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Joanna Gruba Vom Sozialismus gelernt

25.07.2004 ·  Im Polen des Sozialismus war es so schön wie in jenem Irak, den uns "Fahrenheit 9/11" zeigt. Damals, im Sozialismus, hätten wir über Moores Film gesagt: "Dieses Werk trifft ins Herz und ins Bewußtsein der Massen!"

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Es ist schon ein paar Jahre her, daß in Polen die Hähnchen verhungerten, weil Reagan ihnen das Futter wegnahm, aber wir Polen erinnern uns noch genau. Wir wissen, was Propaganda ist: "Der Feind verlockt dich mit Coca-Cola". Der Feind war böse, absolut. Der Feind lud Kartoffelkäfer über den polnischen Äckern ab. Der Freund lebte östlich von uns und schickte Eisenbahnladungen voller Geschenke.

Wir zeichneten Raketen, auf denen "CCCP" stand. Im Polen des Sozialismus war es so schön wie in jenem Irak, den Michael Moore in "Fahrenheit 9/11" zeigt. Wir glaubten an eine Verschwörung der Oppositionellen, hinter denen die Imperialisten standen, die von den Zionisten finanziert wurden. Der Feind mußte verschwinden, raus aus dem Weißen Haus, einem solchen Ziel war alles unterzuordnen. Damals, im Sozialismus, hätten wir über Michael Moores Film gesagt: "Dieses Werk trifft ins Herz und ins Bewußtsein der Massen!"

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25. 07.2004, Nr. 30
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