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Galerist Rudolf Springer gestorben Der letzte Doyen von Berlin

02.06.2009 ·  Mehr als fünfzig Jahre lang bestimmte der Galerist Rudolf Springer als einer der originellsten Vermittler der zeitgenössischen Kunst die Szene. Nun ist er im Alter von hundert Jahren in seiner Heimatstadt Berlin gestorben.

Von Swantje Karich
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Mehr als hundert Jahre ist es her: Am 9. April 1909 wurde Rudolf Springer in Berlin geboren. Mehr als fünfzig Jahre lang bestimmte er nach dem Zweiten Weltkrieg als einer der originellsten Vermittler der zeitgenössischen Kunst die Szene und wusste immer wieder zu überraschen – auch diejenigen, die ihn nur über sein Vermächtnis kennenlernen dürfen.

Im Dezember 1948, im Jahr der Währungsreform, eröffnete er in seinem Zehlendorfer Haus eine Galerie, nachdem er bei der Galerie Rosen Erfahrungen gesammelt hatte. Zwei Jahre später zog es ihn an den Kurfürstendamm, und seit 1968 zeigte er sein Programm in der legendär gewordenen Fasanenstraße 13. Ob gegenständlich oder abstrakt, avantgardistisch oder akademisch – das spielte für Rudolf Springer keine Rolle. Er folgte seiner Intuition, seiner Nase. Die ersten Ausstellungen widmete er den Berliner Bildhauern Hans Uhlmann und Hans Hartung, den Malern Mac Zimmermann und Heinz Trökes und dem Franzosen André Masson. Im Jahr 1954 richtete er die erste Max-Ernst-Ausstellung aus. Georg Baselitz gehört zu den vielen klingenden Namen, für die Springer den Weg zur großen Künstlerkarriere ebnete und mit dem er immer Freund blieb.

In nahezu vierhundert Ausstellungen gab er Surrealisten, Konstruktivisten, Naiven und Postmodernen, aber auch dem malenden Schriftsteller Henry Miller das Forum für ihre Werke. Rudolf Springer wollte keine „Sortengalerie“ führen, sondern er begeisterte und engagierte sich nur für das, was ihm selbst gefiel. Er hatte eine Vorliebe für Außenseiter und Sonderlinge. In Berlin, wo Rudolf Springer geboren wurde und wirkte, ist er an diesem Dienstag im Alter von hundert Jahren gestorben.

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Jahrgang 1978, Redakteurin im Feuilleton.

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