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Italien ohne Berlusconi Der Pate, letzter Teil

 ·  Erst wenn der Boss nichts mehr zu bieten hat, wechseln seine Kreaturen die Seiten. Aber wie sieht die Alternative zum Berlusconismus aus? Auch ohne ihn sind die Aussichten Italiens verheerend.

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M Sack
M Sack (sacke) - 11.11.2011 09:16 Uhr

Hoffe daß mit ein wenig Abstand auch diese Epoche in Italien ...

etwas besser verstanden wird. Insbesondere jene eigentümliche Fusion von Mentalità Mafiosa, repräsentiert durch Berlusconi, ummantelt vom Mythos des -erfolgreichen Unternehmers-, Ex Faschisten und Lega Nord, einer rassistisch-seperatistischen Volksbewegung. Erwägt man die Sache etwas tiefer war Berlusconi sehr erfolgreich. Es kommt etwas auf die Ziele an, die offenbar nichts mit der italinischen Republik und ihrer Verfassung zu tun hatten als eben damit ihre Fundamente zu untergraben. Rein ökonomisch war hier der Euro, unter Prodi eingeführt, der größte Störfaktor und freilich eine funktionierende Justiz, wie man bei Mani Pulite gesehen hat. Nach Jahren von Propaganda glaubt heute eine Mehrzahl an eine politische Verschwörung der Justiz und über den Euro muß ich weiter nichts sagen. Das was B also als Unternehmer nicht geschafft hat oder eben nur durch Korruption und Illegalität, das hat er als Politiker geleistet, wenn auch das Itüpfelchen noch fehlt. Na mal sehn. Man soll hoffen.

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Joseph Fischer

Vielleicht geht es auch um was anderes:

Nämlich um die Zusehergesellschaft vor dem Fernseher, die es sich eben bedingt sehr
bequem macht, für die jeder noch so arge Blödsinn im Fernsehen kein Problem ist
und die obendrein erwartet daß der Medienkonsum die materielle und politische Existenz
erhält.
Man amüsiert sich eben auf diese Weise ein wenig zu Tode und ein wenig in die Pleite,
überlässt das Denken den Pferden. Nur um jetzt langsam draufzukommen daß das
irgendwie nicht ganz so funktioniert. Und jetzt gibt es eben ein gewisses Erwachen
dieser Zuschauergesellschaft. So ein Schock, so ein Schreck, daß man für den
Medienkonsum nicht bezahlt wird, im Gegenteil, es stehen plötzlich Rechnungen ins Haus.
Wie gesagt, das ist bedingt, es sind sicherlich nicht alle derartig mental faul, haben
mit dem Leben schon abgeschlossen.

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Michael Scheffler

Es ist nachgerade witzig, dass die FAZ und die Mehrheit der Kommentatoren hier

in das Freudengeheul der linken Medienlandschaft einstimmt.

Natürlich ist Berlusconi eine zwiespältige Figur, aber dass in weiten Teilen so getan wird, dass in Italien ohne ihn Milch und Honig fließen würden, ist ein Unding. Immerhin hat er es vermocht, stabile Regierungen zu bilden, was für den Stiefel schon eine außergewöhnliche Leistung ist.

Und wenn wir uns erinnern, dann war die veorhergehende Zeit durch Linksterroristmus, Mafia und Hyperinflation geprägt. Warum vergisst man das ständig?

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Thomas Philippi
Thomas Philippi (mot2) - 10.11.2011 15:32 Uhr

Eine gute Darstellung --

eines hoffnungslosen Falles. Beispielhafte Beschreibung der alltäglichen politischen Korruption, von der der einzelnen Berufsgruppen ganz zu schweigen. Man täte gut daran, erst einmal den eigenen Stall auszumisten, dann die heisse Kartoffel Italien im Mittelmeer abzukühlen und erst dann über Rettung nachzudenken. Wenn ein Tatbestand die Demokratie gefährdet, dann ist es die ganz alltägliche kleine Korruption, sie summiert sich weit über die Massen des Paten hinaus, der ist nur die Vogelscheuche, frei zur Blitzableitung öffentlichen Gestammels.
zum Grusse

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Christopher Haku

Tausche Italien gegen Deutschland

Wenn man sich diesen schönen Text so durchliest, kann man an viele Stellen Italien durch Deutschland und Berlusconi durch Merkel ersetzen und schreibt nichts falsches.
Wo ist unser/e Retter/in mit glänzendem Parteiprogramm?
Und wenn man so über das Geklüngel und die Offenkundige Vetternwirtschaft liest fragt man sich warum sie den Herren nicht schon eher aus dem Amt gejagt haben. Dieses bersulconische gebaren grenzt schon Amtsmissbrauch und wäre bei uns politischer Selbstmord.
Man denke nur daran was die Briefbogen-Affäre von Jürgen Möllemann für Wellen geschlagen hat.

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Sven Gralla

Anfang vom Ende

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir Systeme ähnlich wie in Italien und Griechenland auch in der neuen, zentralistischen EU bekommen werden. Da helfen keine Verträge und Klauseln, letztlich werden Gier und Vetternwirtschaft siegen und alle, auch Deutschland, auf einem Trümmerhaufen sitzen. Subventionsbetrug, EZB .... so hat es angefangen ... Hütchenspielerei, Lügen, Nepotismus in allen Bereichen ... so wird es enden. Als Sahnehäubchen noch den Beitritt der Türkei.

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Norbert G. Kaess (GeJN) - 10.11.2011 12:15 Uhr

Ein guter, völlig neutraler Artikel, der

ohne jegliche Polemik die aktuelle Situation widerspiegelt!
Ein kleiner, kritischer Hinweis: Prodi ist nicht Christdemokrat sondern PD.
Der aktuelle Bürgermeister von Florenz, Renzi, PD, könnte eventuell eine Option für eine Wendung zum Guten sein!?
Wie bereits mehrfach von mir erwähnt, Italien braucht einen "guten Tyrannen", der kompromisslos aufräumt und das Land wieder "auf die Schiene setzt"! Doch wo findet man einen solchen Menschen (nicht nur in Italien!)?
Die italienische Bevölkerung hätte es verdient und würde es mit Leistung zurückzahlen!

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Thore Rudzki
Thore Rudzki (Donar1) - 10.11.2011 12:05 Uhr

Sollen die Kommunisten Italien helfen?

Diese Frage muß man all denen stellen, die seit Jahren gegen Berlusconi hetzen - wohlgemerkt nicht politisch sondern unter der Gürtellinie.
Die Kommunisten sind die stärkste Oppositionsgruppe in Italien - nennen sich dort PD (Demokratische Partei)! Im Vergleich zu Gysi und Konsorten sind es echte Stalinisten, die wirklich nichts dazu gelernt haben.
Noch schlimmer: Wer täglich das Staatsfernsehen RAI1 anschaltet, sieht in den Nachrichten immer diese Kommunisten mit der ersten Stellungnahme zu jedem Thema - und das wirklich täglich. Sie haben ein so großes Spinnennetz in alle Institutionen aufgebaut, daß - auch unter einem sozialistischen denkbaren Regierungschef - die Kommunisten die Politik in Italien bestimmen werden.
Haben also unsere Grünen und SPD´ler dieses mit ihren jahrelangen Angriffen gegen Berlusconi beabsichtigt? Man sollte so etwas fragen dürfen...

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09.11.2011, 16:08 Uhr

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