http://www.faz.net/-gqz-nma3
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 14.04.2003, 18:17 Uhr

Irak-Krieg Enzensberger: „Triumphale Freude“ über Saddams Sturz

Als einer der ersten deutschen Intellektuellen von Weltruf verteidigt Hans Magnus Enzensberger in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung den Angriff der Alliierten auf den Irak. Er spricht von „triumphaler Freude“ angesichts des Sturzes von Saddam Hussein.

© dpa Begrüßt den Irak-Krieg: Hans Magnus Enzensberger

Als einer der ersten deutschen Intellektuellen von Weltruf hat Hans Magnus Enzensberger in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Dienstagsausgabe) den Angriff auf den Irak begrüßt. Er spricht von „triumphaler Freude“ angesichts des Sturzes von Saddam Hussein.

Enzensberger ist zutiefst irritiert über den Umstand, daß „so viele Deutsche der Rhetorik des ,Appeasement' anhängen, ganz so, als hätten sie nie unter einem totalitären Regime gelebt“. Neben diesem Gedächtnisverlust beklagt der Schriftsteller die Heuchelei und das Pharisäertum vieler Kriegsgegner, die laut „Kein Blut für Öl!“ rufen, zugleich aber auf ihr Auto, ihre Heizung und ihre Ferienreisen größten Wert legten.

Den Amerikanern würden niedrige, materielle Motive unterstellt, die eigenen jedoch ausgeblendet. „Rußland und Frankreich haben enorme ökonomische Interessen im Irak, und die Bundesrepublik hat sich mit Rüstungsexporten in den Irak jahrzehntelang hervorgetan.“ Fest stehe, so Enzensberger, daß „noch nie ein Krieg von solcher Dimension so wenige Opfer gefordert hat wie dieser“.

Hans Magnus Enzensbergers Beitrag lesen Sie im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Dienstag, 15. April.

Quelle: fvl

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kampf gegen den IS IS-Hochburg Falludscha gilt als befreit

Nach vier Wochen Rückeroberungskampf soll die IS-Hochburg Falludscha gefallen sein. Iraks Regierung verkündet die Befreiung. Mehr

17.06.2016, 22:27 Uhr | Politik
Anakonda 2016 Nato übt den Ernstfall mit 30.000 Soldaten

30.000 Soldaten aus über 20 Nato-Ländern haben zehn Tage lang in Polen einen Angriff simuliert. Anakonda 2016 ist das größte Militärmanöver der Nato an der Ostgrenze seit Ende des kalten Kriegs. Mehr

08.06.2016, 11:40 Uhr | Politik
Ein Anreger und Visionär Schirrmacher-Preis für Michel Houellebecq

Lob der analytischen Tiefe und provokativen Originalität: Der zweite Träger des Schirrmacher-Preises steht fest. Es ist der französische Schriftsteller Michel Houellebecq. Mehr

16.06.2016, 15:05 Uhr | Feuilleton
Champions League Mehr als Fußball: Real-Fans im Irak

Real Madrid hat das Champions-League-Finale gegen den Erzrivalen Atlético Madrid gewonnen. Fans der Mannschaft haben das Spiel in der ganzen Welt verfolgt und mit ihrem Verein bis zur letzten Minute mitgefiebert - auch Real-Fans im Irak. Mehr

30.05.2016, 11:23 Uhr | Gesellschaft
Türkei Erdogans Kritiker warten auf ihre große Stunde

Die Machtkonzentration des türkischen Präsidenten gefällt vielen nicht – auch in seiner eigenen Partei gibt es Kritiker. Die Frage ist: Wer kommt aus der Deckung? Die größte Gefahr droht Erdogan allerdings von anderer Seite. Mehr Von Rainer Hermann, Ankara

21.06.2016, 21:01 Uhr | Politik
Glosse

Armer WDR!

Von Rose-Maria Gropp

Institution mit „Schwerpunkt auf Information und Kultur“? Wie der WDR, der einst verfemte Kunst rehabilitieren und ihr an einem öffentlichen Ort Raum geben sollte, sich selbst ad absurdum führt. Mehr 1 15

Abonnieren Sie den Newsletter „Literatur“