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Grass zum Zweiten Aber

 ·  Israel, Birma, DDR: Was will uns Günter Grass mit seiner zweiten Stellungnahme sagen? Will er überhaupt irgendetwas sagen? Über die Auslegungen einer Konjunktion.

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Was ist der DDR, Birma und Israel gemeinsam? Diese drei Länder, schreibt Günter Grass, hätten ihm die Einreise verboten. Was ist der Unterschied zwischen der DDR, Birma und Israel? Die ersten beiden seien Diktaturen, schreibt Grass, Israel sei eine Demokratie. Doch es fällt ihm noch ein anderer Unterschied ein: Die DDR ist untergegangen, Israel und Birma existieren. Grass formuliert es so: „Die DDR gibt es nicht mehr. Aber als Atommacht von unkontrollierbarem Ausmaß begreift sich die israelische Regierung als eigenmächtig und ist bislang keiner Ermahnung zugänglich. – Allein Birma lässt kleine Hoffnung keimen.“ Also gibt es – „Aber“, „Allein“ – noch einen dritten Unterschied, der jedes der drei Länder vom anderen trennt.

Doch was meint Grass mit „Aber“ und „Allein“? Wohl kaum: Aber weil Israel eine Atommacht ist, gibt es Israel noch. Dass die DDR aufgrund ihrer Zugänglichkeit für Ermahnungen untergegangen ist, kann es auch nicht bedeuten. Wieso also „Aber“? Meint Grass denn: Obwohl die DDR untergegangen ist, hört Israels Regierung bislang nicht auf Ermahnungen wie seine? Und meint er mit der kleinen Hoffnung, die allein Birma lasse, die Möglichkeit, dass ein Land, das ihn, Grass, einst nicht einreisen ließ, sich irgendwann doch Ermahnungen zugänglich zeigen könne? Und fortexistieren?

Wenn es das nicht ist, wenn es keine geschichtsphilosophische Warnung sein soll, die hier an der eigenen Biographie exemplifiziert wird, als bedeutete es nun etwas außer jeweils absurden Entscheidungen, dass gerade diese drei Länder Grass die Einreise verweigerten – heißt jenes „Aber“ dann überhaupt irgendetwas? Oder ist es nur das grammatisch undeutbare Zeichen dafür, dass hier einem Schriftsteller Vorgänge symbolisch werden, die es auch dann nicht sind, wenn sie ihn betroffen haben.

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Jahrgang 1962, stellvertretender Leiter des Feuilleton.

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