12.12.2003 · Nur noch acht Sendungen. Inzwischen weiß jeder genau, was er im nächsten Jahr bei Schmidt verpaßt: Erotikmesse Berlin, Kreativpausensondersendung, Boris-Becker-Monat und das Comeback von Harald Juhnke.
Natürlich gibt es todsichere Mittel, sich den Abschied von Harald Schmidt leichter zu machen. Besonders an einem Donnerstag. Einfach ein paar Minuten früher einschalten und die letzten Zuckungen von „alphateam - Die Lebensretter im OP“ anschauen. Wer den Alltag auf dieser Intensivstation („Der Blutdruck sinkt weiter. Wir sind jetzt bei 80 zu 50“) unbeschadet übersteht, der kann nach Schmidts letzter Sendung zumindest sicher sein: Das passiert nie wieder.
Schmidt selbst macht es uns da schon schwerer. Er kritzelt einfach seine fiktive Show-Jahresplanung 2004 mit Filzstift auf einen großen Kalender. Nun weiß also jeder, was er im nächsten Jahr verpaßt: wichtige Geburtstage mit entsprechenden Gästen wie Susanne Juhnke („Es wird schwer, aber wir sollten beide hier haben“), Heidi Kabel, Johannes Heesters, außerdem die Berliner Erotikmesse, KPSS (Kreativpausensondersendung zum Jahrestag der Abschiedsverkündung am 8. Dezember 2004), Boris-Becker-Monat irgendwann nach den Olympischen Spielen. Becker kommt natürlich täglich. Wie bei Kerner, nur länger. Nette Spielchen inklusive: „Wir bringen die Frauen, und Becker muß sich erinnern.“
Kleiner Trost: Schmidt und Becker - darauf kann man gut und gerne verzichten, sofern es dabei um Leibesübungen aus der Welt des Sports geht. Mag das Feuilleton Schmidt auch noch so loben, der Sport wendet sich immer wieder mit Grausen ab. Gestern trug er einen weißen Kampfanzug, um sich von einem Mitarbeiter nach einigen Aufwärmübungen leichte Tritttechniken in Taek Won Do zeigen zu lassen. Und auch noch nachzumachen! Ein erschütternder Anblick. Wie ein Tritt in die Magengrube. Nein, barfuß, in kurzen Hosen, mit Boxhandschuhen oder Schweißband, womöglich sogar in Badehose wollen wir Harald Schmidt nie oder zumindest nie mehr sehen. Gäbe es tatsächlich einen Becker-Monat, käme er vielleicht noch auf die Idee, mit seinem Gast Studiotennis zu spielen. Es wäre nicht auszuhalten.
Mit einem schlimmen Gerücht muß nach dieser vorletzten Donnerstag-Show abschließend noch aufgeräumt werden. Die Behauptung, Harald Schmidt mache sich über seine bald womöglich arbeitslosen Mitarbeiter lustig, indem er zum Beispiel über die Länge der Warteschlangen im Arbeitsamt lästert, stimmt so nicht. Das machen die schon selbst. So trug eine rothaarige Anja deutlich sichtbar ein Pappschild auf dem Rücken mit der Aufschrifft: Suche Job. Gelernt ist gelernt.