11.04.2003 · Das war zu erwarten: Noch bevor der Irak-Krieg zu Ende geht, hat der erste Fernsehsender angekündigt, die Geschichte der Soldatin Jessica Lynch zu verfilmen, die aus irakischer Gefangenschaft befreit wurde.
Das war zu erwarten: Noch bevor der Irak-Krieg zu Ende geht, hat der erste Fernsehsender angekündigt, die Geschichte der Soldatin Jessica Lynch zu verfilmen.
Der amerikanische Sender NBC hat angekündigt, einen Fernsehfilm über die Rettung der 19-jährigen Soldatin aus irakischer Kriegsgefangenschaft zu drehen, mit oder ohne das Mitwirken der Soldatin und ihrer Familie. Jessica Lynch war Mitte vergangener Woche in einer spektakulären Aktion in der irakischen Stadt Nasirija von amerikanischen Soldaten befreit worden, nachdem sie am 23. März gefangengenommen worden war.
Lynchs Eltern, die ihre schwer verletzte Tochter in einem Militär- Krankenhaus im pfälzischen Landstuhl besuchen, werden nach eigenen Angaben seit Tagen mit Film- und Buchangeboten überhäuft. Nach Angaben des Internetmagazins „E!Online“ hofft der Sender NBC, sich die Rechte von der Familie zu sichern. Falls dies nicht gelingt, soll die Befreiung aus der Sicht anderer Beteiligter geschildert werden. Der zweistündige Film soll noch vor Jahresende ins Fernsehen kommen.
Die Zeitschrift „Daily Variety“ zitiert einen NBC-Mitarbeiter, der Lynchs Rettung mit einer „wahren“ Ausgabe des Tom-Cruise-Thrillers „Mission: Impossible“ vergleicht. Eine bessere Story werde es von diesem Krieg nicht geben, erklärte der Insider: „Sie ist erbaulich, heldenhaft, fesselnd und dramatisch.“
Als junges, blondes und blauäugiges All American Girl vom Lande ist Jessica Lynch eine ideale Heldin für patriotische Fernseh-Phantasien. Allerdings sind längst noch nicht alle Details ihrer Geschichte bekannt: Wie genau sich Lynch ihre schwersten Verletzungen zugezogen hat, ist der Öffentlichkeit noch nicht mitgeteilt worden. Möglicherweise hat die junge Frau Schlimmeres erlebt, als man es einem Fernsehpublikum jemals zumuten könnte.