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Jurist Grimm zur Causa Wulff Der Bundespräsident

 ·  Man braucht das Amt des Bundespräsidenten weder aufzuwerten noch aufzugeben. Es hat eine einzigartige Ressource: Ansehen. Aber Christian Wulff kann sie nur noch eingeschränkt nutzen. Deswegen sollte er zurücktreten.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (102)

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hans HUEBER
hans HUEBER (HUEBER1) - 20.01.2012 15:15 Uhr

jurist Grimm causa Wulff

die abhandlung verdient eine breite leserschaft. wir Deutsche könnten alle ein bisschen mehr von verfassungsrecht wissen. aber zurücktreten muss W. m.e. nicht. W. hat seinen ruf sicherlich beschädigt. der politische schaden wäre aber für unsere democratie sehr viel grösser. die medien sind's, die den schaden fortgesetzt vergrössern. tas de cochons , hat ein französischer autor in anderem zusammenhang einmal gesagt. peanuts-klauber und vermutlich immer ein bisschen neid.

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Klaus Wuebben
Klaus Wuebben (Tutow) - 19.01.2012 21:31 Uhr

Jurist Grimm zur Causa Wulff

Großartige Analyse in moderater Form aber deutlich der Inhalt.
Endlich! Dazu von herausragender Persönlichkeit unseres Landes. Die sich um unser Land verdient gemacht hat. Bürger danken dem Richter!
Diese Frau Merkel hat mit k e i n e m Wort die Verfehlungen ihrer Marionette erwähnt: sie missachtet damit viele Bürger! Sie hat Wulff den Rücken gestärkt. Grund:
fällt "Der Falsche Präsident" (Spiegel) so ist Schwarz-Gelb out.
"Fehler" Wulffs übrigens waren es nie- sondern es sind eindeutige Verfehlungen.
(richtig,Jurist Grimm!). Letztere aber liegen im C h a r a k t e r eines Menschen. Hauskredit und jede Menge Vorteilsnahmen schlimm genug- aber wir Bürger erwarten in e r s t e r Linie Eigenschaften wie Ehrlichkleit-Glaubwürdigkeit-Korrektheit,"Anständigkeit" eben! Die Bürger zahlen zudem dafür. Bis an Wulffs Lebensende. Sein Umgang mit der Wahrheit hat es gezeigt- es mangelt dem Herrn an all diesen Tugenden. Ein Mann von Ehre? Ein Bundespräsident? Ihre Moral Frau Merkel?

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Gerhard Wruck
Gerhard Wruck (arbiter) - 19.01.2012 21:31 Uhr

@ Mathias Goldstein: Ein Schuss in den Ofen

Herr Goldstein, Sie irren sich gewaltig, wenn Sie glauben, dass die Verteidiger Wulffs in der Regel "rechtslastig" sind. Seine Apologeten sind wohl zumeist kritiklose CDU-Fans, die die Tragweite des Wulffschen Trauerspiels für Deutschland und die CDU nicht erkennen. Sie irren sich auch, wenn Sie evtl. glauben, die CDU sei eine "rechte" Partei. Spätestens seit Merkel, vielleicht schon seit Geißler ist die CDU eine Linkspartei. Entsprechend stehen Wulffs Parteinehmer eher links, auch wohl wegen seiner nationvergessenen Äußerungen. Die sind ja bekanntlich Musik in den Ohren von Leuten, die Deutschland eher heute als morgen abgeschafft sehen wollen. Die meisten seiner scharfen Kritiker hier im Forum dürften wertkonservative, also rechte Leute sein, die den durch Wulff dokumentierten Sittenverfall nur ganz schwer ertragen können. Ich gehöre auch zu ihnen und finde das gut so.
Ihre Polemik gegen "Rechts" ist also ein Schuss in den Ofen. Wie auch sonst oft genug.

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Heiko Max
Heiko Max (HeiMax) - 19.01.2012 15:52 Uhr

Auf dem Punkt gebracht - Danke Herr Grimm

Es ist traurig und beschaehmend zugleich, dass dieses Thema tagein, tagaus in allen Medien
"durchgeleiert" wird. Fuer aktuellen Nachschub sorgt der Verursacher weiterhin selbst. Von allen erdeklichen Aspekten wurde sich dem Thema "Bundespraesident" mittlerweile genaehert und in unzaehligen Talk-Show konnten sich Ruecktrittsbefuehrworter mit persoenlichen Freunden des BP, Rede und Antwort stehen. Die entscheidende Konsequenz blieb bis dato aus, und wird weiter
auf sich warten lassen, solange bis endlich der BP das zeigt, wofuer der Repraesentant dieses Amtes im Wesentlichem stehen sollte; ein moralisch gefestigter Charakter, bedingungslose Ehrlichkeit und Glaubwuerdigkeit, ein gesundes Rechtsempfinden und Loyalitaet gegenueber dem Volk. Vorbild- und Mahnerrolle koennen nach all den bisher praesentierten, verunglueckten und peinlichen "Rettungsversuchen" dort archiviert werden, wo die derzeitige Glaubwuerdigkeit
des BP liegt, im Keller. Mehr Schaden kann kaum noch angerichtet werden.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.01.2012 13:49 Uhr
Werner Ettenhuber

Gottähnlich

Langsam Herr Heiko Max.Alles was Sie fordern

"...ein moralisch gefestigter Charakter, bedingungslose Ehrlichkeit und Glaubwuerdigkeit, ein gesundes Rechtsempfinden und Loyalitaet gegenueber dem Volk."

Sicher meinen Sie,er muss ohne Fehler sein.Ein frommer Wunsch.Einen Gott ähnlichen Menschen gibt es nicht.Selbst Heilige hatten alle ihre Schattenseiten.

PS:
"...Fuer aktuellen Nachschub sorgt der Verursacher weiterhin selbst..."
Stimmt nicht.Die Medien sorgen für Nachschub,auf die der Bundespräsident ungeschickt reagiert.Und die Öffentlichkeit nimmt an der Treibjagd mit Freuden Teil.Von wegen aus Sorge um die Demokratie.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich mal etwas loswerden:
Wäre es nicht schön,wenn mal über Wochen hinweg über den Hunger und die Armut in der Welt diskutiert würde?Zugegeben,das Thema gibt nicht viel her.Leider.

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Peter Klose
Peter Klose (PeterX) - 19.01.2012 13:54 Uhr

"Präsident Wulff dankt Kapitän Schettino für die Schlagzeilen"

Das war das erste was mir durch den Kopf gegangen war, als die Causa Wulff erstmals durch die Schiffskatastrophe wieder von den Titelseiten verdrängt wurde.
Wie soll so ein Mensch glaubwürdig Mitgefühl mit den Opfern vermitteln, wenn er indirekt sogar davon profitiert, weil nicht mehr selbst im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit. Das ist genau das Ereignis gewesen auf das er und auch Kanzlerin Merkel als seine wichtigste Stütze gesetzt hatten, nämlich das Ermüden des Interesses an ihm.
Um so erfreulicher für mich die beindruckend sachliche Analyse des Ex-Verfassungsrichters.
Das Beharren auf das Amt empfinde ich als unerträglich, frustrierend und rein machtpolitisch motiviert- sprich jenseits von Moral und Anstand.

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Ralf Vormbaum

Ein einziges Desaster

Wer hätte sich vorstellen können, diese Sätze von einem ehemaligen Verfassungsrichter über unseren Bundespräsidenten zu lesen: "Die Frage lautet vielmehr, ob diese Vergünstigungen auch gewährt worden wären, hätte der Begünstigte nicht ein hohes staatliches Amt innegehabt, und ob er danach noch frei ist, wenn Entscheidungen zu fällen sind, die die Interessen oder Erwartungen der Freunde betreffen. Schon der Anschein muss vermieden werden." ..."Aber die alten und neuen Versuche, Verfehlungen zu vertuschen oder als menschlich zu verharmlosen, schlagen auf die Amtsführung durch. Der Bundespräsident wird es schwer haben, die Werte, denen sich das Gemeinwesen verschrieben hat, noch glaubwürdig zu verkörpern. Als Vorbild scheidet er aus."...Um diese Würde ist es bei fortschreitender Diskussion still geworden, denn es lässt sich nicht verbergen, dass sie den Präsidenten zwar vor kleinlichen und gehässigen Angriffen Dritter schützt, aber nicht vor einer Selbstdemontage des Amtes."

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gerd hodina
gerd hodina (hodger) - 19.01.2012 11:50 Uhr

Finales Statement

"Aber viele Themen, gerade solche, die Anstand, Aufrichtigkeit und Unabhängigkeit in der Politik betreffen, kann er nicht mehr behandeln, ohne dass sich die Finger sofort auf ihn richten. Damit ist er aber gerade in derjenigen Funktion betroffen, die ihm das Gehör des Publikums und damit auch die Aufmerksamkeit der Politik verspricht. Andere Amtsträger können ihn darin nicht ersetzen. Das sollte zu der Einsicht führen, dass ein zeitiger Rücktritt dem Verbleib in einem halbierten Amt vorzuziehen ist, im eigenen Interesse und im Interesse des Ganzen."

Sehr geehrter Herr BP, diesem finalen Statement ist NICHTS hinzuzufügen. HANDELN SIE endlich.

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dorothea Platz
dorothea Platz (dopla) - 19.01.2012 11:49 Uhr

Verstörung

Ich habe im Laufe meines langen Lebens schon einige politische Skandale aufmerksam mit verfolgt - aber dieser hier verstört mich nachhaltig:
- in meinem Bild vom "Rechtsstaat Deutschland", seit gestern insbesondere, die deutschen Staatsanwaltschaften zeigen ihr wahres Gesicht...
- in meiner Vorstellung von einem kleinen Rest von Anstand der Politiker
- in meinem vielleicht naiven Glauben, dass wir alle daran arbeiten, in einer "besseren" Gesellschaft - ohne staatlich hochalimentierte Gauner und Tickser und Lügner - leben wollen

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Mathias Goldstein

An die (rechtslastigen) Wulff-Verteidiger in diesem Forum

Im Wunsch, seinen Bundespräsisdenten zu verteidigen, versteigen sich einige Mit-Foristen zu abenteuerlichen, ja üblen Argumenten. Zwei Beispiele:

Herr Jürgen Bauers erklärt sich die Kritik an Wulff so:
Zitat: [...] sickert klar das Springer-Motiv durch: Islamhass und Zionistengehorsam. "

So so, die "Zionisten" (etwa der Rat der Weisen von Zion?) befehlen einem deutschen Presse-Konzern eine Kampagne gegen den (übrigens islamphilen BP) und der "gehorcht". Da hätte auch im "Stürmer" so stehen können. Brauner Sud der übelsten Sorte.

Übrigens 19 Leser finden das Erklärungsmodell vom "Zionistengehorsam" empfehlenswert.
___

Zweites Beispiel:
Dieter Grimm ist einer der geachtesten Juristen Deutschlands und sein Gastbeitrag hier ist so unpolemisch und sachlich wie nur irgend möglich. Aber Mitforist Peter Schäfer meint zu diesem Artikel: (Zitat) " die FAZ VERKOMMT leider mehr und mehr zu reinem personenbezogenem Kampagnenjournalismus"

Glückwunsch, Herr Wulff, zu diesen Apologeten!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2012 18:40 Uhr
Werner Ettenhuber

Woher wollen Sie wissen....

@Herr Ulrich Wendel,dass @Herr Mathias Goldstein das ironisch meinte?das sollten Sie schon ihm überlassen,seine Aussage zu erklären.

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Werner Ettenhuber

Die rechtslastigen Verteidiger

@ Herrn Goldstein,
ich kann mir denken,was Sie mit rechtslastig meinen.Es ist wohl klar,dass Sie auf der linken Seite ihre politische Heimat haben.Wenn manche hier übers Ziel hinausschießen,sollte man das nicht verallgemeinern wie Sie es tun.Dass Sie dem Bundespräsidenten zu solchen Apologeten gratulieren,kann ich nur sagen,dass Ihnen scheinbar der Begriff Apologet unbekannt ist.
"Heute wird der Begriff auch im weiteren Sinn genutzt für einen auf gehobener, intellektueller oder wissenschaftlicher Ebene argumentierenden Verteidiger einer Lehre oder Ideologie".Quelle:Wikipedia

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Frank Sperling

Schussfester Glaskasten

Eine sehr gute und plausible Fundamentierung des geistigen Unwohlseins beim Gedanken, das Aussitzen dieser causa hätte Erfolg. Aber es ist ja nicht nur die causa Wulff, sondern ihre Bedeutung als Indikator eines neuen Politik-Systems, charakterisiert als Regierungs-/Parteien-Zirkus, beobachtbar durch einen ziemlich schussfesten Glaskasten.

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Thomas Willers
Thomas Willers (Tomwitt) - 19.01.2012 10:03 Uhr

Prof. Dr. Grimm - weltweit anerkannte juristische Persönlichkeit irrt im entscheidenden Punkt

Prof. Dr. Grimm ist weltweit bekannt. Er ist eine der bedeutensten juristischen Persönlichkeiten in unserem Land. Seine Rede zur Notwendigkeit einer Europäischen Verfassung durfte ich live miterleben. In einem Seminar über den Rundfunk-Staatsvertrag diskutierte er mit uns Studenten beim Abendessen in lockerer und sympathischer Runde auf einem für ihn wohl eher bescheidenem juristischen Niveau.

Aber in einem Punkt bin ich anderer Meinung. Nämlich das Gewicht der freien Rede vor den Fernsehkameras. Hier unterschätzt Herr Grimm meines Erachtens - wie viele andere auch, die Außenwirkung. Das Volk nimmt nämlich hauptsächlich dieses Auftreten war und beurteilt den Politiker danach. Das hat man bei Herrn Guttenberg bestens miterleben können. Noch nichts geleistet, aber unheimlich beliebt. Wird der Bundespräsident direkt gewählt wird er sehr viel Macht haben. Mit hohen Einschaltquoten bei seinen Reden würde sich die Politik und Medien viel stärker nach ihm richten. Eine echte Stimme des Volke

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2012 12:29 Uhr
wolf haupricht

Herr Willers, stimme Ihnen zu...

Es müsste dann ein Auswahlverfahren geben, wo die Kandidaten sich präsentieren.
Das geht letztlich damit einher, dass das Gewicht des BuPräs eine Bedeutung erhält, die möglicherweise nicht gewollt ist und bei den großen Parteien keine Zustimmung finden wird.

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Frank Sperling

Als "Volk", Herr Willers, ...

nehmen Sie andere wahr als sich selber. Es ist bekannt, dass die arithmetische Mehrheit des ganzen Volkes zu einem ordentlichen Teil aus denen besteht, die sich vom augenblicklichen Phänotyp (Merkel, zu Guttenberg, Wulff, etc.) bestimmen lassen. Deswegen ist ein Rückhalt von arithmetischen 50 % wenig. Das sollten die wissen, die vom "Volk" als den anderen reden. Eine nach Beurteilungspotenz (kritisches System-, Biographie -, Vergleichswissen) gewichtete Quote käme zu einer ganz anderen Verteilung. Dann hätte Wulff geschätzt allenfalls 20 % Rückhalt. Eine Direktwahl wäre daher der falsche Weg, den Herr Grimm übrigens gar nicht favorisiert. Das Problem ist die verantwortungslose Instrumentalisierung des Amtes durch Parteien.

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B. Keim
B. Keim (bkeim) - 19.01.2012 10:00 Uhr

Die katholische Kirche ist da schon seit 1500 Jahren weiter

Im Kirchenrecht gibt es eine klare Trennung von Amt und Person. Amtshandlungen sind auch dann wirksam, wenn der, der sie vorgenommen hat, fehlte oder nichts damit zu tun haben wollte. Dies hat unter anderem zur Folge, dass selbst ein Moslem einen zum Christen taufen kann. Die Handlung, nicht das Ansehen der Person bestimmen das Ergebnis. Moralisch perfekte Menschen kann es nicht geben. Das weiss die Kirche. Daher auch die Beichte, die ja immer die moralische Fehlbarkeit voraussetzt. Anders wir heutigen. Wir wollen den perfekten Menschen, den perfekten, über jeglichen Verdacht erhabenen, unfehlbaren Amtsträger. Den gibt es nicht und gab es nie.
Verquickt man Person und Amt zu sehr, dann gibt man sich letztlich einer Selbsttäuschung hin. Es funktioniert nicht. Diktaturen zeichnen sich übrigens dadurch aus, dass der Herrscher unfehlbar ist und zum moralischen Maßstab des Staates aufgebaut wird.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2012 13:11 Uhr
Ralf Vormbaum

Unwissenheit kann schnell zur Torheit werden

Die Trennung von Amt und Person beruht in der katholischen Lehre nicht auf moralischen Implikationen, also z.B. einer besonderen Milde gegenüber menschlicher Unzulänglichkeit, sondern darauf, dass der Priester die von ihm vollzogenen sakralen Handlungen, wie z.B. die Taufe, nicht im eigenen Namen sondern im Namen Gottes vollzieht. Insofern können persönliches Fehlverhalten oder moralische Defizite des Priesters natürlich keine Rückwirkungen auf die Sakramente haben, die ja nicht von ihm als Person sondern nur in Stellvertretung Gottes gespendet werden, sonst wäre eine Taufe im Nachhinein ungültig und müsste wiederholt werden. Interessanterweise gab es im 4 Jahrhundert einen die Kirche fast zerbrechenenden Streit in dieser Sache, der zwischen Katholiken und Donatisten sehr erbitter ausgetragen wurde, wobei sich die katholische Position durchgesetzt hat. Sollten Sie hierzu mehr wissen wollen, so empfiehlt sich die Lektüre des Biuches "De Civitate Dei" des großen Kirchenlehrers Augustinus

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Axel Lüssow
Axel Lüssow (alsigma) - 19.01.2012 12:13 Uhr

Aber dann gab es die Reformationen...

Es ist richtig, dass "die" Kirche - ich glaube, dass ist die Selbstwahrnehmung der katholischen Richtung - schon vor langer Zeit die Trennung von Amt und Person festgelegt und verteidigt hat. Egal wie planlos, unmoralisch oder korrupt ein Priester ist: seine Handlungen sind gültig, d.h. niemand kommt in die Hölle weil er sich vom Falschen taufen lassen hat. Dito: Durch Herrn Wulff verliehene Orden sind echt.

Aber selbst früher hat die Marschrichtung "top-down" nicht funktioniert: Diverse Abspaltungen - sowohl in der Rückblende als Häretiker als auch als Reformationen wahrgenommene - haben genau diesen Kritikpunkt angebracht. Daher wurde im Konzil von Trient auch gegen gesteuert und den Würdenträgern etwas mehr Pflichterfüllung verordnet.

Die BRD ist keine Glaubensrichtung, und auch keine militärische Organisation ("Man grüßt den Rang und nicht die Person"). Daher ist eine gewisse Restintegrität von Amtspersonen nicht von Schaden, wenn Demokratieverdrossenheit gemindert werden soll

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Eckart Härter

@ Andreas Hendel - das Staatsoberhaupt als moralischer Füher des Volkes?

Dass das Staatsoberhaupt dem Volk zugleich als moralischer Führer vorgesetzt wird, sollten wir "Gottesstaaten" wie dem Iran überlassen. Ansonsten finde ich Ihren Beitrag sehr gut.

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Wolfgang Körner

Behördenprotest

Ich schlage vor, dass alle Behörden, die ein Konterfei des Herrn Wulff an der Wand hängen haben müssen, dieses abzuhängen oder umzudrehen. Daran könnte man messen, wie selbst die Beamtenschaft zu ihrem obersten Präsentanten steht. Allerdings sehe ich schwarz, denn mutige Aktionen dieser Art sind in diesen Kreisen nicht zu erwarten.

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Holger Schmidt
Holger Schmidt (HSCH100) - 19.01.2012 09:19 Uhr

Aktion Wulff

Wenn ich mir es so recht überlege denke ich, dass es dem Herrn Bundespräsidenten Wulff materiell echt schlecht geht:
- Er kann sich keinen angemessenen Urlaub leisten
- Er kann sich keinen angemessenen Flug leisten
- Er kann sich kein angemessenes Haus leisten
- Er kann sich keine angemessene Party leisten
- Er kann sich kein Rutschauto für seinen Sohn leisten
Also ich denke man sollte mal bei sich zu Hause nachschauen, welche Gegenstände Familie Wulff noch gebrauchen könnte und diese ihm zukommen lassen.
Als Dank hat man Chancen auf eine tolle Sause im Schloss Belleveu oder man darf ihn auf Auslandreisen begleiten!
TOLL ! Endlich mal ein volksnaher Präsident zum Anfassen!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2012 11:11 Uhr
Beate Dreher
Beate Dreher (Bedre) - 19.01.2012 11:11 Uhr

Titel eingeben

Eingesammelte Rutschautos gelten nicht als Zahlungsmittel.Die Auslandsreise müssen Sie schon selbst bezahlen.

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Michael Finke

Wie nicht anders zu erwarten...

... schreibt Herr Grimm vollkommen sachlich und juristisch nüchtern, wie es sich für einen ehemaligen Verfassungsrichter gehört. Kein wesentlicher Aspekt bleibt unerwähnt. Eine Wohltat im Vergleich zu zahlreichen interessengeleiteten oder parteipolitisch gefärbten Einlassungen, die sich in den letzten Wochen mit Herrn Wulff, der sich selbst als glatte Fehlbesetzung für dieses Amt decouvriert hat, befasst haben. Die Schlussfolgerung von Herrn Grimm ist eine schallende Ohrfeige für Frau Merkel und die schwarz-gelbe Koalition. Vor allem aber ist der Tenor des Grimm-Urteils als ebenso sachlich wie politisch richtig zu bewerten. Ich fürchte nur, dass auch dieser Beitrag an der Jack Wolfskin-Jacke des (noch) amtierenden Bundespräsidenten abperlen wird.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2012 10:33 Uhr
Jochen Mextorf

Es heißt ...

jetzt: WULFFskin-Jacke.

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Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 19.01.2012 09:08 Uhr

Das Sprichwort

"Quod licet Jovi, non licet bovi" kennzeichnet völlig ausreichend die Situation und ihm braucht nichts mehr hinzugefügt werden.

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Andreas Hendel
Andreas Hendel (hendela) - 19.01.2012 08:37 Uhr

Das Amtsverständnis von BP Wulff ist zu sehr juristisch geprägt, was ihn hindert, sein Amt würdig ..

... und wirksam ausüben zu können!

Formal gesehen gibt es bisher keine belastbaren Gründe, den BP zu einem Rücktritt aufzufordern, auch von er den Anschein von Vorteilsnahme weckte. Deshalb hat der Jurist in BP Wulff ihm auch gesagt, dass ein Rücktritt nicht in Frage kommt. Das ist sein gutes Recht! Auch kann er sich auf die schlanke Position eines Staatsnotares zurückziehen. Er muss nicht die Qualitäten und den Anspruch haben, wie Grimm es sich wünscht!

Die zentrale Frage, die sich BP Wulff aber stellen könnte, ist die Frage, ob er würdevoll und wirksam zu agieren vermag. Je länger die Diskussion über seine Person währt, desto kleiner seine präsidiale Strahlwirkung in der Öffentlichkeit. Ja, man könnte sagen, er schrumpft sein Amt, wenn er nicht mehr die Werte und Traditionen der Nation vergegenwärtigt und aktiv kommunizieren kann! Im Prinzip muss er nichts! Aber ist das eine für ihn befriedigende Amtsführungsform? Dient er den Interessen der ganzen Nation, wenn er sie spaltet?

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Dieter Spethmann
Dieter Spethmann (dspeth) - 19.01.2012 06:05 Uhr

Mit welcher Wertstellung /Tag) wurde das Konto von Frau G für den Scheck belastet?

Und mit welcher Wertstellung wurde es in welcher Höhe für erstmals gezahlte Zinsen erkannt? Diese beiden Daten sind zwangsläufig miteinander verbunden: Durch die Höhe des ersten Zinsbetrages.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2012 12:21 Uhr
Christoph Runge

Herr Spethmann, fragen Sie den beauftragten RA.

Ansonsten ist mir nicht bekannt, was eine "Wertstellung" mit der üblichen "Mittelverwendung"
in Form eines Schecks zu tun hat.

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Dieter Spethmann
Dieter Spethmann (dspeth) - 19.01.2012 04:22 Uhr

Hat Herr Wulff bei Erhalt des Bundesbank-Schecks jemandem eine Quittung gegeben?

Dazu finde ich nirgendwo auf den 239 Seiten eine Erklärung. Solange ich die nicht habe, muss ich mit der Variante rechnen, dass Herr Wulff den Scheck überall hin hätte mitnehmen können. Denn ein schriftlicher Beleg dafür, dass er diesen Scheck erhalten hatte, lag nirgendwo vor - nirgendwo in diesen 239 Seiten. Oder sehe ich das falsch? Dann bitte ich um Aufklärung.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2012 12:42 Uhr
Christoph Runge

Herr Spethmann, ach Sie glauben, daß Herr Wulff sich ein schönes Leben mit dem

erhaltenen Scheck machen wollte! Meines Wissens hat der Bundespräsident einen LZB (Filiale der Bundesbank) Scheck erhalten. Sie meinen, Herr Wulff hätte SO EINFACH einen LZB Scheck erhalten, um wie Dagobert Duck vor lauter Freude in seinen Geldspeicher zu hüpfen?!

LZB/Bundesbankschecks werden üblicherweise nur von Kreditinstituten in Auftrag gegeben . Übrigens auch von der Schweiz nach Deutschland .Es handelt sich in der Regel (Sicherheitsgründe) um "Orderschecks", d. h. der -nachweisliche- Empfänger quittiert auf der Rückseite des Schecks den Erhalt.

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