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Interview : Nina Hoss, die Frau hinter Emmanuelle Béart

  • Aktualisiert am

Emmanuelle Béart lieh sie gern ihre Stimme: Schauspiel-Star Nina Hoss Bild: dpa

Acht deutsche Stars sprechen in „8 Frauen“ die französischen Filmdiven - eine davon ist Nina Hoss. FAZ.NET sprach mit ihr.

          Als Billy Wilder die italienische Fassung seines Films „Sunset Boulevard“ sah, kam es ihm vor, als hätte er sie selbst gedreht - auf italienisch. Der Grund: Für die Synchronisation hatte der italienische Verleih Schauspieler eingekauft, die sich in ihre Rollen so eindachten als müssten sie selbst auf der Leinwand agieren.

          Ob der französische Regisseur Francois Ozon der deutschen Synchronfassung seines neuen Films „8 Frauen“ schon ein ähnliches Kompliment gemacht hat, ist nicht bekannt. Die Voraussetzungen hätte der Film. Um den acht französischen Schauspiel-Diven gerecht zu werden, die dem Krimi Glanz verleihen, hat der deutsche Verleih acht deutsche Film-Diven engagiert, die sich, ganz unglamourös, als Synchronsprecherinnen üben: Ruth Maria Kubitschek, Hannelore Elsner, Senta Berger, Katja Riemann, Nicolette Krebitz, Jasmin Tabatabai, Cosma Shiva Hagen sowie Nina Hoss. Die 27-Jährige Film- und Theaterschauspielerin aus Berlin („Das Mädchen Rosemarie“, „Toter Mann“) leiht in „8 Frauen“ Emmanuelle Béart ihre Stimme. FAZ.NET sprach mit Nina Hoss über den Film, über die Kollegin Béart und das für sie ungewohnte Metier der Synchronsprecherin.

          Konnten Sie sich aussuchen, wen Sie sprechen?

          Die Rollen wurden uns zugeteilt. Aber ich war sehr zufrieden mit der Wahl. Für die einen wäre ich zu jung gewesen, für die anderen zu alt. Ich denke, dass der Verleih mit Emmanuelle Béart ganz richtig lag.

          Nicht nur schön, sondern auch gut: Emmanuelle Béart

          Haben Sie zum ersten Mal synchronisiert?

          Ich habe mich selbst schon mal synchronisiert. Das macht man, wenn es beim Drehen Tonprobleme gab. Aber eine fremde Stimme habe ich vorher noch nie synchronisiert. Ich hatte großen Respekt vor der Aufgabe. Man hat eine große Verantwortung. Man kann durchaus ein Spiel des Anderen kaputt machen. Die Regisseurin hat mich allerdings beruhigt. Sie sagte, sich selbst zu synchronisieren, sei schwieriger, weil das absolut lippensynchron sein müsse, während es bei einer fremden Sprache auf den Rhythmus ankomme.

          Gerade das wirkt bei Synchronfassungen aber oft peinlich: Die Synchronstimme hat einen Satz schon beendet, während sich Julia Roberts' Lippen noch bewegen.

          Ich hoffe, dass uns das bei „8 Frauen“ nicht passiert ist. Wir hatten eine sehr gute Regisseurin, die auf Synchronität geachtet hat.

          Mussten Sie sich in die fremde Schauspielerin ähnlich hineindenken wie in ihre eigenen Rollen?

          Absolut. Das ist die Aufgabe. Sonst macht man's nicht gut. Mich regt nichts mehr auf, als wenn Sprecher etwas einfach nur herunterleiern. Ich finde es aber auch schlimm, wenn man versucht, das Spiel des Anderen zu verbessern.

          Wie kamen Sie mit Emmanuelle Béart zurecht?

          Ich habe versucht, ihre Tonalitäten zu übertragen. Sie spielt sehr geschickt mit ihrer Stimme. Ihre Stimme ist recht hoch. Ich habe deshalb versucht, meine Stimmhöhe entsprechend anzupassen. Manchmal wird ihre Stimme tief - dann, wenn sie zu sich selbst wird. Das Dienstmädchen Louise, das sie spielt, verwandelt sich ja. Diese Veränderung im Tonfall habe ich versucht zu berücksichtigen. Außerdem habe ich mich bemüht, den französischen Singsang ins Deutsche hinüberzuretten. Mit hat die Arbeit viel Spaß gemacht. Synchronisieren ist ein bisschen wie Musik.

          Sie scheinen auch vom schauspielerischen Können der Béart recht angetan zu sein.

          Sie ist großartig. Ich konnte alle Feinheiten genau studieren. Was sie an Brüchen in einer Szene hinlegt, muss man erstmal nachmachen. Mit der ganzen Schönheit, die sie hat, ist sie eine große Schauspielerin.

          In dem Film geht es auch um weibliche List. Finden Sie den Film in dieser Hinsicht überzeugend? Mit anderen Worten: Haben Sie sich als Frau wiedererkannt?

          „8 Frauen“ spielt charmant mit Klischees. Es gibt da gewisse Spielchen und Hinterlistigkeiten, die man von sich und von anderen Frauen kennt. Aber die Frauen in dem Film bringen das sehr charmant rüber.

          Wie war es, mit so vielen deutschen Diven zusammenzuarbeiten?

          Da wir alle einen dichten Terminkalender haben, mussten wir getrennt aufnehmen. Was meine Kolleginnen gemacht haben, habe ich noch gar nicht gesehen.

          Hand aufs Herz: Sehen Sie Filme lieber synchronisiert oder im Original?

          Wenn ich die Gelegenheit habe, sehe ich mir Filme lieber in der Originalfassung an. Leider werden ja nicht viele Filme im Original gezeigt.

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