26.01.2005 · Elfriede Jelinek und Frank Castorf protestieren gegen die „Flick Collection“. Mit der Unterstützung der Schau trügen Bundeskanzler, Land Berlin und Stiftung Preußischer Kulturbesitz „zur Stillegung der Erinnerung an die Shoa“ bei.
Zum 60. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz haben die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und der Intendant der Berliner Volksbühne, Frank Castorf, gegen die „Flick Collection“ in Berlin protestiert. Ein Aufruf, der von weiteren 240 Intellektuellen, Professoren und Initiativen unterzeichnet ist, soll nach Angaben der Initiatoren an diesem Donnerstag als Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erscheinen.
Die Unterzeichner werfen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), dem Land Berlin und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vor, mit ihrer Unterstützung für die Sammlung von Friedrich Christian Flick „zur Stillegung der Erinnerung an die Shoa“ beizutragen. Die Ausstellung sei ein Denkmal für Flicks Reichtum, das er von seinem Großvater, dem NS-Rüstungsunternehmer Friedrich Flick, geerbt habe.
Die umstrittene Schau im Museum für Gegenwart Hamburger Bahnhof war 2004 eröffnet worden. Flick hat die Kollektion mit 2700 Werken moderner Kunst für zunächst sieben Jahre zur Verfügung gestellt.