11.06.2012 · Fußballkommentatoren sind in der Regel Wechseltierchen, Hell-dunkel-Opportunisten. Einer ist es sicher nicht: Mehmet Scholl.
Von Jürgen KaubeRichtlinien für Lesermeinungen
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aber nicht blind. Wer weiß, ob ein mehr mitspielender Stürmer nicht schon längst zwei Tore aufgelegt hätte, bis zur 70. Minute? Es sind aber eben nur elf Spieler mit ihren Stärken und Schwächen, mit ihrem Glück und Pech auf dem Platz und der Trainer ist dafür verantwortlich, welche es sind. Einen Gomez mit den spielerischen Fähigkeiten eines gesunden Klose (die diesem auch nicht angeboren waren) wird man sich nicht schnitzen können. Wesentlich bleibt: jeder braucht Kritik, um an sich zu arbeiten, um seine Stärken zu mehren und seine Schwächen zu mindern. Helden fällt das nicht schwer. Das gilt eben auch für Gomez, der ja selbst sinngemäß gesagt hat, daß er den abgefälschten Ball optimal "auf den Schädel" bekommen hat und aus diesem Glück das beste machte. Ob er das auch gekonnt hätte, wäre er zuvor siebzig Minuten gerannt? Wissen wir nicht. Experten, die uns bloß erklären, was wir selbst sehen und fühlen, gibt es zur Genüge, von einem Mehmet Scholl kann man immer noch etwas lernen.
Glücklich ist wer ORF1 sehen und hören kann.
Sommer und Winter.
Da braucht man diese Dampfplauderer nicht hören.
Oh Ja
Das ist in Südtirol der Fall. :)
Ganz nebenbei wurden dort auch die eigentlichen Probleme bennant:
Schweinsteiger war fast ein Totalausfall, Podolski bemüht aber
ungenau und im Abschluss zu hektisch und zu verschwenderisch. Özil
allein kann es auch nicht richten. Soviel Verwertbares kam bei Gomez(der
eben diese eine Charakteristik hat) nicht an und wenn das Mittelfeld
nicht gut funktioniert dann kann auch der vorne es allein nicht richten;
Gomez hat seinen Job gemacht. Die anderen müssen ihren auch machen.
Scholl ist ein Totalausfall weil er nur den vorne sieht. Die
nächsten Spiele werden entscheidend.
Ich freue mich unter anderem deshalb so über diesen wirklich
kurzen und guten Artikel
a) weil er etwas zur Sprache bringt was schon lange überfällig ist,
b) weil es seit langer Zeit der erste Artikel des Feuilleton der FAZ
ist, dem ich zustimmen kann. Die sonstigen Artikel passen normalerweise
besser in die "taz" Frankfurter Rundschau oder
"Süddeutsche Zeitung. Deshalb nochmals Glückwunsch!
Bravo!
Genau darum geht es doch: Realität ist, was sie ist. Also: Ob Gomez
& Co. gut, schön, schnell spielen, oder nicht, egal für
die Welt, wenn das Tor fällt.
Aber: was von der Realität bleibt, ist das, was von ihr berichtet
wird. Und da spielen die Medien eine zentrale Rolle. Und dort tummeln
sich Schwätzer, Opportunisten und Mainstream-Surfer.
Also: das 1:0 gegen Portugal in diesem Turnier ist auch für mich
erst durch Scholl erinnerswert geworden, gerade weil er sagt, was real
geschah, nicht was das Volk hören will oder soll.
Und nun, liebe FAZ, ersetze: "Fußball" durch Politik,
Wirtschaft, Rechtssystem. Gibt es dort etwas anderes als Lichtgestalten
in den Medien, die allein ihre persönliche Sonne suchen?
Ja; dieses Bashing gibt es wirklich nur in Deutschland. Gomez ist sicher
kein technisch ausgefeilter Stürmer. Er ist der klassische
Strafraumstürmer der sich zu positionieren weis und bei einer
Gelegenheit genau dort ist wo er gebraucht wird und genau das macht
für was er aufgestellt wurde. Die Arbeit Löws wird auch in
Italien geschätzt und Löw kennt seine Charakteristik genau.
Eine solche Kritik ist nur in Deutschland möglich; in
Italien(schreibe aus Südtirol) würde man ihm nach solch einer
partita(die weisgott nicht schön anzuschauen war zumal die
Portugiesen defensiv agierten und die Deutschen Angst hatten ins offene
Messer zu laufen) ein mediales Denkmal gesetzt; die tifosi sowieso. Das
Eröffnungsspiel zu gewinnen war wichtig. Daß nun die
Holländer unter Zugzwang stehen ist sein großer Mitverdienst.
Für den 364 Tage im Jahr nichtexistenten Scholl zuwenig?
Wenn man anders Spiel will braucht man andere Leute; Gomez hat diese
eine Charakteristik; aber in dieser ist er gut. ;)
Scholl alles in allem ein prima Kommentator
Toller Kommentar.
Zu Mehmet Scholl:
Hat in diesem Fall etwas über's Ziel hinausgeschossen weil vor
allem der Zeitpunkt arg unnötig ist, um Unruhe ins deutsche Team zu
bringen, aber ansonsten ein toller Komentator mit viel Ahnung, wenig
Standardfloskeln und, ganz wichtig, einer eigenen Meinung!
Vorweg, ich mag die Kommentare von Scholl auch sehr gerne und finde er
trifft oft den Punkt,
aber was dieses Gomez Bashing anbelangt reichts langsam. Als Fan von
Eintracht Frankfurt und damit der Parteinahme für Bayernspieler
oder Gomez unverdächtig, muss ich echt mal ne Lanze für ihn
brechen. Ich hab heute auf allen möglichen Internetseiten und in
deren Foren übelste Kritik an den fussballerischen Qualitäten
und der Laufbereitschaft von Gomez gelesen und das nach einem extrem
wichtigen Tor für die Deutschen Nationalmannschaft. man könnte
fast den Eindruck haben die meisten Miesepeter hätten lieber gegen
Portugal verloren, als das "der" ein Tor schiesst. Der Junge
ist sicher keine Messi, aber er ist der nach Toren bemessen (was sonst
als Stürmer) mit Abstand der erfolgreichste deutsche Fussballer den
wir haben, national wie international. Das ist sein Job und den macht er
gut, also hört auf zu Jammern. Wir haben zur Zeit viel
größere Problemfälle auf dem Feld (z.B. Podolski).