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Frankreich : Gewissensklausel: Beim „Figaro“ kündigen 270 Journalisten

  • Aktualisiert am

Ihm laufen die Journalisten weg - Serge Dassault Bild: AFP

Als der Waffenhändler Dassault die „Figaro“-Gruppe übernahm, wurde er Arbeitgeber von 2.700 Journalisten. Ein großer Teil davon will aus Gewissensgründen nicht bei ihm arbeiten und kündigt geschlossen.

          Wenn in Frankreich eine Zeitung einen neuen Besitzer bekommt, tritt die sogenannte „Gewissensklausel“ in Kraft. Redakteure und Journalisten, die aus Gewissensgründen nicht für den neuen Eigentümer arbeiten wollen, dürfen ihre Kündigung einreichen und bekommen eine schöne Abfindung.

          Als der Waffenhändler und Flugzeugbauer Serge Dassault die „Figaro“-Gruppe mitsamt den ihr angeschlossenen Magazinen („L'Express“) und Regionalzeitungen übernahm, wurde er der Arbeitgeber von 2.700 Journalisten.

          Mit dem Aderlaß, den seine Übernahme auslöst, hat niemand gerechnet: obwohl es praktisch keine freien Arbeitsplätze gibt und alle Zeitungen Entlassungen durchziehen, nehmen 270 Journalisten die „Gewissensklausel“ in Anspruch.

          Allein beim Flaggschiff „Figaro“ und seinen Beilagen sind es 54 Redakteure, dreißig bei „L'Express“. Die meisten sind zwischen 55 und 60 Jahre alt. „Nicht alle werden ersetzt“, läßt der achtzigjährige Dassault verlauten. Der „Figaro“ verliert mit der Autorin Christine Clerc unter anderem eine seiner edelsten Federn.

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