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J.J. Cale gestorben Sie nannten ihn Brise

 ·  Sein „Tulsa Style“ ist der Inbegriff der zurückgelehnten Rockmusik. J.J. Cale war sogar so gelassen, dass er den Erfolg seiner Songs anderen Interpreten überließ. Nun ist der Sänger und Gitarrist mit 74 Jahren gestorben.

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© dpa Vergrößern „I might go out to California, might go down to Georgia, might stay home“ - J. J. Cale, hier im Alter von 65 Jahren

Er war ein Mann der Beständigkeit: „Ain't no change in the weather, ain't no change in me“, heißt es in seinem Lied „Call Me the Breeze“. Und Brise nenne man ihn, so der Sänger (oder eher: Sprecher) dieser wie meistens überaus kargen Lyrics, weil er sich einfach die Straße heruntertreiben lasse: „I keep blowing down the Road“.

J.J. Cale pflegte seinen musikalischen Stil der laid-backness über Jahrzehnte hinweg mit einer solchen Dickschädeligkeit, dass gewisse Kritiker ihn als Langweiler bezeichneten - der Erfolg, den seine Songs allerdings diversen viel bekannteren Interpreten bescherten, spricht indessen stark gegen diesen Einwand.

Die Zeit nach Mitternacht

Am symptomatischsten äußert sich Cales Zurückgelehntheit in seinem 1976 auf dem Album „Troubadour“ veröffentlichten Song „Cocaine“, den Eric Clapton dann ein Jahr später in einer fast identisch klingenden Coverversion zum Epochenstück machte; die stilistische Idee war aber eben Cales ureigene, und sie prägte die Alben seiner künstlerisch bedeutsamsten Phase von „Naturally“ (1971) bis zu „Grasshopper“ (1982).

Der 1938 in Oklahoma City Geborene war Mitte der sechziger Jahre nach Los Angeles gekommen, wo er den Song „After Midnight“ schrieb und aufnahm. Schon diesen hat Eric Clapton ihm 1971 entliehen und zum Hit gemacht, aber Cale störte sich offenbar an seiner Rolle als Mann im Hintergrund kaum - und landete darüber hinaus in den folgenden Jahren auch durchaus eigene Hits wie „Crazy Mama“.

Ein „Okie“ für immer

Bereits 1969 ging er allerdings von Kalifornien zurück nach Tulsa, Oklahoma - er war eben ein bekennender „Okie“, wie es auch der Titel seines Albums von 1974 verrät. (Darauf befindet sich auch sein mit Abstand coolstes Stück, „Cajun Moon“.) Als „Tulsa Style“ bezeichnet man denn auch seine unverkennbare Mischung aus Rockabilly und Blues mit Country-Einschlag, die seine Songs bei so verschiedenen Adepten wie Waylon Jennings, Lynyrd Skynyrd, Captain Beefheart, Carlos Santana und eben Eric Clapton beliebt machte. Mit Clapton schließlich nahm Cale dann auch das gemeinsame Album „The Road to Escondido“ (2006) auf, und noch jüngst spielte er wieder für Clapton Gitarre auf dessen Werk „Old Sock“. Clapton sagte einmal in einem Interview, er habe von Cale das Geheimnis eines guten Gitarrensolos gelernt: in der Kürze liege die Würze.

Daran hat auch Cale selbst sich zeitlebens gehalten, wie noch 2009 auf dem lakonischen „Roll On“ zu hören war. Am Freitagabend ist John Weldon Cale, genannt J.J. Cale, vierundsiebzigjährig in einem Krankenhaus im kalifornischen La Jolla gestorben.

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