Es ist erwiesen, dass die Ratte / nicht sehr viel Glück als Kellner hatte.“ (Robert Gernhardt) Über andere Eigenschaften des Nagers weiß die Forschung wenig. Wenn etwa eine brasilianische und eine nordamerikanische Ratte vor dem gleichen Problem stehen, sind, so scheint es, ihre Kooperationsmöglichkeiten auf natürliche Weise beschränkt. Ratten twittern nicht. So könnte es zwar sein, dass die brasilianische Ratte einen Gedankenblitz hat, der aber erst im Wanderzug von Generationen den Weg in den Wissenskanon nordamerikanischer Ratten fände. Warum nicht gelassen hinnehmen, was die Natur so glasklar entschieden hat?
Es wächst ein Ratten-Über-Ich heran.
Forscher beider Länder sahen es anders. Sie trainierten brasilianische Ratten so lange, bis diese auf Lichtsignal einen ganz bestimmten Knopf unter vielen auswählen konnten, dann bauten sie den Funkkontakt nach North Carolina auf. Was nun geschah, gehört für jeden, der nicht dabei gewesen ist, bis auf Weiteres ins Fach der Magie. Elektroden zogen die Gehirnströme der Ratten ab und übertrugen sie übers Internet ins Gehirn der transkontinentalen Partnerratten, die nun, auch ohne den entsprechenden Lichtreiz, die richtige Taste drückten. Trefferquote angeblich siebzig Prozent.
Der Synergieeffekte mehr: Machte die Empfängerratte einen Fehler, ärgerte das die Absenderratte, die nun versuchte, das Signal zu schärfen. Im Gegenzug baute der Empfänger ein geistiges Abbild der Schnurrhaare des Absenders auf, wie sich im Hirnscan zeigte. Ein Ratten-Über-Ich wuchs heran. Von Persönlichkeitsspaltungen unter Testratten ist bisher nichts bekannt. Die Forscher träumen derweil von einem computerisierten Großhirn der Ratten, in dem Gehirnströme in kleinen Portionen von Ratte zu Ratte wandern und das auf dem Weg zur Weltherrschaft höchstens von Ray Kurzweil aufgehalten werden könnte, der die Sache mit dem Bewusstseins-Upload ja schon lange vorausgesehen hat, und sich nun endlich im Recht wähnen könnte, würde der Gedankentransfer auch für abstraktes Denken funktionieren. Hier gibt sich die Forschung realistisch. Bis auf weiteres bleibt der virtuelle brain drain ein Privileg des Nagetiers.
Respekt
Michael Redeker (MRedeker)
- 10.03.2013, 08:43 Uhr
ach das geht mit anderen Tieren bestimmt auch,
klaus keller (klkeller)
- 08.03.2013, 21:46 Uhr