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Gut & Böse Regisseur Kiarostami darf nicht nach Amerika

01.10.2002 ·  Eklat beim New Yorker Filmfestival: Der iranische Regisseur Abbas Kiarostami bekam kein Visum für die Vereinigten Staaten.

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Die verschärften Einreisebestimmungen in die Vereinigten Staaten für Staatsbürger aus muslimischen Ländern haben ein prominentes Opfer gefunden: Der iranische Regisseur Abbas Kiarostami, 1997 Gewinner der Goldenen Palme beim Festival in Cannes, kann am diesjährigen New Yorker Filmfestival nicht teilnehmen, weil er sein Visum nicht rechtzeitig bekam.

Einem Bericht der „New York Times“ zufolge hätte Kiastorami das Visum drei Monate vor seiner Reise stellen müssen, eine Anforderung, die für ein Filmfestival unrealistisch ist, weil Festivalprogramme in der Regel kurzfristiger festgelegt werden.

Die „New York Times“ berichtet, dass Kiarostami eigens von Teheran nach Paris geflogen war, um sein Visum dort an der amerikanischen Botschaft zu beantragen. Die amerikanische Botschaft in Teheran ist geschlossen. In Paris wurde Kiarostami beschieden, dass sein Antrag einer dreimonatigen Hintergrundprüfung unterzogen werde. Kiarostami soll daraufhin gesagt haben, er hoffe, dass seine Karriere als Film-Regisseur für sich spreche und eine solche Prüfung überflüssig sei. Da das Konsulat offensichtlich bei seiner Haltung blieb, zog Kiarostami seinen Visumsantrag zurück.

Kaurismaki sagte ab, aus Protest

Ob es in der Sache eine Rückfrage der Konsularabteilung in der Kulturabteilung der Botschaft gab, ist nicht bekannt. Die amerikanische Botschaft in Paris konnte auf Anfrage von FAZ.NET dazu keine Angaben machen. Es wurde lediglich darauf hingewiesen, dass „für jeden die gleichen Gesetze“ gelten.

Beim New Yorker Filmfestival sorgte der Fall für einen Eklat. Aus Protest gegen Kiarostamis Abwesenheit sagte auch der finnische Regisseur Aki Kaurismaki seine Teilnahme ab. Er gab sich „besorgt“ darüber, dass ein Filmemacher „seiner Nationalität wegen“ nicht sofort ein Visum bekam und fügte sarkastisch hinzu: „Wenn die Vereinigten Staaten einen Iraner nicht wollen, dann werden sie auch für einen Finnen keine Verwendung haben. Wir haben ja nicht mal Öl.“

Kiarostamis neuen Film „Ten“, der diese Woche beim Festival gezeigt wird, preist die „New York Times“ derweil als ein Werk von großer Präzision und Einfühlsamkeit. Erzählt wird die Geschichte eine Taxifahrers in Teheran, dessen Gespräche mit Fahrgästen nach Meinung des Kritikers die „Komplexität“ der iranischen Gesellschaft „zum Leuchten bringen“.

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