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Hamburg : Das Bucerius Kunst Forum eröffnet mit Picasso

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Mit der Ausstellung „Picasso und die Mythen“ nimmt das neu gegründete Kunsthaus der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius seinen Betrieb auf.

          Mit einer thematisch konzentrierten Picasso- Schau eröffnet das neue Kulturzentrum Bucerius Kunst Forum im Herzen Hamburgs seinen Betrieb. Gleich neben dem Rathaus der Hansestadt soll bis zum 16. März die Ausstellung „Picasso und die Mythen“ die Menschen anlocken. Das von der „Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius“ eingerichtete und unterhaltene Kunsthaus setzt mit seinem Programm voller bewährter Highlights von der Antike bis zur Klassischen Moderne auf ein breites Publikum. Dabei wollen die Organisatoren mit „Lunch- und After Work-Führungen“ auch die Geschäftsleute aus der City ansprechen.

          „Was München kann, kann Hamburg schon lange“, sagte der Vorsitzende der Zeit-Stiftung, Prof. Michael Göring, am Mittwoch als Anspielung auf die erfolgreiche Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in der bayerischen Landeshauptstadt. „Wir wollen dazu beitragen, mit international bedeutenden Ausstellungen Hamburgs Ruf als Kulturstadt zu festigen“, betonte Göring. Dabei sei weder eine Konkurrenz zu den großen Kunstinstitutionen Hamburgs angestrebt noch eine Verminderung der Förderung Hamburger Kulturprojekte durch die Stiftung.

          Gegenüberstellungen

          Auf die Picasso-Schau folgen Ausstellungen zu Lucas Cranach, Max Beckmann und Auguste Rodin, zu russischen Ikonen und etruskischer Kunst. „Unser Ziel sind überschaubare Ausstellungen, nicht riesige Retrospektiven. Eine gewisse Reduktion des Volumens bedeutet in der Regel die Möglichkeit zu höherer Qualität“, meinte der Künstlerische Leiter des Forums, der ehemalige schleswig-holsteinische Landesmuseumsdirektor Prof. Heinz Spielmann. Der wissenschaftliche Hintergrund zu den einzelnen Projekten wird bei Symposien mit renommierte Fachleuten erarbeitet und in den Ausstellungskatalogen veröffentlicht.

          Die Eröffnungsschau dokumentiert anhand von rund 170 Picasso- Werken und 40 Arbeiten der mediterranen Antike und afrikanischer Kulturen, in welchem Maße das Ouevre des Spaniers in der Tradition wurzelt und von Mythen inspiriert war. Dabei hat Ausstellungskurator Steingrim Laursen, ehemals Direktor des Louisiana Museum of Modern Art bei Kopenhagen, Picasso-Werke aus allen Schaffensphasen und Techniken zusammengestellt. Die Leihgaben aus internationalen Museen und privaten Sammlungen präsentieren sich so in chronologischer Breite und großer Materialvielfalt.

          Freiplastik aus Picassos Garten

          Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Keramiken und Schmuck Picassos (1881-1973) sind zu sehen, darunter einige selten gezeigte Arbeiten. Zu den Glanzstücken der Schau zählen Schmuckstücke für Picassos Geliebte Dora Maar und der „Aulos-Spieler“ von 1954/55, eine 1,15 Meter hohe Freiplastik aus Ton, die früher in Picassos Garten in der Villa „La Californie“ bei Cannes stand und der Öffentlichkeit bislang vorenthalten geblieben ist.

          Die Ausstellung zeigt, wie Picasso sich von Mythen anregen ließ und sie in die Gegenwart und auf das eigene Leben übertrug. In mythischen Figuren aus der antiken Götter- und Menschenwelt erkannte er Ebenbilder, die ihn zu neuen Erfindungen anregten. Faune und Centauren erzählen in seinen Bildern von erlebtem Glück. Für den Minotaurus, das Mischwesen aus Mensch und Tier, ersann der spanische Künstler neue Rollen. Picasso selber sagte einmal: „Die Kunst der Griechen, der Ägypter, der anderen großen Maler aus allen Zeiten ist keine Kunst der Vergangenheit, vielleicht ist sie heute lebendiger denn je.“ Hauptwerke wie die bisher kaum gezeigte Plastik „Absinth-Glas“ (1914) verdeutlichen, welchen Weg Picassos Kunst von der Entdeckung überlieferter Formen bis zu seinen eigenen Bilderfindungen zurücklegte. Zu den Stierdarstellungen in der Ausstellung zählt auch Picassos berühmter „Stierschädel“ von 1942, den er aus Sattel und Lenkstange eines Fahrrades montierte.

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