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Frankfurter Airport City : Hier wird der Welt gezeigt, was Ordnung ist

  • -Aktualisiert am

Perfektion schon in der Simulation: Die Fassade des Element-Hotels ändert je nach Lichteinfall ihre Farbe. Bild: Neumann Architekten

Mit den Frankfurter Gateway Gardens entsteht eine der größten Airport-Citys Europas. Man kann dort prima arbeiten, im Smart Office und mit Stromtankstelle. Nur leben kann man an einem solch künstlichen Ort nicht.

          Die Fassade schillert im Sonnenlicht. Ihre Farbe ändert sich, je nachdem, in welchem Winkel das Licht auf sie fällt, und je nachdem, wie man selbst steht. Gerade ist eine Seite des Gebäudes grün, die andere orange. Vertikale, farbige Streifen wechseln mit Fenstern, wie gerillt sieht das aus, wie ein gigantisches Wackelbild, das vom Sonnenlicht hin und her bewegt wird und dabei doch nicht vom Platz rückt.

          Das Element Hotel ist das erste seiner Art in Europa: Es ist ein Aparthotel mit einwandfreier Energiebilanz. Seine Zimmer mit Küche und extra großen Schrankfächern sind auf „extended stays“ ausgelegt, Besuche von Wochen, sogar Monaten. Es steht im Herzen der Frankfurter Gateway Gardens. Etwa 35 Hektar Grundfläche hat das Gesamtareal. Das entspricht 50 Fußballfeldern oder beinahe einmal der Münchner Theresienwiese. Wer sich am Terminal 2 des Flughafens zu Fuß auf den Weg macht, ist in zehn Minuten dort. Fluggäste gelangen nach dem Kerosinverbrauch ruckzuck ins Ökohotel. Per Bus geht es auch, und noch schneller bald per S-Bahn.

          „Wir gehen davon aus, dass es sich bei Gateway Gardens um die größte Projektentwicklung in einer Airport City Europas handelt“, sagt Dietmar Müller, Pressesprecher im Auftrag der Grundstücksgesellschaft. Müller ist ein Mittvierziger mit kurzen, akkurat geschnittenen dunklen Haaren. Er trägt einen Anzug, der sitzt, aber großzügige Gesten zulässt. „In Amsterdam, Wien, Zürich oder auch in München und Düsseldorf gibt es zwar ähnliche Projekte“, fährt er fort, „aber nicht in diesem Umfang, nicht mit dieser Vernetzung, diesem Campuscharakter. Wir setzen ganz neue Maßstäbe.“

          Optimaler Mix aus Arbeit und Entspannung

          Besucher werden von ihm erst einmal mit einer Broschüre versorgt. Auch die schillert, pink und metallic. „Die Vision“ heißt es auf der ersten Seite und weiter: „Sind es nicht immer die gleichen Träume, Ziele und Bedürfnisse, die wir überall auf der Welt teilen? Das Streben nach wirtschaftlichem Erfolg und die Suche nach dem besten Weg dorthin. Die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. Die Liebe zur Natur und die Sorge um unsere Umwelt. Der Wunsch, die Zukunft mitzugestalten. Warum also teilen wir diese Träume, Ziele und Bedürfnisse nicht gemeinsam an einem Ort?“ Willkommen in Gateway Gardens, willkommen im Global Business Village. Hier ist die Welt noch in Ordnung, nein, mehr als das: Hier wird dem Rest der Welt gezeigt, was Ordnung ist.

          Gäste dürfen zuerst durch die energieeffiziente Drehtür mit Bewegungssensor in den DB-Schenker-Turm. Drinnen gibt es ein Musterbüro zu sehen, ein „smart office“ für den optimalen Mix aus Arbeit und Entspannung; Schreibtische, kombiniert mit Konferenztischen in Wohnzimmeroptik, kleine Kissen schmiegen sich in die Fensterecken, ein Fahrrad mit Retro-Optik und erhöhtem Hinterreifen wartet darauf, zwischen Gesprächen mit Hongkong und New York benutzt zu werden.

          „Wie viele Flugzeuge haben Sie bisher gehört?“, fragt Müller. „Richtig – kein einziges!“ Er antwortet gern auf Fragen, die er selbst gestellt hat. Das Gebäude besitzt eine Doppelfassade, noch bei geöffnetem Fenster wird der Fluglärm reduziert. Die angrenzende Autobahn hört man schon eher.

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