Der Bergsteiger Reinhold Messner (58) hat den Streit um ein Buch über den Tod seines Bruders vor dem Hamburger Landgericht gewonnen.
In dem Werk war unter anderem der Verdacht geäußert worden, daß Messner 1970 bei der Überschreitung des Achttausenders Nanga Parbat aus überzogenem Ehrgeiz den Tod seines Bruders Günther mitverursacht habe. Diese Passagen in dem Buch „Zwischen Licht und Schatten - Die Messner-Tragödie am Nanga Parbat“ des Autors Hans Saler (Münchner A1 Verlag) hatte der Südtiroler zunächst per einstweiliger Verfügung verbieten lassen. Die Verfügung wurde am Dienstag vom Gericht bestätigt.
„Vorwürfe von ganz erheblichem Gewicht“
Der Autor Hans Saler schildert mehrere Varianten zum möglichen Tod des damals 24 Jahre alten Bruders. Die Behauptungen, Messner habe sein Vorhaben der Besteigung rücksichtslos durchgesetzt, seien „Vorwürfe von ganz erheblichen Gewicht“ und daher zu verbieten, erklärte der Vorsitzende des Zivilgerichts, Andreas Buske. Entscheidend sei, „wie sich die Äußerungen dem unbefangenen Durchschnittsleser darstellen.“
Messner selbst hat sich widersprüchlich zu den Ereignissen vor 33 Jahren auf seiner ersten wichtigen Exkursion geäußert. Der Bergsteiger betonte aber immer, daß er zusammen mit seinem Bruder wieder abgestiegen sei. Dabei sei dieser vermutlich von einer Eislawine erfasst worden.