30.11.2011 · Die spanische Regierung veröffentlicht einen Expertenbericht zum „Tal der Gefallenen“: Sie möchte Franco umbetten, doch dafür ist es, vierzehn Tage vor dem Regierungswechsel, zu spät.
Von Paul Ingendaay, MadridRichtlinien für Lesermeinungen
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Spanien - immer noch tief gespalten
Das Valle de los Caidos ist aller historischen Beladenheit zum Trotz ein
sehr beeindruckender Ort. Die Kirche / Gruft ist geradezunahe
unheimlich, sicher wenn man sich vor Augen Führt dass dort Franco
und seine rechte Hand Primo de Rivera dort begraben liegen.
Immer wieder überrascht die Spaltung der spanischen Gesellschaft,
in "Rechte" und "Linke". Die Spannungen treten vor
allem zu Tage, wenn es um den Guerra civil geht. Für Aussenstehende
bleibt es faszinierend, b.z.w. schwierig nachvollziehbar, dass es auch
gut 35 Jahre nach dem Tod Franco's nicht möglich ist, um z.B. das
Valle de los Caidos kritisch aufzuarbeiten. Schliesslich fehlt in der
Gedenkestätte jeglicher Hinweis auf das Zustandekommen des Denkmals
und den historischen Kontext.
trifft es genau:
"„Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, indem
man ihre Symbole zerstört oder unterdrückt"
Die Vergangenheit soll man akzeptieren, wie sie war.
Davon abgesehen ist Spanien in der Bewertung von Franco immer noch
gespalten und wird es auch bleiben, da kann man die Geschichte auch noch
so viel umschreiben wollen.
Spanien hat ausserdem grössere und wichtigere Probleme, die
vorrangig gelöst werden müssen.
Paul Ingendaay Jahrgang 1961, Feuilletonkorrespondent für Spanien und Portugal mit Sitz in Madrid.
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