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Jugendarbeitslosigkeit in Spanien Ich bin bereit, bei null zu beginnen

 ·  In Spanien, wo die Krise mit jedem Tag drängender wird, ist die Jugendarbeitslosigkeit verheerend. Was machen die jungen Leute, die im eigenen Land kaum noch eine Chance haben? Cristina San Miguel Díaz sagt: umsatteln, weggehen. Eine Begegnung.

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Horst Henn
Horst Henn (glufa) - 19.06.2012 15:33 Uhr

Viele Akademiker aber keine Schaffeure

Ein gemeinsames Kennzeichen der PIGS Länder ist die Akademisierung der Ausbildung. Nur wer eine meist realtiv anspruchslose akademische Ausbildung hat, gilt etwas. Da gibt es dann Heerscharen von Architekten und Sprachwissenschaftlern aber keinen Polier der den Arbeitern mit Immigrationshintergrund die Benutzung einer Baumaschine erklären kann. Deutschland lebt zur Zeit noch von den vielen handwerklich ausgebildeten Arbeitern und Ingenieuren. Mit Umsetzung des Bologna Prozesses laufen wir in die gleiche dämliche Richtung wie die PIGS. Handwerkmeister und Betriebe suchen händeringend nach guten Lehrlingen, die sich aber lieber noch einige schöne Jahre im Bildungsbetrieb inklusive Auslandreisen machen. Mit 30 stellt man dann fest, dass die Eltern in Rente gehen und den Lebensstil der Studierenden nicht mehr finanzieren können und wollen.

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Christian Floto

Zum Lachen - oder Weinen

Überaus hilfreich zur Beurteilung von Stimmung, Wünschen und Motiven der jungen spanischen Generation (Arbeitslosigkeit: über 51%)erscheint dieses Portrait: Wenn es typisch, ja repräsentativ für den (akademisch ausgebildeten) Teil der Jugend ist, dann kann ich nur lachen oder besser: weinen. Eine Klage auf höherem Niveau ist ja wohl kaum vorstellbar: Da hat jemand -wie hier auch zu Tausenden - in Madrid an einer der wenigen gerade noch namhaften spanischen Hochschulen Geographie studiert. Und will unbedingt narzisstisch vor einer Fernsehkamera zum Thema Wetter hin- und herwedeln. Da kann ich nur sagen: Träum weiter....Und das nach einem schönen Erasmus-Stipendium (1 J. Berlin) und noch drei Monaten Buenos Aires...Ja, geht's noch? Sollen wir Drinks anreichen, Kühlung zufächeln und Häppchen servieren - nach acht Stunden Bewerbungschreiben täglich?Wieviele Höchstqualifizierte bei uns (Priv-Doz., z.B.) arbeiten für wenig Geld oder in fremden Berufen?Willkommen in der Realität.Förderung ade

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.06.2012 18:33 Uhr
Rolf Joachim Siegen

Weinen Sie ueber sich selbst

und Ihren Zynismus.

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Henk Hulst
Henk Hulst (HenkHulst) - 19.06.2012 13:28 Uhr

Leider nicht nur dort

Von den individuellen Problemen (Eltern etc.) und dem fehlenden sozialen Netz in Spanien abgesehen, das keine Grundsicherung kennt, wäre ihre Situation in Deutschland auch nicht anders. Es gibt hier einen ähnlich dysfunktionalen Arbeitsmarkt, der sehr vielen Fächern sehr wenige Berufschancen eröffnet. Dazu gehört Geografie mit Sicherheit auch.
Es gibt nach wie vor ein Monopol der Rechts- und Wirtschaftwissenschaften, von den technischen Fächern abgesehen. Der sogn. Quereinstieg ist ebenso nicht-existent wie Interesse an persönlichen Erfahrungen jenseits formaler Abschlüsse. Das Dilemma einer Generation.

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Michael Arndt

Bei allem Mitgefühl,

aber zu dem Artikel einige Hinweise:
1.) Was hat ein Geographiestudium mit Meteorologie ("Wetterfrau") zu tun?
2.) Tourismus, aber nur nachhaltig, NGO? Etwas mehr Realismus wäre angeraten.
3.) ERASMUS-Stipendium als Inanspruchnahme von EU-Mitteln, mich würden da mal die exakten Daten je EU-Land interessieren
4.) Wer glaubt, dass die Aktualiserung von Navigationssystemen Geographen erfordert, hat einiges missverstanden
Frau San Miguel Diaz offenbart ein inzwischen weitverbreitetes Problem: ewige Weiterbildung in Berufsfeldern, die nicht nachgefragt sind und eine gewisse Realitätsferne der Generation "IMM" (Irgendwas mit Medien)...

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Matthias Schwarzer

Arme Spanier - Reiche Spanier

Gestern im Fernsehen: Bei der ARD (Plasberg) wird eine spanische Familie gezeigt, die im Moment von der Rente des Großvaters und vom Kiosk der Tante lebt. Die erwachsenen Kinder sind zurzeit arbeitslos. Man hätte fast denken können, das sei repräsentativ für Spanien. Zum Glück gab es parallel Fußball im ZDF. Und was sieht man dort? Viele tausend spanische Fans in Danzig beim Spiel Spanien - Kroatien. Sieh an! Die Spanier haben Geld für Flugreisen, teure Hotels, Fußballtickets, Fan-Devotionalien usw. Das kann ich mir nicht einmal leisten.

Man sieht: Die meisten Spanier usw. haben Geld für Dolce Vita, aber nicht für ihre Staatsschulden.

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Peter Ramsauer

Die Zeiten werden härter

Ich mag mir garnicht ausmalen, welche Verhältnisse in 10 Jahren herrschen werden. Wer nicht marktkonforme Studiengänge belegt, für den wird die Luft sehr dünn werden. Schöne neue Welt. Nicht zuletzt dank Globalisierung und EU-Versagertum. Im Zweifel würde ich jedem zu einer ordentlichen Ausbildung vor dem Studium raten.

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Closed via SSO
Hasan Eker (eksom) - 19.06.2012 12:59 Uhr

Nichts besonderes und aussergewöhnliches...

In Griechenland, Portugal, Irland und sogar in der Türkei finden 8 von 10 Absolventen einer Uni (FH) kaum/kein Job in ihrem Studienfach! Man studiert am Bedarf (am Markt) vorbei.
Diejenigen die überhaupt ein Job nach dem Studium bekommen, bekommen dann auch noch meistens befristete Verträge zu Hungerlöhnen. In Deutschland nennt man das Praktikantenverträge! Es sei den man hat in der Verwandtschaft B2B zu Unternehmern und zu Politikern in den oberen Etagen. So selektiert auch das Kapital und die Politik einseitig das Humankapital. Was aus dieser Einseitigkeit der Homokulturen an Humankapital wird, sehen wir weltweit. Eine Krise nach der Anderen.

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Paul Banaschak

ich habe nach meinem Studium der VWL ca. 200 Bewerbungen für eine Stelle

im Gesundheitswesen versandt. Ein paar Vorstellungsgespräche habe ich erhalten, eine Stelle allerdings nicht. Habe ich mich zuerst nur für Stellen beworben, die mich interessierten. Das habe ich aber schnell aufgegeben. Zuletzt hab ich mich auch für Controllerstellen in Krankenhäusern beworben.
Aber ich habe den Kopf nicht hängen gelassen. Ich arbeite heute als Informatiker. Nicht im Gesundheitswesen.
Also liebe Christina, etwas mehr Engagement. Ich hab ca. 160 Bewerbungen mehr geschrieben und den Kopf nicht in den Sand gesteckt.

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Theres Lindberg

Komisch, dabei gingen doch eh grad 100 Milliarden dorthin

Achso stimmt, das ging ja an die Banken...

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