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Grimme-Preise Schmidt, Pastewka und sonst nichts

28.01.2003 ·  Schlechte Unterhaltung: Nur zwei Fernsehshows sind diesmal für den Grimme-Preis nominiert. Weit besser schneidet der Fernsehfilm ab.

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Fernsehpreise gibt es viele, als der wichtigste gilt aber nach wie vor der Adolf-Grimme-Preis. Das mag daran liegen, dass hier nicht irgendwelche Prominenten oder gar die Sender selbst einander mit Preisen bedenken, sondern - ganz seriös - Jurys aus Fachjournalisten, Medienwissenschaftlern und sogar Vertretern der Volkshochschulen in langwierigen Sitzungen entscheiden, welche Leistungen im Fernsehjahr herausragend waren.

Am 21. März werden in Marl die diesjährigen Grimme-Preise verliehen. Der erste Schritt dorthin ist nun vollzogen: An diesem Dienstag ist bekanntgegeben worden, wer nominiert worden ist. Darunter sind zahlreiche alte Bekannte.

Mal wieder Harald Schmidt

Fast schon obligatorisch ist bei Grimme die Nominierung von Harald Schmidt. Zum wiederholten Male hält man in Marl eine einzelne Ausgabe seiner Sat.1-Late-Show für preisverdächtig: Diesmal wurde die Show vom 31. Oktober 2002 ausgewählt, die sich selbstreferentiell mit der Übernahme der ProSiebenSat.1-Media AG durch den Heinrich Bauer Verlag befasste. Ob das Genre Unterhaltung tatsächlich so brachliegt oder den Grimme-Juroren schlicht der Sinn dafür fehlt: Nominiert wurde daneben nur noch eine weitere Unterhaltungsshow, Bastian Pastewkas stumme Comedy „Ohne Worte“ auf RTL.

Wesentlich größer ist das Angebot bei den TV-Filmen. Nominiert wurden Filme wie „Im Chaos der Gefühle“ (SWR), „England!“ (ZDF) „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ (NDR), „Blond - Eva Blond!: Der Mörder spricht das Urteil“ (SAT.1), „Toter Mann“ (ZDF/ARTE) „alaska.de“ (ORB) oder „Die Freunde der Freunde“ (WDR) - Letzterer von Dominik Graf, auch so ein Dauergast auf der Nominierungsliste.

Der bessere Stoiber

Bei den Serien und Mehrteilern sind unter anderem, auch das wenig überraschend, „Berlin, Berlin“ (RB/NDR) sowie „Edel & Starck“ (Sat.1) nominiert. Eine Nominierung, allerdings im Dokumentargenre, geht an den ARD-Publikumserfolg „Schwarzwaldhaus 1902“ (SWR). Für Spezialpreise vorgesehen sind der Schauspieler Günter Maria Halmer, der Autor David Safier („Berlin, Berlin“, „Mein Leben und ich“), Michael Kloft für seine historischen „Spiegel-TV“-Dokumentationen und sogar ein Vertreter des vermeintlich aussterbenden Genres Politkabarett: Mathias Richling „für seine detailgenauen, das Wahljahr begleitenden Parodien von Edmund Stoiber im 'Scheibenwischer' (SFB)“.

Als „Darstellerpersönlichkeit des Jahres 2002“ bezeichnet das Grimme-Institut den späten Senkrechtstarter Axel Prahl, der mit seinen lebensnahen Auftritten herausragende Kino- und TV-Filme wie „Halbe Treppe“, „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ oder „Die Polizistin“ geprägt und in den beiden vergangenen Jahren schon etliche Auszeichungen erhalten hat. Nominiert ist Prahl aber einzig für seine Premiere als Münsteraner „Tatort“-Kommissar in „Der dunkle Fleck“ - gemeinsam mit seinem Partner Jan Josef Liefers und den Autoren Jan Hinter und Stefan Cantz.

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