http://www.faz.net/-gqz-8mdv5

Händewaschen : Immer diese Tage

Bitte kein übertriebenes Händeschütteln – aus Hygienegründen! Bild: dpa

Alles wird beschriftet und beschildert, und neuerdings sogar Tage. Das ist schön, da kann jeder mitmachen.

          In mein Leben treten mehr und mehr lehrreiche Beschilderungen. Auf der Autobahn werde ich auf schöne Plätze hingewiesen, durch keinen Wald kann ich gehen, ohne Anregungen für Fitness-Übungen zu erhalten. Wollte ich noch einmal studieren, so müsste ich meine Bachelor-Arbeit in geschlechtergerechter Sprache abfassen, Leitfäden sind an jeder Universität erhältlich.

          Nur aus politisch-strategischen Erwägungen ist das alles gar nicht zu erklären; eher geht es wohl darum, dass schlechterdings keine Handlung ohne hilfreiche Handreichung möglich ist. Alles soll irgendwie beschriftet werden, Wände durch Graffiti, Körper durch Tattoos und T-Shirts mit Botschaften.

          Beschriftet werden auch die Tage. Am 13. Mai feiern wir den Tag des Rauchmelders, am 10.März den Welt-Nieren-Tag. Im April steht der deutsche Tag des Kaffees an, aber Vorsicht: Angeblich findet der „International Coffee Day“ am 1. Oktober statt, nach anderen Angaben gibt es aber am 24. September noch einen Kaffee-Gedenktag. Am 29. April ist Welt-Tanz-Tag, am 3. Mai der Tag der Sonne (nur in Nordkorea), am 23. April aber der (international zelebrierte) Tag der Erde. Wer wünschte sich da nicht einen Welt-Neptun-Tag? Am 23. Mai: Welt-Schildkröten-Tag. Immer auf den dritten Samstag im Januar (beweglicher Feiertag!) fällt der „Tag des deutschen Schlagers“.

          Heute aber ist der Welttag des Händewaschens. Bitte nicht verwechseln mit dem Welttag der Handhygiene, der auf den 5. Mai fällt. Beide von der Weltgesundheitsorganisation ins Leben gerufen. „Von einem Übertreiben des Händeschüttelns wird abgeraten“, steht in den praktischen Hinweisen. Da kann auch der Salafist mitmachen, bei uns wird keiner ausgeschlossen.

          Weitere Themen

          Im Weltgeschichtesausen

          Ursula Krechels „Geisterbahn“ : Im Weltgeschichtesausen

          Ursula Krechel setzt mit „Geisterbahn“ den fulminanten Schlusspunkt ihrer Romantrilogie zur deutschen Kriegs- und Nachkriegsvergangenheit. Im neuen Werk steht eine Trierer Sinti-Familie im Mittelpunkt.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.