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Fotografie : Die Fotografin Inge Morath ist tot

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Inge Morath Bild:

Die ehemalige Magnum-Fotografin Inge Morath ist im Alter von 78 Jahren in New York gestorben.

          Die Fotografin Inge Morath ist am Mittwoch im Alter von 78 Jahren in einem New Yorker Krankenhaus gestorben. Inge Morath wurde durch ihre Reisefotografien und durch Porträts berühmter Künstler, die sie zum Teil im Auftrag der Bildagentur Magnum fotografierte, berühmt. Sie war mit Arthur Miller verheiratet.

          Begonnen hatte die gebürtige Grazerin als Redakteurin der Wiener Literaturzeitschrift „Der Optimist“. 1949 begleitete sie den Fotografen Ernst Haas nach Paris und arbeitete als Textredakteurin für die von Henri Cartier-Bresson mit begründeten Fotoagentur Magnum. Ihr eigenes Interesse für die Fotografie wurde dabei geweckt. Von dem Magnum-Fotografen Simon Guttmann lernte sie das Handwerk und wurde 1955 neben Eve Arnold als zweite Fotografin bei Magnum unter Vertrag genommen.

          Die Handschrift von Inge Morath war deutlich geprägt von der Schule Cartiers. Sie selbst sagte einmal, sie fotografiere das, was sie sehe - „ein Auge aufs Motiv gerichtet, das andere auf die eigene Seele“. In ihrer ersten Serie für die renommierte Agentur porträtierte sie französische Arbeiterpriester. Zahlreiche Reisen führten sie in damals noch schwer zugängliche Länder. Mit Porträts von Menschen, Alltagsszenen und Landschaftsaufnahmen gab sie Einblicke in das Leben im Nahen Osten, in Russland und China, in Afrika und Südasien, aber auch in viele Regionen Europas und ins ländliche Amerika.

          Die müde Seite Hollywoods

          Neben den gedruckten Reisereportagen entstanden viele Bildbände und Arbeiten, die in Ausstellungen und von Museen international gewürdigt wurden. Bekannt wurde Morath auch durch zahlreiche Künstlerporträts, etwa von Henry Moore und Jean Cocteau. Eine ihrer berühmtesten Serien zeigt Marilyn Monroe in den Drehpausen am Set von „The Misfits“. Morath zeigt dabei die müde, zerbrechliche Seite des Hollywoodstars. Dabei war ihre persönliche Beziehung zu der Monroe nicht frei von privaten Spannungen. Morath heiratete 1962 den Dramatiker Arthur Miller, mit dem die Filmschauspielerin bis 1961 verheiratet war.

          In ihrem letzten Projektes widmete sich die Fotografin den Opfern des Terroranschlags auf New York am 11. September. Sie plante ein Buch über die privaten Gedenkstätten, die Menschen am Ort des Geschehens aufstellten.

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