Home
http://www.faz.net/-gqz-73vl4
Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Gelungene Keimbahn-Manipulation Das Schicksal ist steuerbar

 ·  Man nehme Eizellen im Reagenzglas und tausche das Genom aus: In Amerika haben Forscher durch „Spindeltransfer“ menschliche Embryonen mit drei Eltern erzeugt.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (11)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Hermann Junghans

Chancen vorsichtig nutzen

Die Keimbahntherapie birgt erhebliche Risiken. Sie gibt uns aber auch Chancen, die wir sehr vorsichtig nutzen sollten. Es ist eine Errungenschaft unserer Zivilisation nicht mehr so sehr der harten Selektion der Natur unterworfen zu sein und auch mit (vererbbaren) Krankheiten überleben zu können. Andererseits steigt damit auch unsere Abhängigkeit von der modernen Medizin. Sobald Keimbahntherapie beim Menschen zuverlässig genug eingesetzt werden kann, werden die von diesen vererbbaren Beeinträchtigungen Befreiten weniger von moderner Medizin abhängig sein. Die Grenze zwischen korregieren (der beeinträchtigten Geninformation) und kreieren (medizinisch sinnlose Änderung der Geninformation) muss durch den Gesetzgeber gezogen werden. Ich wünsche mir abgewogene Argumente vor allem der Politik, was an Keimbahntherapie sinnvoll ist und was nicht, statt eines platten Verbotes. Irgendwann zuverlässig eingesetzt, wird die Keimbahntherapie viel menschliches Leid vermeiden können.

Empfehlen
Christian Stark

Gegentheorie

Die Keimbahntherapie leistet das, wofür früher Mutter Natur gesorgt hat.
Die Aufrechterhaltung und Stärkung des menschlichen Genpools. Die moderne Medizin hält jedoch jeden Kranken so lange wie möglich am Leben. Meistens lange genug, dass sich dieser auch noch fortpflanzen kann. Dies schwächt den Genpool, die Menschheit wird in ihrer Widerstandskraft immer schwächer. Anfälligkeiten für Krankheiten werden weitervererbt. Und da sich auch erblich vorbelastete Menschen miteinander paaren dürfen, werden die Summe der Genschwächen immer größer.
Das wird dazu führen, dass die Menscheit irgendwann ererbt nicht mehr überlebensfähig ist und ausstirbt.
Wir erinnern uns an Darwin und die Tatsache des "Survival of the fittest". Das haben wir abgeschafft. Und versuchen nun dies aus eigener Kraft zu "human" zu korrigieren.
Hurra, wir leben noch!

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.10.2012 15:18 Uhr
Marcus Baumgärtner

Nichts wurde abgeschafft: Veränderungen die nicht gefallen, sind auch Evolution

Man kann diese Sache durchaus aus der Darwinschen Position betrachten:
derzeit verhalten sich die Menschen so, dass gerade die gebildeten und klugen von Ihrer Umwelt so beeinflußt werden, dass sie sich weniger vermehren. Offensichtlich sind sie also von der modernen, multi-optionalen Welt stärker irritiert, als schlichte Gemüter. Das heißt aber im Umkehrschluß, dass das einfache Volk anscheinend besser in diese Umwelt hineinpasst und daher völlig zurecht mehr Nachkommen hat. Also rein evolutorisch sehe ich hierbei überhaupt kein Problem, zumal die Eigenschaft "schlichtes Gemüt" nicht notwendigerweise vererbt wird.

Ich sehe auch nicht, warum nun die Menschen aussterben sollten, denn es vermehren sich ja nicht nur Degenerierte, wie ihr Beitrag weismachen will, und wirklich schwer Kranke werden nicht erwachsen und/oder vermehren sich nicht.

D.h. Sie bauschen hier ein Pseudo-Problem auf, um eine größenwahnsinnige und anmaßende Methode zu legitimieren.

Empfehlen
Hans-Jürgen  Steffens

"der allseits gefürchteten zweiten Schöpfung...."

Allseits gefürchtet?

Offensichtlich nicht.

(Die zukünftigen Siedler im All werden nebenbei bemerkt über diese "allseitigen Befürchtungen" nur müde lächeln. Denn sie werden solche Methoden bitter nötig haben.)

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.10.2012 10:05 Uhr
Marcus Baumgärtner

Heilversprechen #14: die Siedler im All

Bleibt nur die Frage: wer bestimmt die Richtung der angestrebten selbst-induzierten Evolution: die Freunde der Borgs, der Vulkanier oder der Klingonen??

Empfehlen
Mark Tan
Mark Tan (MuselMane) - 25.10.2012 21:00 Uhr

"What can be done, will be done"

Dieser Grundsatz hat seit jeher die Menschheitsgeschichte dominiert. Die deutsche Blockadehaltung in diesem Forschungsbereich bringt uns daher nicht weiter - sondern verschafft uns langfristig nur Nachteile.

Empfehlen
Marcus Baumgärtner

Der Zweck heiligt nicht die Mittel - schon gar nicht wenn die wahren Folgen nicht abschätzbar sind

Dieses Rumgebastel am menschlichen Erbgut ist mehr als zweifelhaft und daher m.E. völlig zurecht in D verboten. Wo ist dann noch die Grenze zum Kind aus dem "Katalog"?

Es gibt auch noch andere Möglichkeiten, etwas gegen die ungewollte Kinderlosigkeit zu tun. Und selbst wenn man bei einigen Reproduktionstourismus provoziert, ist das noch lange kein Grund, die eigenen ethische Grundsätze aufzugeben.

Die größten Verbrechen werden immer mit den besten Absichten a priori legitimiert! Preisfrage hierbei: was sind die Gendefekte, die man ausmerzen kann/darf/sollte ???

Empfehlen
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.10.2012 00:34 Uhr
Hans-Jürgen  Steffens

"Etwas mehr Demut...."

Demut ist ein Zeichen von Resignation.

Empfehlen
Marcus Baumgärtner

Relativierung der Menschenwürde

unter dem Deckmantel der Freiheit, der guten Absichten oder des med. Fortschritts. Ich werde mich dafür nicht einsetzen.

Im übrigen möchte ich auch vor zuviel Vertrauen in den betr. Berufsstand und dessen Heilsversprechen warnen: bis vor kurzem war in dieser Community Common Sense, dass die DNA zu 80% aus Junk besteht. Mittlerweile "weiß" man das etwas besser. Etwas mehr Demut ist also in solchen Dingen mehr als angebracht.

Empfehlen
Lars Münzing

Die Nachfrage entscheidet

Man kann es Eltern kaum vorwerfen, wenn sie ihren Kindern die bestmöglichen körperlichen Voraussetzungen mit auf den Weg geben wollen. Und ihnen vielleicht selbst erlebtes Leid ersparen möchten. Dabei sind die Grenzen zwischen der ‪Ausmerzung‬ von Krankheiten / Gendefekten und der "Optimierung wünschenswerter Eigenschaften" fließend. Vom "Designer Baby" sind die momentanen Möglichkeiten allerdings noch sehr weit entfernt. Trotzdem sollten wir uns langsam von der Vorstellung verabschieden, der Mensch sei im Großen und Ganzen so wie er ist perfekt. Unser Genom ist Jahrmillionen alter ‪Spaghetticode‬, eine fehleranfällige Ansammlung von Hacks und Kompromissen. Mit viel Raum für Verbesserungen. Die ethischen Probleme sehe ich eher dann, wenn nicht die Betroffenen selbst, sondern Regierungen entscheiden, wann solche Eingriffe gerechtfertigt oder wünschenswert sind.

Empfehlen
Johanna Rath

In Deutschland leider mal wieder verboten

Ein Meilenstein im Kampf gegen ungewollte Kinderlosigkeit und Erbkrankheiten. Leider wird Deutschland auch hier wieder im internationalen Vergleich weit zurückfallen, wenn das deutsche Embryonenschutzgesetz die Keimbahnbehandlung jetzt schon verbietet. Wieder werden viele Menschen mit Kinderwunsch zu einem teuren Reproduktionstourismus ins Ausland gezwungen.
Leider beteiligt sich auch der Autor dieses Artikels an der Angstmache. Die jetzt mögliche Keimbahnbehandlung ist zwar ein bedeutender Fortschritt, reicht aber nicht an eine "zweite Schöpfung" heran.

Empfehlen
Weitersagen

Freitod-Fashion

Von Fridtjof Küchemann

Ein Model kniet vor dem Gasherd, eines steht mit einem Stein im Arm im Fluss: Für eine Modestrecke ließ das amerikanische Magazin „Vice“ den Freitod bekannter Autorinnen nachstellen. Was als Kunst gemeint sein soll, verrät die Kunst. Mehr 2