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Japan & Lektüre Tradition im Umbruch

Das Thema der Bücherschau von FAZ.NET ist Japan: Fern von Kirschblütenromatik über den Wandel fernöstlicher Kultur.

© dpa Im Goldenen Pavillon in Kyoto möchte man ein Tässchen grünen Tee trinken

Japan ist die zweitgrößte Industrienation der Welt und erlebt einen Umbruch, der nicht nur den politischen und wirtschaftlichen, sondern auch den sozial-kulturellen Bereich umfasst. Das japanisches Schriftzeichen für Krise bedeutet gleichzeitig Chance.

Politik

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Uwe Schmitt liefert mit dem Titel "Sonnenbeben" ein Psychogramm Japans. Das Buch bündelt 50 Artikel des erfahrenen Journalisten, der sieben Jahre in Tokio gelebt hat. Zu lesen sind die Gründe für die Asien-Krise, wie korrupt Politiker sind, was beim Giftgas-Anschlag der Aum-Sekte passierte und wie sich das nationale Selbstvertrauen von Erwähltheitsfantasien in Selbstzweifel wandelte. Er erhielt für das Buch 1998 den Theodor-Wolff-Preis.

In den vom Institut für Asienkunde in Hamburg herausgegebenen Japan-Jahrbüchern werden die aktuellsten wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen analysiert. 415 Seiten geballte Information: Neben Themen wie Politikverdrossenheit, Tendenzen in der Außenpolitik, reformatorischen Bemühungen, dem Stand der Forschung finden sich auch besondere Betrachtungen wie die Darstellung der Vergangenheit im Film im Vergleich mit Deutschland. Die FAZ-Rezension informiert zwar über die Ausgabe 1998, aber das Jahrbuch ist auch dieses Jahr erschienen. Es kostet 48 Mark.

Literatur

Die Japanolgin Irmela Hijiya-Kirschnereit ermöglicht mit dem Handbuch "Japanische Gegenwartsliteratur" einen Überblick über die moderne Literaturlandschaft Japans. Zehn ausführliche Porträts stellt sie die wichtigsten Schriftsteller vor. Eine schöne Ergänzung bietet der Anhang mit Literaturangaben und Quellen im Internet.

Kultur

Eine Ahnung von der Kultur des alten Japan vermittelt anschaulich das Buch "Daisen-in - ein Zen-Tempel des sechzehnten Jahrhunderts in Kyoto". Der Autor hat sich mit dem Buch einen Wunsch erfüllt: er hatte sich beim Besuch des Tempels vor vielen Jahren vorgenommen, dieses fast fünfhundert Jahre alte Gesamtkunstwerk aus Sinn, Wesen und Komposition zu begreifen. Mit Enthusiasmus und Präzision und vielen Fotografien lässt er ein Bild entstehen, dass der Leser am Ende der Lektüre am liebsten mit eigenen Augen sehen möchte.

Japans Nationalhymne entstammt ursprünglich dem Kurtisanenrepertoire. Die schönen Töchter Nippons nahmen sich nämlich erst in späteren Jahrhunderten der erotischen Kunst an. Zuvor galten Kurtisanen als Künstlerinnen der Dicht- und Sangeskunst. Wie die kulturgeschichtliche Entwicklung aus der Kunst die Gunst machte, schildert das Buch "Japans Kurtisanen" von Michael Stein. Die vergnügliche Lektüre umfasst zwölf Jahrhunderte.

Quelle: @kaju

 
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