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Kamerafahrt Es wird ernst

10.09.2001 ·  Von Liebe, Hass und anderen Kleinigkeiten erzählen die Filme, die in dieser Woche bundesweit im Kino anlaufen.

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Mehr Menschlichkeit wünschen sich zahlreiche Protagonisten der neuen Filme dieser Woche: Für ein bisschen mehr davon kämpfen beispielsweise acht Iranerinnen in dem preisgekrönten Film „Der Kreis“. Und auch der kleine Roboterjunge David in „A.I.“ sowie Agentin „Schully“ in „Haus Bellomont“ wünschen sich mehr von diesem Gefühl. Allzu menschlich geht's dagegen in der Komödie „Maybe Baby“ zu. Und im Horror-Film „Uzumaki“ liegen Tote verstümmelt in Waschmaschinen.

Der Kreis

Frauen haben es schwer im Iran, besonders solche, die nicht unauffällig bleiben: Was ihnen zustößt, wenn sie sichtbar werden, für den Arm des Gesetzes oder auch nur für den Nachbarn von nebenan, schildert Jafar Panahis Film „Der Kreis“. Er erzählt die Geschichte acht unterschiedlicher Teheranerinnen und ihren Versuch, als Frauen zu überleben.

Für seinen Beitrag „Der Kreis“ erhielt Regisseur Jafar Panahi vergangenes Jahr in Venedig den Goldenen Löwen. Die Idee zu dem Film wurde angeregt durch eine Zeitungsmeldung: Unkommentiert hatte man dort über den Selbstmord einer Mutter berichtet. In Panashis Heimat, dem Iran, darf der Film nicht gezeigt werden.

Der Kreis, Iran/Italien 2000, Regie: Jafar Panahi, Darsteller: Maryam Parvin Almani, Nargess Mamizadeh, Fereshteh Sadr Orfani

A.I. Künstliche Intelligenz

Wann ist ein Mensch ein Mensch? Sobald er Liebe empfindet oder Mitleid? Mit seinem neusten Werk, „A.I. Künstliche Intelligenz“, tastet sich Regisseur Steven Spielberg an solche existenzielle Fragen heran: Er erzählt die Gechichte des auf Liebe programierten Roboter-Kindes Davids, das von seinem eifersüchtigen und menschlichen „Halbbruder“ vertrieben wird. Selbstverständlich gibt Spielbergs allzu menschlicher Roboterjunge nicht auf: Er will sterblich werden.

Die Idee zu diesem Science-Fiction lieferte Steven Spielberg Regisseur-Kollege Stanley Kubrick, der mit seinerm letzten Film, der Buchadaption „Eyes Wide Shut“, für Furore sorgte.

A.I. Künstliche Intelligenz, USA 2001, Regie: Steven Spielberg, Schauspieler: Haley Joel Osment, Jude Law, Frances O'Connor

Haus Bellomont

Lilly Bart gehört zur New Yorker Oberschicht, doch ihr fehlt es an dem nötigen Kleingeld. Die Hochzeit mit einem reichen Verehrer könnte manches Problem lösen - wäre da nicht Anwalt Seldon. Außgerechnet in ihn hat sich die streitbare Schöne verliebt. Das Drama scheint programmiert.

Serien-Fans dürften überrascht sein: Akte-X-Protagonistin „Scully“ ist außnahmsweise einmal nicht auf Geisterjagd, stattdessen liebt und leidet die bekannte Schauspielerin als „berockte“ Feministin Lily Bart im prüden New York des frühen 20. Jahrhunderts.

Haus Bellomont, Großbritannien 2000, Regie: Terence Davies, Darsteller: Gillian Anderson, Eric Stoltz, Dan Aykroyd

Maybe Baby

Das Drama um die Zeugung findet immer wieder Eingang ins Erzählkino. So auch in der Komödie „Maybe Baby“. Weil Lucy und ihr Partner Sam nicht mehr die Lust, sondern nur noch ihren potentiellen Nachwuchs im Auge haben, gerät die Beziehung in die Krise: Vor lauter Kummer flirtet Lucy mit einem anderen und Sam missbraucht seine intimsten Beziehungserfahrungen für ein Drehbuch. Ob das gut geht?

Maybe Baby, Großbritannien/Frankreich 2000, Regie: Ben Elton, Darsteller: Hugh Laurie, Joely Richardson, Adrian Lester

Uzumaki

Shuichis Vater ist irgendwie anders; nicht nur, dass er von Sammelwut gepackt ist, den Gegenstand seiner Leidenschaft finden die Schulfreunde Kirie und Shuichi auch noch sonderbar: es sind Spiralen. Als sie dann auch noch der Vater so verbogen in der Waschmaschine vorfinden, macht sich Entsetzen breit. Der Albtraum beginnt.

Adaption des gleichnamigen Horror-Mangas von Junji Ito. Video-Künstler Higuchinsky setzte die Albtraumwelt des Comics mit einer in seinem Heimatland berühmten Schauspielerriege um.

Uzumaki, Japan 2000, Regie: Higuchinsky, Schauspieler: Eriko Hatsune, Fhi Fan, Ren Osugi

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