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Friedrich Kittlers Habilitationsverfahren Spucken hilft nicht, Herr Kollege!

 ·  Friedrich Kittlers Buch „Aufschreibesysteme“ gilt heute als Klassiker der Medientheorie. 1982 aber wurde seine Wissenschaftlichkeit bezweifelt. Jetzt liegen die Habilitationsakten im „Fall Kittler“ offen.

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Claus Ernst
Claus Ernst (V_Brevis) - 25.04.2012 15:17 Uhr

Polyphoner Solist

Ich habe bei Kittler vor seiner Habilitation studiert. Es war schwierig bis unmöglich, mit F.A. Kittler eine Diskussion zu führen, da er Argumenten gewöhnlich mit einem enormen Schwall an Assoziationen aus seinen übervollen Zettelkästen zu entgegnen pflegte. Diese Art Gesang vermittelte dem Lernenden jedoch eine polyphone Erkenntnis: Dass er selbst singen muss. Es muss ja nicht alles wie ein Duett oder Chor klingen.

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Hans Meier

Für "Aufschreibsysteme" ist die Informatik zuständig, nicht die Literaturwissenschaft

Schreiben ist nicht Aufschreiben.
.
Aufschreiben ist Informationsverarbeitung und nicht Literatur, und Aufschreibesysteme daher ein Fall für die Informatik.
Bei den Mathematikern wäre Kittler sicher mit Handkuß habilitiert worden. (Räusper).

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Michael Eiber

Archäologie der Geisteswissenschaften

Die elegant-knappe Vorteilsempfehlung am Ende des Artikels kann ich kaum nachvollziehen. Die Geisteswissenschaften stehen längst nicht mehr unter dem alten Stein der Weisen, den es mit abgestimmten Paradigmen gemeinsam zu stemmen gilt.
Bologna ist angesagt: Stimmt das?, ist passé! Braucht man das, kann ich das in einem Berufsfeld anwenden?!, ist die neue Ausrichtung.
Kittler ist ein Klassiker, heißt deshalb: längst schon vorbei, ausgraben und wundern, analysieren, ordnen, etc. Die Schüler muss man von der Archäologie aber trennen, sonst macht das keinen Sinn...
Sinn!

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Dr. Andreas Frick

Gutachten sind nicht verläßlich

Gutachten geben nicht unbedingt die wahre Meinung des Gutachters wider. Viele Promotionen und Habilitationen sind Ergebnisse eines Kuhhandels zwischen den Gutachtern. Die Gutachten werden dann so geschrieben, daß es paßt, weil die ja irgendwann dem Betroffenen zugänglich werden. Ein wirklich transparentes Verfahren gibt es nicht, weil man nicht für Anonymität sorgen kann. Es ist aber schon bedenklich, daß viele bahnbrechende Arbeiten erst abgelehnt oder nur schlecht beurteilt wurden.

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Hans Meier

Gauger und Schramm waren bei Trost

Das zu wissen tut auch nach Jahrzehnten noch gut.
.
Überhaupt sollten alle Gutachten gleich mitveröffentlicht werden. Dann könnte man sich den übrigen Evaluationszirkus sparen.

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Jahrgang 1962, stellvertretender Leiter des Feuilleton.

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