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Freitag, 17. Februar 2012
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Harald Schmidt - der Countdown SMKEN - „Sonne macht kernige Eingeborene nachdenklich“

20.12.2003 ·  Wie werde ich wie Schmidt? Das große Vorbild gibt in einem Grundkurs für Jungmoderatoren generös seine ganzen Erfahrungen im Showgeschäft weiter, läßt damit aber alle Nachfolgekandidaten ins Leere laufen.

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Nach Kohl kam Schröder, nach Big Brother Slatko kam Küblböck, nach Effenberg Ballack, also wird auch irgendeiner nach Schmidt kommen. Der das sein wird, durfte eine Menge lernen während der Sendung am Freitag abend. Darin gab der große Meister generös all sein Wissen über das Showbusiness in einem knappen Grundkurs für Jungmoderatoren weiter. Motto: am Freitag lernen, am Wochenende üben, am Montag bewerben. Schließlich ist es gar nicht so schwer, im Fernsehen Karriere zu machen. Außerdem wird bald eine Stelle frei.

Schmidts Lehrfilm war eine Aufzeichnung von 1989, als er noch langhaarig und unfaßbar geschmacklos gekleidet für den Süddeutschen Rundfunk moderierte. Er zeigte Ausschnitte einer Abendsendung in der Böblinger Sporthalle, die gemeinerweise den Titel „So schön war die Zeit“ hatte. Zusammengefaßt sieht der Schmidtsche Moderatoren-Katechismus so aus: „geile Klamotten“, sicheres Herabschreiten auf der Showtreppe, zwei Musikbands und Gymnastik vor der Sendung; Sport muß sein, damit der Moderator keine Zerrung im Nacken erleidet, wenn er die Bühne abschreitet, dabei aber immer mit verrenktem Hals zum Publikum schauen und lustige Sachen sagen muß.

„Ist das Rotz oder Schweiß?“

Was als Ratschlag für die Generation nach Schmidt daherkam, war natürlich eine versteckte Gemeinheit. Wer diesen Anforderungskatalog abarbeitet, wird es nie zu etwas bringen, jedenfalls nicht im Fernsehen. Geile Klamotten braucht keiner mehr, wie Thomas Gottschalk und Stefan Raab regelmäßig beweisen. Showtreppen werden kaum noch aufgestellt, weil jeder, der nicht Peter Frankenfeld oder Peter Alexander heißt, albern aussieht, wenn er sie benutzt. Zwei Musikbands kann sich ohnehin kein Sender mehr leisten; selbst Schmidt hat nur eine kleine in seiner Sendung. Bleibt die Gymnastik. Immerhin, sie hat noch keinem geschadet. Allerdings ist ein Aufwärmprogramm vor einem stundenlangen Einsatz unter Scheinwerfern wohl eher Zeitverschwendung.

Besser wäre es gewesen, Schmidt hätte verraten, wie der perfekte Moderator von heute das lästige Schwitzen in einem saunaheißen Studio vermeidet. Er selbst war damals nämlich vor lauter Aufregung unnatürlich feucht um die Mundpartie herum. Das sorgt für Spott, auch 14 Jahre später. Moderatorenassistent Andrack fragte frech: „Ist das Rotz oder Schweiß?“ Schmidt konnte sich gerade noch so retten: „Das ist die Spucke des Hausmeisters.“

Wer auf die Schnelle wissen will, ob er die Schlagfertigkeit und Kreativität mitbringt, um es der Show-Größe Schmidt gleichzutun, muß allerdings kein ganzes Wochenende üben. Er kann einfach die Buchstabenfolge S-M-K-E-N zu einem Satz formen, wobei jedes der fünf Wörter des Satzes mit dem entsprechenden Buchstaben beginnen muß - ein aufschlußreiches Spiel, das Schmidt auf Anregung von Madame Nathalie, der charmanten Französin, von der wir vor allem die Stimme kennen, spielen mußte. Dabei sei jedem in Erinnerung gerufen, daß vor und nach und selbst bei Schmidt immer noch gilt: Aller Anfang ist schwer. Das große Vorbild startete schwach: „Soll man keinen Erzeuger nennen.“ Auch der zweite Versuch sollte Nachfolgekandidaten eher ermutigen als einschüchtern: „Sonne macht kernige Eingeborene nachdenklich.“

Harald Schmidt hört auf, und seine Sendung ist erfolgreich wie nie: Die letzten Ausgaben wollen so viele Menschen wie möglich verfolgen. Wer die Show vom Vorabend nicht gesehen hat, dem teilen wir hier mit, ob er etwas verpaßt hat.

Quelle: @umx.
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