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Führerbild als Smartphone-Hintergrund : Tapeten-Tracking

Im App-Store von Google findet sich eine kostenlose Auswahl von Hitler-Bildchen für den Einsatz als Bildschirmhintergrund von Smartphones. Die App wird einschlägig bejubelt. Sie sollte allseits gefürchtet werden.

          Hitler mit gestrecktem Arm, Hitler mit erhobener Hand, Hitler im Liegestuhl, mit Hund oder vor dem Eiffelturm: wer sein Smartphone durchaus mit einem Hintergrundbild des Führers tapezieren will, findet im „Google Store“ dafür die kostenlose Android-App „Adolf Hitler HD Wallpapers“ (am Freitag, 22. Februar nicht mehr aufrufbar, Ergänzung der Red.) des Entwicklers Bon Mobile Apps. Sie ist in der aktuellen Version seit Ende Januar bei Google erhältlich.

          Über den Anbieter ist wenig bekannt: Sein Sortiment (am Freitag, 22. Februar nicht mehr aufrufbar, Ergänzung der Red.) umfasst Hintergrundbildpakete aus Computerspielen wie „Assassin Creed“, „Battlefield 3“ oder „Street Fighter“, von Schauspielern wie Leonardo DiCaprio, Marilyn Monroe oder Angelina Jolie, von bekannten Musikern und Sportlern, von Gandhi, Obama, Lincoln, Gorbatschow oder Thatcher, von Shiva, Buddha, dem Jesuskind und der Gottesmutter; seine Website ist ein leeres Versprechen („coming soon“), registriert im amerikanischen Bundesstaat Utah.

          Umfangreiche Überwachungsoptionen

          Über die Nutzer weiß man schon mehr: Die Zahl der Abrufe nähert sich der Fünftausendermarke, 26 der 35 Nutzer, die eine Bewertung abgegeben haben, geben der App volle fünf Punkte; manche der „Erfahrungsberichte“, wie man sie bei „Google Play“ zu allen Produkten erstatten kann, sind mit den Google+-Konten der Nutzer verknüpft, die sich hier geäußert haben; es finden sich im deutschsprachigen Bereich neben einigem Jubel und Staunen die üblichen Antisemitismen: Natürlich werden die Zahlen der im Zweiten Weltkrieg insgesamt umgekommenen Menschen und die der ermordeten Juden in Abrede gestellt. Der Entwickler hatte sie in der Beschreibung seiner App pflichtschuldig angeführt, schließlich wird er sich damit ohne jeden Arg an ein geschichtsinteressiertes Publikum gewandt haben.

          Vielleicht ist er sich seiner Interessenten allerdings doch nicht so sicher: Die App bietet nämlich nicht nur dem Nutzer eine Reihe von Bildern, die er sich, teils in besserer Auflösung, zu diesem Zweck auch andernorts im Netz besorgen könnte. Sie gibt dem Anbieter der App auch etwa die Möglichkeit, die Telefonnummer des Geräts, auf dem sie eingesetzt wird, zudem die Rufnummern von Gesprächspartnern, den genauen Standort und die Netze zu erfassen, über die das Smartphone gerade verbunden ist, Daten über das Internet zu versenden und den Ruhezustand des Geräts zu beenden. Ihre Nutzer werden die umfangreichen Überwachungsoptionen der App in einen Unruhezustand versetzen.

          Quelle: F.A.Z.

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