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Studenten gegen Verbände : Antiliberaler Islam

Humboldt-Universität in Berlin Bild: dpa

Dem Protest gegen ein Islam-Institut an der Humboldt-Universität haben sich nun auch Studenten-Vertreter angeschlossen. Sie befürchten eine extreme, einseitige Ausrichtung.

          Gegen ein in der Humboldt-Universität (HU) geplantes Islam-Institut protestieren nun auch Studenten-Vertreter im Akademischen Senat. Der Gründungsprozess für ein Zentralinstitut Islamische Theologie sei intransparent und undemokratisch verlaufen, sagte João Fidalgo, Vorsitzender der Kommission Lehre und Studium im Senat. Sie hatten in der letzten Senatssitzung ein Gruppenveto eingelegt, das sich vor allem gegen die extreme, einseitige Ausrichtung des Institutsbeirates richtet. Gerade in dieser „zentralen Frage“, so Fidalgo, habe man die Gremien der HU nicht einbezogen.

          Regina Mönch

          Feuilletonkorrespondentin in Berlin.

          Wie berichtet, sind in den Beirat des künftigen Islam-Institutes nur konservative bis reaktionäre Dachverbände berufen und liberale Muslime ausdrücklich verhindert worden. Die Universität hatte eingeräumt, dies auf Drängen des Berliner Senates zu tun. Nachdem die Ditib und die Islamischen Kulturzentren einen Kooperationsvertrag nicht unterschrieben hatten, hatten Studentenvertreter gehofft, die freien Plätze würden mit Liberalen besetzt, was aber nicht geschah.

          Stattdessen gebe die Universität Werte auf, so eine Sprecherin, und mache sich zum „Gehilfen von politischen Interessen“. Befürchtet wird zudem, ein Vertreter des iranischen Mullah-Regimes – er rief gerade erst zur judenfeindlichen Quds-Demonstration auf – könnte sich auf einen Islam-Lehrstuhl in Berlin bewerben.

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