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Glosse Feuilleton Wollita

 ·  Es gibt sie noch, die ganz anderen Biographien. Hart, aber herzlich. Unwahrscheinlich, aber wahr. Traurig und trotzdem lustig. Beim Martin Schmitz Verlag wird man fündig. Wollita heißt die Heldin, aufgeschrieben haben die Geschichte Francoise Cactus und Wolfgang Müller.

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Es gibt sie noch, die ganz anderen Biographien. Hart, aber herzlich. Unwahrscheinlich, aber wahr. Traurig und trotzdem lustig. Beim Martin Schmitz Verlag wird man fündig. Wollita heißt die Heldin, aufgeschrieben haben die Geschichte Francoise Cactus und Wolfgang Müller. Wollita, du Phantasie der Häkelnadeln, du Traum fleischfarbener Wollknäuel. Wo-lee-ta. Es eilt die Zunge im Dreisprung von Silbe zu Silbe, bis sich die Karriere des sanften Frauchens entfaltet - vom Wollknäuel zum Superstar. Sie existieren noch, die schrägen, die unangepaßten, die nie bestsellerlistentauglichen, die ungefährlichen Gestalten. Dabei ist es eine Geschichte voll Engagement, ein kritischer Beitrag zur Rolle der Frau, voll Solidarität, voll Kunst, wie aus einer einfachen Topflappenhäkelpuppe, geboren auf Lanzarote und zu Hause in Berlin-Kreuzberg, ein Skandalobjekt wird, beleidigt und bekämpft von der Boulevardpresse, verschmäht und doch geliebt. Sogar Lieder werden von ihr gesungen, von "Stereo Total": "Wollita, Wollita, außer Kontrolle, Brust, Haut und Haar, alles aus Wolle." Ach, Wo. Lee. Ta. tw

Quelle: F.A.Z., 22.10.2005, Nr. 246 / Seite 37
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