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Welttag der Philosophie „Ich werde nicht in Teheran sprechen“

 ·  Die Unesco hat den diesjährigen Welttag der Philosophie an die Islamische Republik Iran vergeben. Der von Präsident Ahmadineschad eingesetzte Oberphilosoph hetzt gegen Dissidenten. Der deutsche Philosoph Otfried Höffe erklärt seinen Verzicht auf die Teilnahme.

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Abdo Abboud

Welttag der Philosophie

Herrn Hoeffes Entscheidung, am Welttag der Philosophie in Teheran nicht teilzunehmen, muss man respektieren, aber ich halte sie aus vielen Gruenden fuer sehr problematisch. Mit dieser Entscheidung bringt sich Herr Hoeffe um die Moeglichkeit, mit iranischen und auslaendischen Gaaesten zu dialogisieren, und somit um die Chance, "Wandel durch Austausch" (DAAD) zu treiben. Auch die auswaertige deutsche Kulturarbeit wird dadurch um eine Chance aermer. Herr Hoeppe stellt ausserdem die Entscheidung des UNSECO, den Welttag der Philosophie in Teheran abzuhalten, grundsaetzlich in Frage, und das ist mehr als problematisch. Man muss daher befuerchten, dass hinter Herrn Hoeffes Entscheidung andere Motive stecken, naemlich politische, und man muss nicht lange raetseln, um sie zu erraten.

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Alexander Fürstenberg

Philosophie gibt es nicht

Da gibt es die Wissenschaft, und da gibt es den Obskurantismus. Auf physischer Gewalt und Aggression beruhende Regime benötigen zu ihrer Abstützung letzteren. Dialoge finden nicht statt, statt dessen wird Verkündern oder Kennern der Wahrheit mit Praxis (oder besser: Praktizierung) gedroht. So wird, nicht nur im Iran, seit Jahrtausenden die Weltherrschaft des Pragmatismus (durch Kreise von Intrinsikern) aufrechterhalten.

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Martin Blumentritt

„Ich werde nicht in Teheran sprechen“

Die Entscheidung Otfried Höffes verdient Respekt. Das - nicht nur philosophische - Sprechen tendiert, unabhängig von der Absicht der Sprechenden auf Allgemeinheit, was auf die Idee einer richtig eingerichteten Gesellschaft hinführt. Im Dienste eines repressiven Regimes muß die Sprache in einem konstanten Widerspruch zu sich selbst sich befinden, es sei denn die Sprechenden verurteilen ihre eigene Rolle. Die Reden der von Diktatoren eingesetzten Philosophen sind stets ein furchtbarer Widersinn, gleich welchen Inhalts sie sind. Es ist auch nur der aus mehrheitlich totalitären Staaten zusammengesetzen UNO zu verdanken, daß ausgerechnet das Regime eines der schlimmsten Feinde der Zilivisation für den Welttag der Philosophie ausgewählt wurde.

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faribors Maleknasri

Welttag der Philosophie „Ich werde nicht in Teheran sprechen“

Jetzt wird die Kompetenz der UNESCO in Frage gestellt, die jenigen, welche weigern sich zu stellen, werden gehuldigt. Ich denke wer nichts zu einer Sache zu sagen weisst, bleibt lieber daheim und sagt das auf englisch. Genau das ist geschehen.
Ich bin überzeugt, der Tag an dem Hass und Neid nicht mehr zu verblenden im Stande sein werden wird aber kommen. Und manche kommentar zu vergleichbaren ereignissen wird einen anderen tenor haben. Wetten? ha?

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faribors Maleknasri

„Ich werde nicht in Teheran sprechen“

da tun sie aber auch gegen/für Ihrer Hypertonie Herr Höffe. Gut so. weitermachen. besser man isoliert sich selbst als.........naja

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Stefan Schaller

Alle Achtung!!! Ein Deutscher mit Rückgrat!!!

Es ist sehr angenehm zu sehen, daß Herr Höffe diese Selbstdarstellung des iranischen Regims nicht unterstützt.
Unverständlich für mich ist die Entscheidung der UNESCO, den Welttag der Philosophie an den Iran zu vergeben. Gerade eine solche Veranstaltung sollte in einem Land durchgeführt werden, dessen Regierung über etwas mehr normalen Menschenverstand verfügt!

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Raphael Heinrich

Supplementäre Philosophie

Wenn ein Staat von der militärischen Weltmacht eingekreist ist durch von Angriffswaffen angeschwollene Stützpunkte in fast allen Nachbarländern, wenn vor seinen Küsten drei Flugzeugträgerflotten kreuzen, die allein ein Waffenarsenal tragen, das einen Kontinent zu zerstören imstande ist und noch weitere in Anmarsch sind, wenn seit Jahren Kriegsdrohungen bestehen und dazu hoch budgetierte Destabilisierungskampagnen gegen dieses Land durchgeführt werden, so ergeben sich naturgemäß politische Spannungen. Einreiseverbote gegen Landeskinder, die Objekte der Destabilisierungskampagne geworden sind oder die auch nur unglücklich zwischen die Fronten gerieten, sind erwartbar und liegen im Rahmen jeder Verfassung, auch der demokratischsten.
Als Deutschland einst unabhängig war, brachte es Philosophen hervor, deren vorurteilsfreies Denken bis heute die politische Wissenschaft beeinflußt. Da Deutschland ein Supplement der Menschenrechte verbreitenden Flugzeugträger geworden ist, können wir auch von seiner nur noch supplementären Philosophie leider nur eine Aktion erwarten, die auch jenseits einer Vergötterung der Mullahs nur einfach peinlich ist.

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Richard Löwe

Allahu Akhbar!

Danke, Professor Höffe. Ich habe mal in einem islamischen Land eine philosophische Vorlesung besucht, in der der Professor als wesentlichen Beitrag Allahu Akhbar! beigesteuert hat und die Studenten - weitab vom eigentlichen Thema - die brillianten Erkenntnisse des Korans proklamieren wollten. Dissens, Diskurs, Debatte in einer muslimisch geprägten Kultur ist unbekannt und unerwünscht, weil ja schon alles im Koran steht. Dieser Konsens darf in keinem Fall angezweifelt werden. Wers tut, wird auch schon mal aus dem Fenster geschmissen , wie es dem keinesfalls liberalen muslimischen "Gelehrten" Suliman Bashear passiert ist

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A Haverkamp
A Haverkamp (Man__Ray) - 16.07.2010 12:58 Uhr

Gluckwünsche

Ich möchte Ihnen, Herr Höffe, meinen Respekt aussprechen. So viel Rückgrat wünscht man sich manchmal von Politikern, Wirtschaftsbossen oder Sportfunktionären - z.B. im Umgang mit China. Das Jammern über völlig eindeutige Menschenrechtsverstöße verträgt sich nämlich nicht mit dem buchstäblichen Kotau auf der anderen Seite. Nur derjenige, der aufrecht geht, wirkt auch glaubwürdig.

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Intoleranz als Selbstläufer

Wie auch bereits in anderen Zusammenhängen, wird die Intoleranz mit der Aufforderung zu Boykott und Ausgrenzung in Deutschland immer dominanter. Alles, was "islamisch" ist, soll ausgegrenzt werden. Abgesehen davon, dass Herr Höffe nie als eigenständiger Philosoph in Erscheinung getreten ist, sondern nur als braver Verwalter des Kanons von Kant und Habermas, er also gar nicht als Philosoph hätte sprechen können, sondern nur als deutscher Archivbeamter (Höffe ist natürlich Ordinarius), zeugt sein Beitrag von dem Umkippen der Aufklärung in ihr Gegenteil, wie es einst Adorno bemerkte und wie heute Peter Sloterdjik es als Fortsetzung aufklärerischen Denkens diagnostiziert.
Der Iran, der noch nie in seiner Geschichte einen anderen Staat angegriffen hat, in dem nicht Millionen Angehörige von Minderheiten in Lagern sitzen und der sogar - im Gegensatz zu allen Nahost-Staaten (ausser Libanon) incl. Israel, das 4 Millionen Besetzten das Wahlrecht vorenthält - Wahlen veranstaltet, wird von zwei Staaten, die von Peter Sloterdjik zu Recht als "Schurkenstaaten" (rogue states) bezeichnet werden, unter Druck gesetzt. Das ist alles. Höffe ist dabei Mitläufer.

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Andrea Ferbe

kindisches Ablehnen von Dialog

Ich empfinde es als peinliche Unreife, wenn sogenannte gebildete Menschen den Dialog mit denjenigen ablehnen, deren Tun und Denken sie verurteilen. Den Anderen zu schneiden und auszuschweigen, erinnert mich an die recht primitiven Methoden der "schwarzen Pädagogik" (Alice Miller). Dass ein deutscher Philosoph noch immer nicht erkannt hat, welche verändernde Bedeutung der Dialog hat und sich selbst der Chance beraubt mit brillantem Geist seine Gestaltungsspielräume auszureizen, ist einfach nur traurig. Die Brandt Regierung hatte seinerzeit im Umgang mit osteuropäischen Diktaturen mehr Klarsicht und philosophische Weisheit.

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Gustav Mahler

Die Absage empfinde ich als falsche Entscheidung.

Ich kann verstehen, wenn man sich dem Regime im Iran nicht als Aushängeschild
zur Verfügung stellen will. Andererseits, und dies wiegt für mich schwerer, wird die Chance vergeben, als Gast frei zu sprechen und damit ein Signal zu setzen.

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