Home
http://www.faz.net/-gqz-2ywl
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Japan & Lektüre Tradition im Umbruch

Das Thema der Bücherschau von FAZ.NET ist Japan: Fern von Kirschblütenromatik über den Wandel fernöstlicher Kultur.

© dpa Vergrößern Im Goldenen Pavillon in Kyoto möchte man ein Tässchen grünen Tee trinken

Japan ist die zweitgrößte Industrienation der Welt und erlebt einen Umbruch, der nicht nur den politischen und wirtschaftlichen, sondern auch den sozial-kulturellen Bereich umfasst. Das japanisches Schriftzeichen für Krise bedeutet gleichzeitig Chance.

Politik

Mehr zum Thema

Uwe Schmitt liefert mit dem Titel "Sonnenbeben" ein Psychogramm Japans. Das Buch bündelt 50 Artikel des erfahrenen Journalisten, der sieben Jahre in Tokio gelebt hat. Zu lesen sind die Gründe für die Asien-Krise, wie korrupt Politiker sind, was beim Giftgas-Anschlag der Aum-Sekte passierte und wie sich das nationale Selbstvertrauen von Erwähltheitsfantasien in Selbstzweifel wandelte. Er erhielt für das Buch 1998 den Theodor-Wolff-Preis.

In den vom Institut für Asienkunde in Hamburg herausgegebenen Japan-Jahrbüchern werden die aktuellsten wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen analysiert. 415 Seiten geballte Information: Neben Themen wie Politikverdrossenheit, Tendenzen in der Außenpolitik, reformatorischen Bemühungen, dem Stand der Forschung finden sich auch besondere Betrachtungen wie die Darstellung der Vergangenheit im Film im Vergleich mit Deutschland. Die FAZ-Rezension informiert zwar über die Ausgabe 1998, aber das Jahrbuch ist auch dieses Jahr erschienen. Es kostet 48 Mark.

Literatur

Die Japanolgin Irmela Hijiya-Kirschnereit ermöglicht mit dem Handbuch "Japanische Gegenwartsliteratur" einen Überblick über die moderne Literaturlandschaft Japans. Zehn ausführliche Porträts stellt sie die wichtigsten Schriftsteller vor. Eine schöne Ergänzung bietet der Anhang mit Literaturangaben und Quellen im Internet.

Kultur

Eine Ahnung von der Kultur des alten Japan vermittelt anschaulich das Buch "Daisen-in - ein Zen-Tempel des sechzehnten Jahrhunderts in Kyoto". Der Autor hat sich mit dem Buch einen Wunsch erfüllt: er hatte sich beim Besuch des Tempels vor vielen Jahren vorgenommen, dieses fast fünfhundert Jahre alte Gesamtkunstwerk aus Sinn, Wesen und Komposition zu begreifen. Mit Enthusiasmus und Präzision und vielen Fotografien lässt er ein Bild entstehen, dass der Leser am Ende der Lektüre am liebsten mit eigenen Augen sehen möchte.

Japans Nationalhymne entstammt ursprünglich dem Kurtisanenrepertoire. Die schönen Töchter Nippons nahmen sich nämlich erst in späteren Jahrhunderten der erotischen Kunst an. Zuvor galten Kurtisanen als Künstlerinnen der Dicht- und Sangeskunst. Wie die kulturgeschichtliche Entwicklung aus der Kunst die Gunst machte, schildert das Buch "Japans Kurtisanen" von Michael Stein. Die vergnügliche Lektüre umfasst zwölf Jahrhunderte.

Quelle: @kaju

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Datenbrille Die Augen überwachen, den Menschen optimieren

Forscher wollen mit Hilfe von Datenbrillen die kognitiven Leistungen steigern. Ein Server werter hierbei die Pupillenbewegungen aus. Japanische Forscher sind sich sicher, dass dieser Trend genauso erfolgreich wird wie die Fitnessarmbänder. Mehr Von Peter Welchering

21.01.2015, 09:57 Uhr | Technik-Motor
Japan Die Technik der Zukunft

Die Designer Messe in der japanischen Hauptstadt Tokio zeigt, was heute technisch möglich ist und wie wir vielleicht in 50 Jahren leben könnten. Mehr

28.10.2014, 11:30 Uhr | Wirtschaft
Nach Ultimatum Jordanien und Japan stimmen Gefangenenaustausch zu

Der IS hatte ein Ultimatum gestellt: Nun soll die in Jordanien inhaftierte Islamistin Sadschida al-Rischawi im Austausch gegen eine japanische Geisel und einen jordanischen Piloten, der ebenfalls in den Händen der Terrormiliz ist, freigelassen werden. Mehr

28.01.2015, 13:03 Uhr | Politik
Japan Hunderttausende beten um gutes Arbeitsjahr

Am ersten offizielle Arbeitstag des neuen Jahres haben rund 200.000 japanische Angestellte in Tokio den Kanda-Myojin-Schrein besucht und für 2015 Glück und Segen im Job gebetet. Mehr

05.01.2015, 16:01 Uhr | Gesellschaft
Internetvideo IS droht mit Ermordung japanischer Geiseln

Bei seinem Besuch in Jerusalem verlangt der japanische Ministerpräsident Abe die sofortige Freilassung der beiden in Syrien entführten Landsleute. Zuvor hatte die Terrormiliz IS in einem Internetvideo mit der Ermordung der Geiseln gedroht. Mehr

20.01.2015, 10:58 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.01.2002, 15:00 Uhr

Einkaufslisten

Von Jürg Altwegg

Der französische Schriftsteller hat in letzter Zeit einiges durchgemacht. Auch sein Polizeischutz dürfte unter ständiger Spannung stehen. Um den Polizisten nicht noch mehr zuzumuten, geht er nicht selbst einkaufen. Mehr 2