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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Ian Kershaw Was wäre gewesen, wenn?

18.03.2005 ·  Ohne Churchill hätten Hitlers Pläne vielleicht zum Erfolg geführt: Ian Kershaw spricht über die mögliche und die wirkliche Geschichte des Zweiten Weltkriegs.

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Ohne Winston Churchill wäre der Zweite Weltkrieg deutlich anders verlaufen. Das sagt der britische Historiker Ian Kershaw, der weltweit als einer der besten Kenner Hitlers und der nationalsozialistischen Ära gilt, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

„Churchill, im Mai 1940 gerade Premierminister geworden, war es, der sich für das Weiterkämpfen einsetzte“, so Kershaw im F.A.Z.-Gespräch mit Frank Schirrmacher und Stefan Aust. „Churchill war einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg der Alliierten.“

Adolf Hitler beschreibt Kershaw, der eine zweibändige Hitler-Biographie verfaßt hat, als autoritären Typen, „aber mit einer besonderen Ausstrahlung. Vor dem Krieg galt er als Eigenbrödler, als egozentrisch, als Außenseiter. Erst nach dem Krieg wurde dieser komische Typ einer, der etwas zu sagen hatte, das andere Leute irgendwie fesselte. Ein autoritärer Typ, besessen von einem außerordentlichen und kaum zu verstehenden Vernichtungswillen.“

Seinen Aufstieg habe Hitler aber auch den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen verdankt. „Natürlich gab es sehr viel Selbstgleichschaltung, das kam nicht alles von oben“, sagt Kershaw. „Die Hoffnung war da in breiten Kreisen der Bevölkerung, ein neues Deutschland aufzubauen, ein starkes Deutschland, ein stolzes Land. Hitler konnte diese Hoffnungen verkörpern.“

Wäre der Diktator 1938 einem Attentat zum Opfer gefallen, so „hätte die Bevölkerung damals Hitler als den größten deutschen Staatsmann überhaupt gefeiert“, ist Kershaw überzeugt. „Im April 1939 wäre das vielleicht ein bißchen anders gewesen. Da war er schon in Prag einmarschiert, und da konnte man schon sehen, daß Hitler nicht nur ein Nationalist war, sondern daß er auf ein deutsches Imperium pochte, das in Richtung Krieg ging.“

Die zwölfteilige DVD-Dokumentation von F.A.Z. und Spiegel TV enthält einen Hauptfilm von hundert Minuten mit seltenen historischen Filmaufnahmen und zusätzlich ein Interview, das Stefan Aust und Frank Schirrmacher mit prominenten Zeitzeugen oder Historikern geführt haben. Jede DVD kostet 17,90 Euro zuzüglich Versandkosten und ist unter der Telefon-Nr. 0180 212 5212 oder unter DVD-Serie "Hundert Jahre Deutschland" zu bestellen. „Hundert Jahre Deutschland“ kann auch als zwölfteilige Gesamtedition (169,- Euro zzgl. Versandkosten) oder in zwei Teillieferungen (je 89,- Euro zzgl. Versandkosten) erworben werden.

Das komplette Interview mit Ian Kershaw finden Sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 19. März 2005.

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