-förmige Mensurnarbe auf der rechten Wange?

Könnte sein. Das wäre das Einfachste, was er machen könnte. Obwohl man mit einem solchen Eingriff Aufmerksamkeit erregt. Man braucht also einen Chirurgen, dem man absolut vertraut und der einen nicht verrät für 315.000 Euro.

Wo, glauben Sie, hält Usama Bin Ladin sich versteckt?

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