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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Gut und böse Gesülz und Gelaber

 ·  Kuschler, Schmeichler und Menschenversteher: Der ehemalige ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser kritisiert Biolek und Beckmann.

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Der ehemalige ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser hat kurz vor seinem Wechsel zum privaten Nachrichtensender n-tv scharfe Kritik am politischen Journalismus bei ARD und ZDF geübt. Polit-Gesprächsrunden würden dort boulevardisiert und verfehlten teilweise ihren gesetzlichen Informationsauftrag, sagte Bresser am Mittwoch in Berlin. Seine Entscheidung, die n-tv-Sendung „Talk in Berlin“ vom ausscheidenden Erich Böhme zu übernehmen, sei eine Konsequenz daraus.

Talkshows im öffentlich-rechtlichen Fernsehen würden zunehmend Moderatoren wie Alfred Biolek, Reinhold Beckmann und Johannes B. Kerner überlassen. „Nichts gegen diese Kollegen, aber dass sie sich sonderlich für Politik und Macht, Entscheidungen und Entwicklungen interessieren, wird keiner behaupten wollen“, sagte Bresser. „Die großen Kuschler, Schmeichler und Menschenversteher sind auf dem Vormarsch.“ Informationen kämen dabei im Wesentlichen nicht heraus.

Bresser folgt auf Böhme

Er selbst sei ein Junkie, süchtig nach Neuigkeiten, Nachrichten und Politik, sagte der 66-Jährige. In der sonntäglichen Live-Sendung „Talk in Berlin“, die er am 29. September übernehme, werde „nicht gesülzt und gelabert“, kündigte Bresser an. Die Gesprächsrunde hatte Erich Böhme seit 1990 als „Talk im Turm“ bei SAT.1 moderiert. Als „Talk in Berlin“ wechselte sie 2000 zu n-tv.

Bresser wird nach n-tv-Angaben zudem die Runde der Partei-Generalsekretäre während der Bundestagswahl am 22. September moderieren. Er arbeitete 25 Jahre lang für das ZDF, davon zwischen 1988 und 2000 als Chefredakteur. Er entwickelte unter anderem die Sendungen „Frontal“, „Berlin direkt“, „Was nun...“ und, gemeinsam mit Dieter Kronzucker, das „heute-journal“. Zum letzten Mal wird Bresser die ZDF-Sendung „Was nun...“ am 21. August moderieren.

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