14.11.2006 · Angestellte der OECD entwickeln gerade einen Test, mit dem nach dem Pisa-Exerzitium nun auch die Erwachsenen auf kognitive Fähigkeiten hin geprüft werden sollen. 2009 könne "die erste Runde" stattfinden.
Angestellte der OECD entwickeln gerade einen Test, mit dem nach dem Pisa-Exerzitium nun auch die Erwachsenen auf kognitive Fähigkeiten hin geprüft werden sollen. 2009 könne "die erste Runde" stattfinden. Sie soll weltweit das Vermögen testen, Buchstaben, Zahlen und Wörter zu erkennen, dann kommen Aufgaben zum Leseverständnis, zum Problemlösen und zu Computern. Und dann? Dann gibt es eine Ländertabelle. Und Schlagzeilen, die "Wir sind Einstein!" oder "Deutsche dümmer als Dänen" lauten werden. Anschließend folgt eine Riesendiskussion mit Rufen wie "lebenslanges Lernen!" und "Rohstoff Bildung!" Es wird Herr Andreas Schleicher von der OECD auftreten, der den Test jetzt ankündigt, dessen gegenwärtiger Bildungszustand aber selber keinem unterzogen worden ist. Und er wird sagen, so ungleich dürfe es nicht weitergehen. Hat er bisher immer gesagt. Man wird feststellen, daß Analphabetismus mit Herkunft korreliert. Daß die Computerkenntnisse bei denen, die keinen Computer haben, schwächer sind als bei den anderen. Daß nicht alle ehemaligen Gymnasiasten schlau sind. Und daß die meisten nach der letzten Schulprüfung schlagartig vergessen, wie man einen Kreisumfang berechnet. Potztausend, wird man sagen, das haben wir uns alles ja - ganz genau so gedacht. Und während der Geräuschpegel jeden verständigen Menschen den Empfänger abdrehen läßt, wird man vor Tabellendeuterei, besorgten Gesichtern und lebenslangem Rohstoffgeschwätz als den einzigen Folgen der Veranstaltung gar nicht merken, welche Komödie sich da abspielt: die Komödie eines Landes, das auf allen Bildungsstufen Prüfungen entwertet, weil es immer größere Personenzahlen in immer höhere Bildungshöhen zu transportieren sich verspricht, was bei gleichzeitigem Unterrichtsschwindel (plus Unterrichtsgarantie durch Aufsichtspersonal) und Geiz bei Bildungsausgaben ohne Durchwinken und Gratiszertifikate einfach nicht geht; eines Landes, das Studiengänge toleriert, in denen Durchschnittsnoten von 1,2 erzielt werden, und sich Pädagogen leistet, die Prüfungen bildungsinadäquat finden. Was, wenn nicht eine Komödie, wäre es, wenn ausgerechnet ein solches Land sich von Weltvergleichsangestellten, die die meiste Zeit in der Wirklichkeit von Konferenzzimmern verbringen, in Form einer Prüfung selber wie ein riesiges dummes Kind behandeln ließe? Denn die Dummheit bestünde hier ja nicht im Schlechtabschneiden, sondern schon im Teilnehmen. kau