18.01.2012 · Man braucht das Amt des Bundespräsidenten weder aufzuwerten noch aufzugeben. Es hat eine einzigartige Ressource: Ansehen. Aber Christian Wulff kann sie nur noch eingeschränkt nutzen. Deswegen sollte er zurücktreten.
Von Dieter GrimmRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
die abhandlung verdient eine breite leserschaft. wir Deutsche könnten alle ein bisschen mehr von verfassungsrecht wissen. aber zurücktreten muss W. m.e. nicht. W. hat seinen ruf sicherlich beschädigt. der politische schaden wäre aber für unsere democratie sehr viel grösser. die medien sind's, die den schaden fortgesetzt vergrössern. tas de cochons , hat ein französischer autor in anderem zusammenhang einmal gesagt. peanuts-klauber und vermutlich immer ein bisschen neid.
Großartige Analyse in moderater Form aber deutlich der Inhalt.
Endlich! Dazu von herausragender Persönlichkeit unseres Landes. Die
sich um unser Land verdient gemacht hat. Bürger danken dem Richter!
Diese Frau Merkel hat mit k e i n e m Wort die Verfehlungen ihrer
Marionette erwähnt: sie missachtet damit viele Bürger! Sie hat
Wulff den Rücken gestärkt. Grund:
fällt "Der Falsche Präsident" (Spiegel) so ist
Schwarz-Gelb out.
"Fehler" Wulffs übrigens waren es nie- sondern es sind
eindeutige Verfehlungen.
(richtig,Jurist Grimm!). Letztere aber liegen im C h a r a k t e r
eines Menschen. Hauskredit und jede Menge Vorteilsnahmen schlimm genug-
aber wir Bürger erwarten in e r s t e r Linie Eigenschaften wie
Ehrlichkleit-Glaubwürdigkeit-Korrektheit,"Anständigkeit"
eben! Die Bürger zahlen zudem dafür. Bis an Wulffs
Lebensende. Sein Umgang mit der Wahrheit hat es gezeigt- es mangelt dem
Herrn an all diesen Tugenden. Ein Mann von Ehre? Ein
Bundespräsident? Ihre Moral Frau Merkel?
@ Mathias Goldstein: Ein Schuss in den Ofen
Herr Goldstein, Sie irren sich gewaltig, wenn Sie glauben, dass die
Verteidiger Wulffs in der Regel "rechtslastig" sind. Seine
Apologeten sind wohl zumeist kritiklose CDU-Fans, die die Tragweite des
Wulffschen Trauerspiels für Deutschland und die CDU nicht erkennen.
Sie irren sich auch, wenn Sie evtl. glauben, die CDU sei eine
"rechte" Partei. Spätestens seit Merkel, vielleicht schon
seit Geißler ist die CDU eine Linkspartei. Entsprechend stehen
Wulffs Parteinehmer eher links, auch wohl wegen seiner nationvergessenen
Äußerungen. Die sind ja bekanntlich Musik in den Ohren von
Leuten, die Deutschland eher heute als morgen abgeschafft sehen wollen.
Die meisten seiner scharfen Kritiker hier im Forum dürften
wertkonservative, also rechte Leute sein, die den durch Wulff
dokumentierten Sittenverfall nur ganz schwer ertragen können. Ich
gehöre auch zu ihnen und finde das gut so.
Ihre Polemik gegen "Rechts" ist also ein Schuss in den Ofen.
Wie auch sonst oft genug.
Auf dem Punkt gebracht - Danke Herr Grimm
Es ist traurig und beschaehmend zugleich, dass dieses Thema tagein,
tagaus in allen Medien
"durchgeleiert" wird. Fuer aktuellen Nachschub sorgt der
Verursacher weiterhin selbst. Von allen erdeklichen Aspekten wurde sich
dem Thema "Bundespraesident" mittlerweile genaehert und in
unzaehligen Talk-Show konnten sich Ruecktrittsbefuehrworter mit
persoenlichen Freunden des BP, Rede und Antwort stehen. Die
entscheidende Konsequenz blieb bis dato aus, und wird weiter
auf sich warten lassen, solange bis endlich der BP das zeigt, wofuer
der Repraesentant dieses Amtes im Wesentlichem stehen sollte; ein
moralisch gefestigter Charakter, bedingungslose Ehrlichkeit und
Glaubwuerdigkeit, ein gesundes Rechtsempfinden und Loyalitaet
gegenueber dem Volk. Vorbild- und Mahnerrolle koennen nach all den
bisher praesentierten, verunglueckten und peinlichen
"Rettungsversuchen" dort archiviert werden, wo die derzeitige Glaubwuerdigkeit
des BP liegt, im Keller. Mehr Schaden kann kaum noch angerichtet werden.
Gottähnlich
Langsam Herr Heiko Max.Alles was Sie fordern
"...ein moralisch gefestigter Charakter, bedingungslose Ehrlichkeit
und Glaubwuerdigkeit, ein gesundes Rechtsempfinden und Loyalitaet
gegenueber dem Volk."
Sicher meinen Sie,er muss ohne Fehler sein.Ein frommer Wunsch.Einen Gott
ähnlichen Menschen gibt es nicht.Selbst Heilige hatten alle ihre Schattenseiten.
PS:
"...Fuer aktuellen Nachschub sorgt der Verursacher weiterhin selbst..."
Stimmt nicht.Die Medien sorgen für Nachschub,auf die der
Bundespräsident ungeschickt reagiert.Und die Öffentlichkeit
nimmt an der Treibjagd mit Freuden Teil.Von wegen aus Sorge um die Demokratie.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich mal etwas loswerden:
Wäre es nicht schön,wenn mal über Wochen hinweg über
den Hunger und die Armut in der Welt diskutiert würde?Zugegeben,das
Thema gibt nicht viel her.Leider.
"Präsident Wulff dankt Kapitän Schettino für die Schlagzeilen"
Das war das erste was mir durch den Kopf gegangen war, als die Causa
Wulff erstmals durch die Schiffskatastrophe wieder von den Titelseiten
verdrängt wurde.
Wie soll so ein Mensch glaubwürdig Mitgefühl mit den Opfern
vermitteln, wenn er indirekt sogar davon profitiert, weil nicht mehr
selbst im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit. Das ist genau das
Ereignis gewesen auf das er und auch Kanzlerin Merkel als seine
wichtigste Stütze gesetzt hatten, nämlich das Ermüden des
Interesses an ihm.
Um so erfreulicher für mich die beindruckend sachliche Analyse des Ex-Verfassungsrichters.
Das Beharren auf das Amt empfinde ich als unerträglich,
frustrierend und rein machtpolitisch motiviert- sprich jenseits von
Moral und Anstand.
Wer hätte sich vorstellen können, diese Sätze von einem ehemaligen Verfassungsrichter über unseren Bundespräsidenten zu lesen: "Die Frage lautet vielmehr, ob diese Vergünstigungen auch gewährt worden wären, hätte der Begünstigte nicht ein hohes staatliches Amt innegehabt, und ob er danach noch frei ist, wenn Entscheidungen zu fällen sind, die die Interessen oder Erwartungen der Freunde betreffen. Schon der Anschein muss vermieden werden." ..."Aber die alten und neuen Versuche, Verfehlungen zu vertuschen oder als menschlich zu verharmlosen, schlagen auf die Amtsführung durch. Der Bundespräsident wird es schwer haben, die Werte, denen sich das Gemeinwesen verschrieben hat, noch glaubwürdig zu verkörpern. Als Vorbild scheidet er aus."...Um diese Würde ist es bei fortschreitender Diskussion still geworden, denn es lässt sich nicht verbergen, dass sie den Präsidenten zwar vor kleinlichen und gehässigen Angriffen Dritter schützt, aber nicht vor einer Selbstdemontage des Amtes."
"Aber viele Themen, gerade solche, die Anstand, Aufrichtigkeit und
Unabhängigkeit in der Politik betreffen, kann er nicht mehr
behandeln, ohne dass sich die Finger sofort auf ihn richten. Damit ist
er aber gerade in derjenigen Funktion betroffen, die ihm das Gehör
des Publikums und damit auch die Aufmerksamkeit der Politik verspricht.
Andere Amtsträger können ihn darin nicht ersetzen. Das sollte
zu der Einsicht führen, dass ein zeitiger Rücktritt dem
Verbleib in einem halbierten Amt vorzuziehen ist, im eigenen Interesse
und im Interesse des Ganzen."
Sehr geehrter Herr BP, diesem finalen Statement ist NICHTS
hinzuzufügen. HANDELN SIE endlich.
Ich habe im Laufe meines langen Lebens schon einige politische Skandale
aufmerksam mit verfolgt - aber dieser hier verstört mich nachhaltig:
- in meinem Bild vom "Rechtsstaat Deutschland", seit gestern
insbesondere, die deutschen Staatsanwaltschaften zeigen ihr wahres Gesicht...
- in meiner Vorstellung von einem kleinen Rest von Anstand der Politiker
- in meinem vielleicht naiven Glauben, dass wir alle daran arbeiten, in
einer "besseren" Gesellschaft - ohne staatlich
hochalimentierte Gauner und Tickser und Lügner - leben wollen
An die (rechtslastigen) Wulff-Verteidiger in diesem Forum
Im Wunsch, seinen Bundespräsisdenten zu verteidigen, versteigen
sich einige Mit-Foristen zu abenteuerlichen, ja üblen Argumenten.
Zwei Beispiele:
Herr Jürgen Bauers erklärt sich die Kritik an Wulff so:
Zitat: [...] sickert klar das Springer-Motiv durch: Islamhass und
Zionistengehorsam. "
So so, die "Zionisten" (etwa der Rat der Weisen von Zion?)
befehlen einem deutschen Presse-Konzern eine Kampagne gegen den
(übrigens islamphilen BP) und der "gehorcht". Da
hätte auch im "Stürmer" so stehen können.
Brauner Sud der übelsten Sorte.
Übrigens 19 Leser finden das Erklärungsmodell vom
"Zionistengehorsam" empfehlenswert.
___
Zweites Beispiel:
Dieter Grimm ist einer der geachtesten Juristen Deutschlands und sein
Gastbeitrag hier ist so unpolemisch und sachlich wie nur irgend
möglich. Aber Mitforist Peter Schäfer meint zu diesem Artikel:
(Zitat) " die FAZ VERKOMMT leider mehr und mehr zu reinem
personenbezogenem Kampagnenjournalismus"
Glückwunsch, Herr Wulff, zu diesen Apologeten!
Woher wollen Sie wissen....
@Herr Ulrich Wendel,dass @Herr Mathias Goldstein das ironisch meinte?das sollten Sie schon ihm überlassen,seine Aussage zu erklären.
Die rechtslastigen Verteidiger
@ Herrn Goldstein,
ich kann mir denken,was Sie mit rechtslastig meinen.Es ist wohl
klar,dass Sie auf der linken Seite ihre politische Heimat haben.Wenn
manche hier übers Ziel hinausschießen,sollte man das nicht
verallgemeinern wie Sie es tun.Dass Sie dem Bundespräsidenten zu
solchen Apologeten gratulieren,kann ich nur sagen,dass Ihnen scheinbar
der Begriff Apologet unbekannt ist.
"Heute wird der Begriff auch im weiteren Sinn genutzt für
einen auf gehobener, intellektueller oder wissenschaftlicher Ebene
argumentierenden Verteidiger einer Lehre oder Ideologie".Quelle:Wikipedia
Eine sehr gute und plausible Fundamentierung des geistigen Unwohlseins beim Gedanken, das Aussitzen dieser causa hätte Erfolg. Aber es ist ja nicht nur die causa Wulff, sondern ihre Bedeutung als Indikator eines neuen Politik-Systems, charakterisiert als Regierungs-/Parteien-Zirkus, beobachtbar durch einen ziemlich schussfesten Glaskasten.
Prof. Dr. Grimm - weltweit anerkannte juristische Persönlichkeit irrt im entscheidenden Punkt
Prof. Dr. Grimm ist weltweit bekannt. Er ist eine der bedeutensten
juristischen Persönlichkeiten in unserem Land. Seine Rede zur
Notwendigkeit einer Europäischen Verfassung durfte ich live
miterleben. In einem Seminar über den Rundfunk-Staatsvertrag
diskutierte er mit uns Studenten beim Abendessen in lockerer und
sympathischer Runde auf einem für ihn wohl eher bescheidenem
juristischen Niveau.
Aber in einem Punkt bin ich anderer Meinung. Nämlich das Gewicht
der freien Rede vor den Fernsehkameras. Hier unterschätzt Herr
Grimm meines Erachtens - wie viele andere auch, die Außenwirkung.
Das Volk nimmt nämlich hauptsächlich dieses Auftreten war und
beurteilt den Politiker danach. Das hat man bei Herrn Guttenberg bestens
miterleben können. Noch nichts geleistet, aber unheimlich beliebt.
Wird der Bundespräsident direkt gewählt wird er sehr viel
Macht haben. Mit hohen Einschaltquoten bei seinen Reden würde sich
die Politik und Medien viel stärker nach ihm richten. Eine echte
Stimme des Volke
Herr Willers, stimme Ihnen zu...
Es müsste dann ein Auswahlverfahren geben, wo die Kandidaten sich präsentieren.
Das geht letztlich damit einher, dass das Gewicht des BuPräs eine
Bedeutung erhält, die möglicherweise nicht gewollt ist und bei
den großen Parteien keine Zustimmung finden wird.
Als "Volk", Herr Willers, ...
nehmen Sie andere wahr als sich selber. Es ist bekannt, dass die arithmetische Mehrheit des ganzen Volkes zu einem ordentlichen Teil aus denen besteht, die sich vom augenblicklichen Phänotyp (Merkel, zu Guttenberg, Wulff, etc.) bestimmen lassen. Deswegen ist ein Rückhalt von arithmetischen 50 % wenig. Das sollten die wissen, die vom "Volk" als den anderen reden. Eine nach Beurteilungspotenz (kritisches System-, Biographie -, Vergleichswissen) gewichtete Quote käme zu einer ganz anderen Verteilung. Dann hätte Wulff geschätzt allenfalls 20 % Rückhalt. Eine Direktwahl wäre daher der falsche Weg, den Herr Grimm übrigens gar nicht favorisiert. Das Problem ist die verantwortungslose Instrumentalisierung des Amtes durch Parteien.
Die katholische Kirche ist da schon seit 1500 Jahren weiter
Im Kirchenrecht gibt es eine klare Trennung von Amt und Person.
Amtshandlungen sind auch dann wirksam, wenn der, der sie vorgenommen
hat, fehlte oder nichts damit zu tun haben wollte. Dies hat unter
anderem zur Folge, dass selbst ein Moslem einen zum Christen taufen
kann. Die Handlung, nicht das Ansehen der Person bestimmen das Ergebnis.
Moralisch perfekte Menschen kann es nicht geben. Das weiss die Kirche.
Daher auch die Beichte, die ja immer die moralische Fehlbarkeit
voraussetzt. Anders wir heutigen. Wir wollen den perfekten Menschen, den
perfekten, über jeglichen Verdacht erhabenen, unfehlbaren
Amtsträger. Den gibt es nicht und gab es nie.
Verquickt man Person und Amt zu sehr, dann gibt man sich letztlich einer
Selbsttäuschung hin. Es funktioniert nicht. Diktaturen zeichnen
sich übrigens dadurch aus, dass der Herrscher unfehlbar ist und zum
moralischen Maßstab des Staates aufgebaut wird.
Unwissenheit kann schnell zur Torheit werden
Die Trennung von Amt und Person beruht in der katholischen Lehre nicht auf moralischen Implikationen, also z.B. einer besonderen Milde gegenüber menschlicher Unzulänglichkeit, sondern darauf, dass der Priester die von ihm vollzogenen sakralen Handlungen, wie z.B. die Taufe, nicht im eigenen Namen sondern im Namen Gottes vollzieht. Insofern können persönliches Fehlverhalten oder moralische Defizite des Priesters natürlich keine Rückwirkungen auf die Sakramente haben, die ja nicht von ihm als Person sondern nur in Stellvertretung Gottes gespendet werden, sonst wäre eine Taufe im Nachhinein ungültig und müsste wiederholt werden. Interessanterweise gab es im 4 Jahrhundert einen die Kirche fast zerbrechenenden Streit in dieser Sache, der zwischen Katholiken und Donatisten sehr erbitter ausgetragen wurde, wobei sich die katholische Position durchgesetzt hat. Sollten Sie hierzu mehr wissen wollen, so empfiehlt sich die Lektüre des Biuches "De Civitate Dei" des großen Kirchenlehrers Augustinus
Aber dann gab es die Reformationen...
Es ist richtig, dass "die" Kirche - ich glaube, dass ist die
Selbstwahrnehmung der katholischen Richtung - schon vor langer Zeit die
Trennung von Amt und Person festgelegt und verteidigt hat. Egal wie
planlos, unmoralisch oder korrupt ein Priester ist: seine Handlungen
sind gültig, d.h. niemand kommt in die Hölle weil er sich vom
Falschen taufen lassen hat. Dito: Durch Herrn Wulff verliehene Orden
sind echt.
Aber selbst früher hat die Marschrichtung "top-down"
nicht funktioniert: Diverse Abspaltungen - sowohl in der Rückblende
als Häretiker als auch als Reformationen wahrgenommene - haben
genau diesen Kritikpunkt angebracht. Daher wurde im Konzil von Trient
auch gegen gesteuert und den Würdenträgern etwas mehr
Pflichterfüllung verordnet.
Die BRD ist keine Glaubensrichtung, und auch keine militärische
Organisation ("Man grüßt den Rang und nicht die
Person"). Daher ist eine gewisse Restintegrität von
Amtspersonen nicht von Schaden, wenn Demokratieverdrossenheit gemindert
werden soll
@ Andreas Hendel - das Staatsoberhaupt als moralischer Füher des Volkes?
Dass das Staatsoberhaupt dem Volk zugleich als moralischer Führer vorgesetzt wird, sollten wir "Gottesstaaten" wie dem Iran überlassen. Ansonsten finde ich Ihren Beitrag sehr gut.
Ich schlage vor, dass alle Behörden, die ein Konterfei des Herrn Wulff an der Wand hängen haben müssen, dieses abzuhängen oder umzudrehen. Daran könnte man messen, wie selbst die Beamtenschaft zu ihrem obersten Präsentanten steht. Allerdings sehe ich schwarz, denn mutige Aktionen dieser Art sind in diesen Kreisen nicht zu erwarten.
Wenn ich mir es so recht überlege denke ich, dass es dem Herrn
Bundespräsidenten Wulff materiell echt schlecht geht:
- Er kann sich keinen angemessenen Urlaub leisten
- Er kann sich keinen angemessenen Flug leisten
- Er kann sich kein angemessenes Haus leisten
- Er kann sich keine angemessene Party leisten
- Er kann sich kein Rutschauto für seinen Sohn leisten
Also ich denke man sollte mal bei sich zu Hause nachschauen, welche
Gegenstände Familie Wulff noch gebrauchen könnte und diese ihm
zukommen lassen.
Als Dank hat man Chancen auf eine tolle Sause im Schloss Belleveu oder
man darf ihn auf Auslandreisen begleiten!
TOLL ! Endlich mal ein volksnaher Präsident zum Anfassen!
Titel eingeben
Eingesammelte Rutschautos gelten nicht als Zahlungsmittel.Die Auslandsreise müssen Sie schon selbst bezahlen.
Wie nicht anders zu erwarten...
... schreibt Herr Grimm vollkommen sachlich und juristisch nüchtern, wie es sich für einen ehemaligen Verfassungsrichter gehört. Kein wesentlicher Aspekt bleibt unerwähnt. Eine Wohltat im Vergleich zu zahlreichen interessengeleiteten oder parteipolitisch gefärbten Einlassungen, die sich in den letzten Wochen mit Herrn Wulff, der sich selbst als glatte Fehlbesetzung für dieses Amt decouvriert hat, befasst haben. Die Schlussfolgerung von Herrn Grimm ist eine schallende Ohrfeige für Frau Merkel und die schwarz-gelbe Koalition. Vor allem aber ist der Tenor des Grimm-Urteils als ebenso sachlich wie politisch richtig zu bewerten. Ich fürchte nur, dass auch dieser Beitrag an der Jack Wolfskin-Jacke des (noch) amtierenden Bundespräsidenten abperlen wird.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2012 10:33 Uhr"Quod licet Jovi, non licet bovi" kennzeichnet völlig ausreichend die Situation und ihm braucht nichts mehr hinzugefügt werden.
Das Amtsverständnis von BP Wulff ist zu sehr juristisch geprägt, was ihn hindert, sein Amt würdig ..
... und wirksam ausüben zu können!
Formal gesehen gibt es bisher keine belastbaren Gründe, den BP zu
einem Rücktritt aufzufordern, auch von er den Anschein von
Vorteilsnahme weckte. Deshalb hat der Jurist in BP Wulff ihm auch
gesagt, dass ein Rücktritt nicht in Frage kommt. Das ist sein gutes
Recht! Auch kann er sich auf die schlanke Position eines Staatsnotares
zurückziehen. Er muss nicht die Qualitäten und den Anspruch
haben, wie Grimm es sich wünscht!
Die zentrale Frage, die sich BP Wulff aber stellen könnte, ist die
Frage, ob er würdevoll und wirksam zu agieren vermag. Je
länger die Diskussion über seine Person währt, desto
kleiner seine präsidiale Strahlwirkung in der Öffentlichkeit.
Ja, man könnte sagen, er schrumpft sein Amt, wenn er nicht mehr die
Werte und Traditionen der Nation vergegenwärtigt und aktiv
kommunizieren kann! Im Prinzip muss er nichts! Aber ist das eine
für ihn befriedigende Amtsführungsform? Dient er den
Interessen der ganzen Nation, wenn er sie spaltet?
Mit welcher Wertstellung /Tag) wurde das Konto von Frau G für den Scheck belastet?
Und mit welcher Wertstellung wurde es in welcher Höhe für erstmals gezahlte Zinsen erkannt? Diese beiden Daten sind zwangsläufig miteinander verbunden: Durch die Höhe des ersten Zinsbetrages.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2012 12:21 UhrHerr Spethmann, fragen Sie den beauftragten RA.
Ansonsten ist mir nicht bekannt, was eine "Wertstellung" mit
der üblichen "Mittelverwendung"
in Form eines Schecks zu tun hat.
Hat Herr Wulff bei Erhalt des Bundesbank-Schecks jemandem eine Quittung gegeben?
Dazu finde ich nirgendwo auf den 239 Seiten eine Erklärung. Solange ich die nicht habe, muss ich mit der Variante rechnen, dass Herr Wulff den Scheck überall hin hätte mitnehmen können. Denn ein schriftlicher Beleg dafür, dass er diesen Scheck erhalten hatte, lag nirgendwo vor - nirgendwo in diesen 239 Seiten. Oder sehe ich das falsch? Dann bitte ich um Aufklärung.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2012 12:42 UhrHerr Spethmann, ach Sie glauben, daß Herr Wulff sich ein schönes Leben mit dem
erhaltenen Scheck machen wollte! Meines Wissens hat der
Bundespräsident einen LZB (Filiale der Bundesbank) Scheck erhalten.
Sie meinen, Herr Wulff hätte SO EINFACH einen LZB Scheck erhalten,
um wie Dagobert Duck vor lauter Freude in seinen Geldspeicher zu hüpfen?!
LZB/Bundesbankschecks werden üblicherweise nur von Kreditinstituten
in Auftrag gegeben . Übrigens auch von der Schweiz nach Deutschland
.Es handelt sich in der Regel (Sicherheitsgründe) um
"Orderschecks", d. h. der -nachweisliche- Empfänger
quittiert auf der Rückseite des Schecks den Erhalt.