09.03.2004 · Mahnmal-Architekt Peter Eisenman hat der Jüdischen Gemeinde Berlin ein klärendes Gespräch angeboten. Dabei sollen die durch seinen als antisemitisch empfundenen Witz ausgelösten Kränkungen ausgeräumt werden.
Mahnmal-Architekt Peter Eisenman hat der Jüdischen Gemeinde Berlin ein klärendes Gespräch angeboten. Dabei sollen die durch seinen als antisemitisch empfundenen Witz ausgelösten Kränkungen ausgeräumt werden. Noch gebe es allerdings keinen Termin für eine solche Unterredung, sagte der Sprecher der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Uwe Neumärker, an diesem Dienstag in Berlin. Eisenman werde aber auf jeden Fall zur nächsten planmäßigen Kuratoriumssitzung am 27. Mai kommen.
Eisenman will sich auch nach der heftigen Kritik an seinen Äußerungen nicht vom Bau des Holocaust-Mahnmals zurückziehen. „Ich werde nicht zurücktreten. Das liegt nicht in meiner Art“, sagte der amerikanische Architekt in New York der 3sat-Sendung „Kulturzeit“. Eisenman betonte: „Ich wollte niemanden schädigen oder herabsetzen.“ Vielleicht sei sein Witz falsch übersetzt oder von Kuratoriumsmitgliedern falsch verstanden worden. Er habe ironisch sein wollen und nicht bösartig.
Eisenman, der selbst Jude ist, soll während einer Sitzung erzählt haben, er sei bei einem Zahnarztbesuch in New York gefragt worden, ob seine - Eisenmans - Goldfüllungen von der Firma Degussa aus den Zähnen ermordeter Juden stammten. Nach Angaben von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Vorsitzender des Mahnmal- Kuratoriums, hat sich Eisenman bereits in der vergangenen Woche schriftlich entschuldigt.