27.04.2006 · Nach mehr als vier Jahren ist der Streit über eine Neubebauung des Geländes des World Trade Centers in New York beigelegt. Der Bau des 540 Meter hohen „Freedom Towers“ könnte demnächst beginnen.
Der Bauentwickler Larry A. Silverstein hat den Kampf aufgegeben, die fünf Türme, die für Ground Zero geplant sind, alleine zu bauen. Die Verantwortung für den zentralen Freedom Tower und einen zweiten Turm übernimmt statt dessen die Hafenbehörde, die Port Authority of New York and New Jersey, der das gesamte Grundstück gehört.
„New York hat lange genug gewartet“, begründete Silverstein sein Einlenken. „Jetzt müssen die gegenseitigen Schuldzuweisungen aufhören, und wir müssen alle zusammenarbeiten, um unsere wichtige Mission zu erfüllen.“
Bürgermeister Bloomberg und die beiden Gouverneure von New York und New Jersey hatten seit Monaten Silverstein zum Rückzug aufgefordert, weil sie ihm nicht zutrauten, die nötigen Finanzen für das gesamte Sieben-Milliarden-Dollar-Unternehmen aufzubringen. Der Weg scheint nun frei zumindest für den Bau des 540 Meter hohen Freedom Tower, der mit seinem Design freilich für wenig Begeisterung sorgt. Kreisen zufolge könnten die Arbeiten an dem Gebäude schon in wenigen Tagen beginnen. Nach den Plänen soll der Turm 2011 fertig sein. Der ursprüngliche Entwurf für den Freedom Tower von Daniel Liebeskind wurde auf Betreiben Silversteins mittlerweile stark abgeändert.
Zudem gibt es weiter Streit um das Mahnmal. Sicherheitsspezialisten kritisieren den Entwurf, die Familien der Terroropfer sind immer noch nicht mit allen Details einverstanden, und die geschätzten Baukosten haben sich inzwischen, bei äußerst lauem Spendeneingang, von imposanten fünfhundert auf kolossale achthundert Millionen Dollar erhöht.
Die Gebäude in Manhattan sollen am Ende eine Gedenkstätte umgeben, an der - etwa in Form eines Museums - an die rund 3000 Menschen erinnert werden soll, die den Anschlägen zum Opfer gefallen waren.