25.11.2005 · Peter Sloterdijk erzählt die kurze rabiate Geschichte der Globalisierung des Kapitals, Martin Heidegger schrieb Briefe an die Gattin, die Avantgarde sah sich als Speerspitze des Fortschritts.
Der Philosoph Peter Sloterdijk erzählt in seinem rhetorisch wieder ausgefeilten Buch die kurze rabiate Geschichte der Globalisierung des Kapitals, deren Gesetz auf der Weltausstellung 1851 gleichsam zu sehen war: als Londoner Kristallpalast.
Die Welt wurde in ein Innen und Außen geteilt. Wir selbst stehen nun im Weltinnenraum des Kapitals, und draußen warten Milliarden von Menschen, die hinein wollen. Das kann für die Bewohner drinnen letztlich nicht gut ausgehen.
Gut ausgegangen aber ist die Ehe zwischen Martin Heidegger und seiner Frau Elfride Petri, die sechs Jahrzehnte währte, trotz der Eskapaden des Mannes, der, wie der Briefwechsel mit seiner Frau zeigt, gerne ins dunkle philosophische Schwärmen geriet, wenn Neigungen, die sich anderswo als daheim ihren Platz zum Leben suchten, nicht an den Tag sollten.
Modelle eines nicht bürgerlichen Lebens und Schaffens untersucht der emeritierte Politikwissenschaftlicher Klaus von Beyme in seiner detaillierten Studie über die Avantgarden, in denen sich der Gedanke, Speerspitze des Fortschritts zu sein, jahrzehntelang fokussierte. Diese Stellung an der Front vom Leben als Kunst hatte ihre Schattenseiten: Sie war mit großen persönlichen Opfern verbunden.