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Montag, 13. Februar 2012
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Frankreichs neuer Kulturminister Ihr Auftritt, Monsieur Mitterrand!

03.07.2009 ·  Frédéric Mitterrand soll der französischen Kulturpolitik zu neuem Glanz verhelfen: Mit der Eröffnung der Türkischen Kultursaison startete der Neffe des ehemaligen Staatspräsidenten nun seine öffentliche Charmeoffensive.

Von Joseph Hanimann
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Es war eine Fingerübung, und er hat sie virtuos heruntergespielt. Als erster wichtiger Termin nach dem Ministerwechsel stand für Frédéric Mitterrand die Eröffnung der Türkischen Kultursaison an, ein bis zum nächsten März laufender Programmzyklus mit vierhundert Veranstaltungen. Das Projekt ist ein Erbstück aus der Zeit Chiracs, während Sarkozys Beziehungen zur Türkei miserabel sind, weil er bei jeder Gelegenheit seine Ablehnung eines türkischen EU-Beitritts verkündet. Noch vor zwei Wochen wäre das ganze Kulturprogramm beinahe gekippt. Er überlege, ob so etwas Sinn ergebe, drohte missmutig der türkische Ministerpräsident Erdogan. So war es ein Glück, zur Eröffnung auf französischer Seite nun einen Balancekünstler des Worts auf der Bühne zu haben.

Genau dafür hat Sarkozy den Neffen des früheren Staatspräsidenten zum Kulturminister gemacht. Mit seiner näselnden Plauderstimme, dem Artistenphlegma und einer von Geistesblitzen durchzuckten Langeweilepose soll der Dandy Mitterrand der französischen Kulturpolitik wieder etwas mehr Glanz verleihen. „Zu trist“ - so soll Sarkozy über die gewissenhaft ihr Pensum erfüllende Vorgängerin Christine Albanel geurteilt haben, bevor er sie abservierte. Tatsächlich sitzt mit Mitterrand seit Jahren zum ersten Mal wieder jemand im Amt, der sich Zitate von Chateaubriand, Gérard de Nerval oder Victor Hugo nicht eigens anlesen muss.

Stil als Stärke

Mitterrand ist weder seiner politischen Überzeugung noch seiner Auffassung von öffentlicher Kulturpolitik wegen ins Amt geholt worden. Seine Stärke ist sein Stil. Damit und mit seinen guten Kontakten zur Kulturszene soll der neue Minister die trockenen, undankbaren Kulturdossiers aufheitern. Und mit seinem persönlichen Charme soll Frédéric Mitterrand, ein Liebhaber der Mittelmeerländer, wohl auch Sarkozys ins Stocken geratene Mittelmeerunion neu beleben.

Wie viel lockeres diplomatisches Geschick er hat, zeigte sich bei der improvisiert wirkenden Eröffnung der Türkischen Kultursaison. Die nonchalante Umgangsart der Franzosen hatte die türkische Seite schon in der Vorbereitung mitunter verstimmt. Sarkozys Umgang mit der Türkei sei „hoch arrogant“, sagt der Schriftsteller Nedim Gürsel, der - bestärkt durch das gerade erfolgte türkische Gerichtsurteil, das ihn vom Vorwurf der Gotteslästerung in seinem Buch „Allahs Töchter“ freisprach - in Paris mit im Saal saß. In Berlin, wo er vor ein paar Jahren vorübergehend lebte, habe er eine solche Haltung nicht gespürt. Das Programm der „Saison turque“ hält er für ausgewogen, bedauert aber, dass die Türkei als Gastland des nächsten Pariser Buchsalons wieder ausgeladen wurde - aus Angst wohl vor Zwischenfällen.

Auf dem Weg zu einer neuen Liebschaft?

Spannungen zwischen den beiden Ländern? Wie denn? Wo denn? Frédéric Mitterrand reagierte scheinbar gelangweilt auf entsprechende Fragen. Als jemand aber wissen wollte, was man in den kommenden neun Monaten denn erhoffen dürfe, schnappte er plötzlich nach dem Mikrofon: Neun Monate seien doch genau die Zeit, um ein hübsches Kind zur Welt zu bringen. Vielleicht sogar mit neuen Liebschaften, glaubte der türkische Kulturminister Ertugrul Günay nachlegen zu müssen. „Passen Sie auf, mein Ruf auf diesem Gebiet ist verheerend“, stichelte Mitterrand, der wiederholt wegen Affären mit nordafrikanischen Knaben in die Schlagzeilen gekommen ist. Gelächter. Sache entschärft. Die nächste Akte.

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Eingeführte

Von Gerhard Stadelmaier

Nachhilfe zuerst: Die „Einführung“ nämlich ist republikweit an allen Theatern das meistgespielte Stück. Es dauert ungefähr eine halbe Stunde. Mehr 3