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Gastgeber Putin O mein Alphatier

 ·  Mit seinen öffentlichkeitswirksamen Pass-Offerten an Gerard Dépardieu und Brigitte Bardot zeigt Wladimir Putin, dass er nicht nur politische Tiere zu bändigen und zu täuschen weiß.

Artikel Lesermeinungen (4)
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Thomas Kobler

"Dégoûtant", auf ganz groteske Weise...

... "dègoûtant" war diese Farce, die der völlig durchgeknallt scheinende, ehemals grosse französische Darsteller, Gérard Dépardieu und der russische Präsident vor aller Welt abzogen. Das Jahr hat 365 Tage und Russland ist schier unendlich weit und mit schier unendlichen gesellschaftlichen Problemen und Umwälzungen konfrontiert, und da hat sein Präsident einen halben Tag Zeit sich solchem Nonsens hinzugeben? Hätte es nicht mindestens zehntausend Orte im Land gegeben, wo ein Präsident mal hätte hinschauen können, wie es "seinen" Russen so ergeht?

Die Staatsoberhäupter ehemaliger Sowjet-Republiken sind bekanntermassen ein buchstäblich toller Haufen, aber diese Bilder hoben einen von ihnen auf ein ganz neues Niveau: Cäsar traf Obelix zur feierlichen "Jagdschein"-Uebergabe in Passform. Wenn die Realität die Surrealität im Staub hinter sich lässt. Oscarverdächtig wars, auf ganz verstörende Weise.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.01.2013 11:16 Uhr
Hans Meier

Nein, das war gekonnte Propaganda!

Putin demütigt auf diese Weise ja auch seine eigene demokratische Opposition, die ebenfalls ein bissel naiv ist und jeden westlichen Schauspieler automatisch für einen Verbündeten hält. Diese braven Neo-Dissidenten, die einen völlig im Ernst fragen, wieso die Franzosen jemanden wie Hollande wählen konnten -- obwohl der doch Sozialist sei und man an Stalins Beispiel habe sehen können, wohin der Sozialismus geführt hätte!
.
Typisch für den naiven westlichen Untertanen hingegen ist, dass er bei jemandem wie Putin jede Propaganda-Farce gleich als solche durchschaut und denunziert, die er bei seinen eigenen Potentaten völlig unkritisch akzeptiert. Merkel in der Kabine bei den Fußballern oder der US-Präsident, der Truthähne begnadigt während seine Elitekrieger anderswo Menschen ermorden, das fällt hierzulande ja auch niemandem weiter negativ auf.

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Die Blindheit des Protestes

Protest kann blind machen. Manche wählen ja hierzulande auch aus Protest die Linken und reden den Kommunismus schön, nur damit man den anderen sein „Dagegen“ wirksam zeigen kann.
Dafür nimmt man dann gerne Freiheitsentzug, Gewaltpazifismus und Staatstotalitarismus in Kauf.

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Hans Meier

Depardieu benimmt sich wie ein ganz normaler "Leistungsträger".

Die Geschichte mit Depardieu ist darum so erhellend, weil sich dieser etwas simpel gestrickte Obelix doch nur genau so verhält die globalen "Entscheider-Eliten" ja auch, diese selbsternannten "Leistungsträger", die sich diesen Schauspieler zweifellos zur Galeonsfigur erhoben hätten, wenn er nicht nach Russland, sondern in die USA, nach Belgien oder Monaco ausgewandert wäre.
Genau dazu ist der Staat nach ihrer Meinung eigentlich da: Leuten wie ihnen Filetgrundstücke, Bürgschaften und Aufträge zuzuschanzen, die ihnen nun einmal irgendwie "zustehen".
.
Sehen wir es einmal ganz nüchtern: Für diese globalen Hochleistungskleptokraten ist die beste aller möglichen Welten zweifellos die DRITTE WELT.

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09.01.2013, 07:21 Uhr

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